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Hällas

Excerpts From A Future Past

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; RetroProg
Label: The Sign Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tommy Alexandersson vocals, bass
Alexander Moraitis guitar
Marcus Pettersson guitar
Nicklas Malmqvist keyboards
Kasper Eriksson drums

Tracklist

Disc 1
1. The Astral Steer 6:45
2. Repentance 5:16
3. Nebulon´s Tower 2:18
4. The Golden City of Semyra 6:43
5. Star Rider 6:03
6. Shadow of the Templar 7:54
7. Illusion Sky 7:53
Gesamtlaufzeit42:52


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


Zunächst einmal die Frage: Was hat die Rocktruppe Hällas mit Agnetha Fältskog gemein? (Hinweis für Hardcore-Proggies: Das ist die Blonde von Abba, die mit dem - zumindest damals - so knackigen Hintern. Hinweis 2: Abba war eine schwedische Non-Prog-Gruppe, die zwischen 1974 und 1982 einigermaßen effektiv abräumte. Trotz Punk und New Wave). Na?

Falsch geraten! Musikalisch haben die nun gar nichts gemein, wie auch?

Was dann??

Genau: Beide wurden in der Provinzhauptstadt Jönköping gegründet! Das ist für die fünf Metallwerker von Hällas gar nicht mal schlecht, so für den Anfang. Was kann Jönköping dem Besucher neben einer vermutlich ziemlich ausgereiften Musikszene sonst noch bieten?
Nicht viel, aber immerhin ein Streichholzmuseum, den Vätternsee (das ist was für ausgedehnte Kanutouren) und - da kommt ihr nie im Leben drauf - die weltgrößte LAN-Party! Ich sag´s ja immer wieder: Die Schweden! Die Nordlichter sind doch immer wieder für eine Überraschung gut. Erstaunlicherweise führen uns Hällas musikalisch nämlich in eine Zeit vor Abba, LAN-Parties und dem anderen neumodischen Kram. In eine Zeit, in der es noch vollkommen alltäglich war, die Zigaretten mit Streichhölzern anzuzünden, oder - für die Nichtraucher - sie zu lustigen Türmen zusammenzukleben.

Hällas machen gitarrenorientierten Retro-Rock. Und da ist richtig retro drin, wo retro drauf steht! Vorsätzlich antiquierter Hard-Rock, verlässlich, solide und vertrauenerweckend, ganz wie eine Schachtel Streichhölzer.

Die Stücke haben eine handliche Länge, kratzen aber auch schon mal an der 8-Minuten-Marke (Shadow of the Templar, Illusion Sky) bleiben aber akustisch und in Belangen der Songstruktur in dem Rahmen, der von Black Sabbath, Deep Purple, Blue Öyster Cult, Wishbone Ash und Konsorten vorgegeben wird, abgesehen von den etwas längeren Instrumentaleinlagen. Da demonstrieren Moraitis und Petterson mit ihren engverzahnten, angezerrten Chorussen profunde Musikalität, ohne sich zu weit von erprobten Pfaden zu entfernen. Die beiden Gitarristen im Rampenlicht spielen miteinander um die Wette und können sich auf ein solides Hammondfundament oder eine sonore Kirchenorgel (Star Rider) ihres Keyboarders verlassen. Der reißt trotz durchdachter Soundattribute eher (zu) selten das Geschehen mit Soloausflügen und frühsiebziger Synthesizerspielereien an sich. The Astral Seer (Single-Auskopplung) entspricht am ehesten den Vorstellungen vom eingängigen Hardrock-Output mit charakteristischem Gesang und Melodielinien, die einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. Für The Golden City of Semyra schlagen sich die südschwedischen Abenteurer ein wenig ins Fantasygebiet - überhaupt handeln die Texte von vorsintflutlichen Zauberern und Hexen - zu Beginn ist ein entsprechender Soundtrack zu hören, es folgt Balladeskes, danach wird herzhaft abgerockt.

Rhythmisch agieren Hällas eher unauffällig, mit graden Metren (straighter Boogie bei The Astral Seer, Repentance), 3/4- Takt (das Instrumental Nebulon's Tower, Illusion Sky, Teile von Shadow of the Templar), aber variantenreichem Schlagzeugspiel, untermalt von fetten Basstupfern.

Anspieltipp(s): The Astral Steer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.10.2017
Letzte Änderung: 26.10.2017
Wertung: 9/15
Old-school, aber hörenswert

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Da wäre es also, das Hällas-Debüt auf der Langstrecke. Keine zwei Jahre nach der selbstbetitelten EP verwundert es natürlich keinen Millimeter, dass die Schweden auch hier weiter dem selbstbewusst als "Abenteuer-Rock" bezeichneten Stil frönen, der geradlinigen Hardrock mit sinfonischen und progressiven Anklängen durchsetzt. Ihren Sound, womit landläufig ja das Zusammenspiel aus Instrumentierung/Arrangement, Produktion und dem typischen Grundstock der Kompositionen - Rhythmus-Patterns, Melodiefragmente und das harmonische Spektrum - gemeint ist, nicht jedoch die Kompositionen als solche, variiert das Quintett aus Småland also eher wenig und setzt immer noch auf Harmoniegitarren, Retro-Keyboards, geradliniges, aber eher lockeres Drumming sowie den Sprechgesang von Tommy Alexandersson.

Kompositorisch allerdings zeigen sich gegenüber "Hällas" einige Änderungen. Im Direktvergleich bestehen die Songs nun aus längeren liedartigen Passagen, sind mithin eingängiger als zuvor. Das gilt beispielsweise für den - wieder mal - Uriah-Heep-artigen Anfang von "The Astral Seer" (nach dem balladesken Intro, das als Thema später auf dem Album mehrfach aufgegriffen wird) samt eines Ken-Hensley-verdächtigen Orgelsolos, das direkt folgende "Repentance" und natürlich das komplett auf Hitsingle getrimmte "Star Rider" mit seinem trocken-unterkühlten Discobeat samt pumpendem Bass und Handclaps, schön gezogener Mitsingmelodie im Refrain ("Staaaaar rider, you can't escape your faaaaate") und den spacig glitzernden Keyboards (inklusive pompösem Kirchenorgel-und-Synth-Intro à la Ozzy Osbournes "Mr. Crowley") dazu.

Das allerdings führt wiederum auch etwas in die Irre, denn die erwähnten Songs haben doch etwas mehr zu bieten als geradlinig-gefälligen Retrorock. "The Astral Seer" und "Repentance" verzichten nämlich jeweils auf Refrains, sondern reihen stattdessen Strophen aneinander und schieben dazwischen jeweils Instrumentalarbeit ein und finden jeweils Abwechslung durch den Übergang zu anderen Parts. So klingt "The Astral Seer" nach 3:50 eigentlich aus, macht dann aber ein Break und setzt sich stattdessen mit einem Instrumentalpart mit Taktwechseln (kurz geht's mal zu 7/4 über), der an Kansas ("Miracles Of Of Nowhere") oder UK erinnert. "Repentance" dagegen schiebt zwischen den vollen, harmonischen Rock immer wieder reduzierte Boogie-Passagen ein, in denen teils auf Gitarre verzichtet wird und das Riffing stattdessen mit der Orgel bewerkstelligt.

Die übrigen Stücke gehen zudem nochmals andere Wege. Das Instrumental "Nebulon's Tower" und das abschließende "Illusion Sky" greifen jeweils das "Astral Seer"-Motiv auf, wobei letzteres Stück abwechselnd klangliche Nähe zu Nektar (6/8-Rhythmus, sanfte Psych-Gitarren, rührige Orgelbegleitung) und Eloy zu "Floating"-Zeiten demonstriert und zudem mit Nervosität um 2:30 herum den UK-Part aus dem Opener "beantwortet". "The Golden City Of Semyra" ist dagegen kleinteiliger aufgebaut: Nach Regen-und-Wind-Intro mit Percussion und rhythmischem Sprechgesang, wird ein Wishbone-Ash-artiges Gitarrenmotiv vorgestellt, der 4/4-Takt eines Boogie-Rhythmus immer wieder anders betont. Nach etwas über zwei Minuten folgt dann ein fortwährend jazziger und psychedelischer werdender Instrumentalpart, ehe um ca. 3:45 herum wiederum der Übergang zu einer flotteren Passage folgt, die mit Galopp-Bass und Doppel-Gitarrenläufen Iron-Maiden-Tendenzen zeigt. Am Ende folgt dann nach einem kurzen balladesken Zwischenspiel die Reprise des Boogie-Parts, hier jedoch zum Abschluss des Stückes harmonisch variiert wird. Ein netter Kurz-Longtrack, der seine Mittel recht unterhaltsam kombiniert.

"Shadow Of The Templar" geht dann noch mal ähnlich vor. Auch hier wird am Anfang eine thematische Melodie auf der Gitarre vorgestellt, der anschließende Galopprhythmus wird immer wieder durch Breaks und Einwürfe verzögert und für eine Art Refrain-Melodie komplett abgebremst. Nach zwei Strophen gibt es dann einen 6/8-Part mit spacigen Keyboards und weiteren Kansas-Referenzen - das aus auf- und absteigenden Läufen bestehende Hauptmotiv erinnert doch glatt an Songs wie "Journey From Mariabronn" oder "Song For America" (und wird auch auf jeweils ähnliche Weise eingesetzt, denn es strukturiert als markanter Ankerpunkt den Song). Es folgt um 5:00 herum ein marschierender Part mit jubilierenden Keyboards (hey - "Opus Insert"!), ehe um 6:20 herum zu einem treibenden Motiv wieder losgaloppiert wird. Dazu gibt's ein paar bedrohliche Sprachsamples à la "2112" ("Attention, all planets of the Solar Federation, we have assumed control") zu einer Art Trommelwirbel, womit der Song dann quasi ausklingt. Das ist nicht ganz so herausragend und nachvollziehbar wie "The Golden City Of Semyra" (und erinnert hier wiederum an die Songaufbauten der EP), aber dennoch passabel.

Mich persönlich können Hällas mit "Excerpts From A Future Past" also größtenteils überzeugen. Die rockig-eingängigen Passagen erden die Musik, dazwischen wird aber immer noch ausladend genug musiziert, um höheren Ansprüchen jenseits der genannten Hardrock-Vorbilder zu genügen, was sich besonders in "The Golden City Of Semyra" niederschlägt, aber eben auch in den geradlinigeren Songs wie eben "The Astral Seer" noch durchkommt. Auf der anderen Seite ist der einzige wirklich einfache Song dieses Albums, namentlich "Star Rider", ein ganz besonders fieser Ohrwurm, den man ähnlich wie ELOs "Here Is The News" oder Sagas "Careful Where You Step" immer und immer wieder hören möchte. Wenn man so will, schaffen es Hällas damit, in alle Richtungen auszuteilen - und das ist ja nicht das verkehrteste, was man über "Excerpts From A Future Past" sagen kann.

Anspieltipp(s): The Astral Seer, The Golden City Of Semyra, Star Rider (!)
Vergleichbar mit: Uriah Heep, Kansas, Wishbone Ash, UK, Nektar, Saga, Rush
Veröffentlicht am: 10.11.2017
Letzte Änderung: 15.11.2017
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 Hällas 10.00 1

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