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Kolkhöze Printanium

Vol. 1 Kolkhöznitsa

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (Neuausgabe 2017 bei Freakshow Records)
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; Zeuhl
Label: D'Autres Cordes
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Paul Brousseau Keyboards, Stimme, Snare Drum
Maxime Delpierre Gitarre Effekte
Hugues Mayot Tenor- und Sopransaxophon
Phillippe Gleizes Schlagzeug
Japan Phillippe Morel Bass, Effekte

Tracklist

Disc 1
1. Sans le savoir 4:11
2. Our Faces At the Motown (A) 2:44
3. Our Faces At the Motown (B) 5:08
4. Stalker At79 3:45
5. Fsy Tokyo 4:19
6. Kolkhöze 7:22
7. Ssen Soupape 5:44
8. Chaotic Mantra 5:09
9. Kolkhöze Talk 0:57
10. Morgenrot (A) 5:01
11. Morgenrot (B) 3:04
12. Errance Digitale 3:55
13. Petrovsky 1988 3:41
14. Surround 3:01
15. Mana 5:24
Gesamtlaufzeit63:25


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Kolkhöze Printanium ist die Band des französischen Keyboarders Paul Brousseau, die Mitte der 2000er Jahre gegründet wurde. Ihr erstes und bislang einziges Album Vol. 1 Kolkhöznitsa erschien 2008, seitdem kamen keine Veröffentlichungen mehr, die Homepage ist nicht mehr aufrufbar. Zumindest Mitte 2017 ist man aber noch live aufgetreten.

Der kobaianisch anmutende Titel ist durchaus irdischen Ursprungs, Kolkhöznitsa ist abgeleitet vom fast gleichlautenden russischen Wort колхозница (kolchosnitsa), das „Kolchosbäuerin“ bedeutet, und eine solche ziert auch das Cover: dieses zeigt eine - allerdings ziemlich verfremdete - Abbildung der Skulptur „Arbeiter und Kolchosbäuerin“, die von der sowjetischen Bildhauerin Wera Muchina für die Weltausstellung 1937 in Paris geschaffen wurde und die heute in Moskau steht.

Auch im Namen der Band findet man den leicht verfremdeten Begriff Kolchose, und das Album wird von einigen gesprochenen russischen Worten - wohl aus der Radio- oder TV-Übertragung irgendeiner Ansprache - eröffnet. Hat das mit dem Albumkonzept zu tun? Wird der kobaianischen Utopie die kommunistische entgegengestellt? Schwer zu sagen. Einfacher ist es dagegen, etwas zur Musik zu sagen, was ja auch das Wesentlich für diese Seiten ist.

Die komplett von Paul Brousseau komponierte Musik ist klar im Jazz verwurzelt. Dazu kommt ein deutlicher Zeuhl-Einfluss, der sich in den charakteristischen repetitiven Mustern des E-Pianos und dem typisch grollenden Bass zeigt, ergänzt um jazzig trötendes Saxophon, kantige, bisweilen crimsoide Gitarren und wuseliges Schlagzeug. Der Zeuhl kommt dabei weder hymnisch wie bei den Genre-Urvätern Magma noch Comic-artig wie bei den rezenten Zeuhl-Bands aus Lyon, sondern fügt sich nahtlos in die jazzige Ausrichtung der Musik. Die - recht kurzen und meist instrumentalen - Stücke können durchaus mal etwas aggressiver werden, etwa Our Faces at the Motown mit schön angezerrtem Bass.

Daneben stehen freiformatige Stücke, die an krautige Klangexperimente der frühen 70er erinnern, etwas Fsy Tokyo, spaciges Klangwabern mit gesprochenen Texten (Titelstück) oder auch Avant-Proggiges wie das schon etwas ins Crimsoide schielende Chaotic Mantra. Dabei ist in der zweiten Hälfte eine Tendenz zu freiformatigen Klangexkursionen erkennbar, mal krautiger (Erränge Digital, Surround), mal jazziger (Petrovsky 1988). Im abschließenden Mana ist dann noch einmal jazziger Zeuhl mit herrlich dreckig verzerrtem E-Piano angesagt, ergänzt um englischsprachigen Gesang. Das ist das einzige Mal, dass Gesang in einem Stück eingesetzt wird, ansonsten gibt es allenfalls gesprochenen Text in Russisch oder Französisch.

Kolkhöznitsa ist ein schönes Jazz-Zeuhl-Album, das dank der 2017 erfolgten Wiederveröffentlichung auf Charly Heidenreichs Label Freakshow Records nun wieder problemlos erhältlich ist. Vielleicht kommt ja doch noch mal ein Vol. 2!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.10.2017
Letzte Änderung: 16.10.2017
Wertung: 11/15

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