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Iain Jennings

The House

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Neoprog
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Iain Jennings Keyboards

Gastmusiker

Mark Chatterton Gesang
Anne-Marie Helder Gesang
Bryan Josh Gitarre
Andy Newlove Gitarre
Stu Fletcher Bass
Alex Cromarty Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Give You My Name 6:13
2. Declaration Of War 4:40
3. Tin Soldiers 4:36
4. Bomber 5:26
5. The Tick And The Tock 7:33
6. Michael And Me 4:25
7. Goodbye Billy 7:45
8. Well Worn Key (Michael's Return) 3:26
9. Gang Of Two 6:37
10. Queen Of The Park Bench 5:04
11. Be Home Soon 5:32
Gesamtlaufzeit61:17


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Neues vom Mostly-Autumn-Keyboarder: Iain Jennings legt aktuell mit "The House" überraschenderweise ein Konzeptalbum vor, das eine auf den ersten Blick gewöhnliche, genauer betrachtet aber überraschend verschachtelte Story erzählt. Im titelgebenden Haus leben zeitlich getrennt zwei Jungen. Der kleine Billy stirbt dort (oder zumindest in der Nähe) während des Zweiten Weltkriegs und tritt als Geist Jahre später mit seinem "Nachmieter" Michael in Kontakt. Nochmals viel später erinnert sich Michael als erwachsener Mann schließlich an den imaginären Freund seiner Kindheit und kehrt zurück... na gut, wenn man so will, liegt man hiermit wohl zwischen "Tommy" (samt der in der Verfilmung dargestellten Volte, dass der Vater des Protangonisten als Bomberpilot einrückt) und "Scenes From A Memory", aber die verschiedenen Zeitebenen fügen zumindest etwas Eigenständigkeit hinzu.

Erzählt wird diese eher bedächtige Story üblicherweise durch Texte. Lediglich "Declaration Of War" leistet sich mit der Rede von Premierminister Neville Chamberlain zum Kriegsausbruch einen theatralischen Effekt, und "Bomber" steigert in seinem Verlauf die Intensität, was angesichts der zu schildernden Handlung wohl figurativ zu deuten wäre. Ansonsten bleibt bei diesem Vorgehen die Darbietung natürlich überwiegend am Gesang hängen. Mark Chatterton macht hier einen recht soliden Job und schafft es zumeist, die verschiedenen Rollen (Erzähler, Billy, Billys Vater, Michael) voneinander hörbar abzusetzen. Anne-Marie Helder dagegen bleiben leider nur kleine (Mutter-)Rollen beschieden, alleine ihre Präsenz allerdings weckt in Songs wie der Klavierballade "Tin Soldiers" ein latentes Ayreon-Flair (vergleiche "2084"). Ansonsten fallen, was das Textkonzept angeht, allenfalls kleinere Ungereimtheiten auf. Das sind platte Reime (so in "The Tick And The Tock": "It's hands are raised up to heaven, it's five past eleven") oder die Tatsache, dass gleich nach "Declaration Of War" in "Tin Soldiers" Bezug auf Winston Churchill genommen wird - der allerdings erst im Mai 1940 Premierminister wurde.

Man ahnt schon, dass "The House" ansonsten als Konzeptalbum relativ konventionell aufgebaut wird: Es reihen sich Songs aneinander, die jeweils konsekutiv aufeinander folgende Episoden abbilden, als Musikstücke dabei aber eben abgeschlossen sind. Musikalische Bezüge bestehen untereinander also kaum. Stilistisch führt Jennings dabei den Stil fort, der zuvor auf "My Dark Surprise" angerissen wurde: Es gibt erneut, sofern nicht gerade eine Ballade vorliegt, massive, geradlinige und fast maschinelle Rhythmen, die von einem donnernden Schlagzeug, eher verhaltenen Gitarrenriffs und Keyboard-Ostinati erzeugt werden, wobei letztere sowohl düstere Synthesizer als auch das Klavier umfassen. Zwischendrin sorgen flächige Orchestersounds für etwas Pathos, ebenso wie gelegentlich eingesetzte Klavierballaden als ganze Songs ("Tin Soldiers", "Well Worn Key") oder als Passagen ("Gang Of Two").

Unabhängig von der Form ist allen Songs wiederum die Fixierung auf den Gesang gemein, wobei Jennings auf (zumal markante) Refrains leider meist verzichtet - stattdessen gibt es lange Strophen und gelegentlich mal Bridge-Andeutungen, die wie beispielsweise in "Give You My Name" eher lau ausfallen. Soli seiner selbst und der beiden Gitarristen platziert Jennings konventionell stets in der zweiten Hälfte der Stücke, was gelegentlich extensiv ausfällt und manche Songs gar hiermit enden lässt. Wo doch Refrains vorliegen, sind diese als Stimmungsmacher gar nicht mal verkehrt und lassen beispielsweise in "The Tick And The Tock" oder "Gang Of Two" mit ihrem getragenen, bombastischen Moment gediegenen Neoprog anklingen. Ansonsten ist die Musik aber nur wenig spektakulär ausgefallen. Wirklich gelungen sind eigentlich nur das interessante Arrangement in "Goodbye Billy", das mit perkussiven Sounds an 80er-Genesis à la "Mama" erinnert, das erwähnt dramatisch zum Ende geführte "Bomber" und vielleicht noch der für die Verhältnisse dieses Albums ziemlich bunte Instrumentalpart von "Queen Of The Park Bench".

Ansonsten allerdings hat "The House" überwiegend den Makel, dass sich die Songs einfach viel zu sehr in die Länge ziehen, ohne Druck zu machen. Stattdessen reihen sich haufenweise ähnliche Melodien aneinander, aus denen Chatterton und Helder nur wenig Theatralik ziehen können, und hinterlassen dabei ebensowenig Eindruck wie die nichtssagenden Instrumentaleinsätze, sodass "The House" wiederum (abseits von den genannten Höhepunkten) eigentlich nur von seinem wohlkonturierten, massigen Sound lebt - und natürlich von seinem Konzept. Dessen Umsetzung allerdings dann doch verbesserungsbedürftig wäre.

Anspieltipp(s): Bomber, Gang Of Two
Vergleichbar mit: Ayreon oder "Tommy" im 80er-Soundgewand
Veröffentlicht am: 10.11.2017
Letzte Änderung: 9.11.2017
Wertung: 7/15
Bonuspunkt für Konzept und die besseren Momente ist enthalten

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Iain Jennings

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 My Dark Surprise 7.00 1

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