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Deluge Grander

Oceanarium

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Canterbury; Klassischer Prog; Neoprog; RetroProg
Label: Emkog Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dan Britton keyboards, guitars, other instruments
Dave Berggren electric guitar (6), compositional contributions (6)
Brett d'Anon bass, guitars
Patrick Gaffney drums, compositional contributions (1,6)

Gastmusiker

Neil Brown trumpet (8)
Steve Churchill oboe (1,7)
Brian Falkowski saxophone (3), flute (4,5), clarinet (8)
Denis Malloy bass clarinet (1,2,3,8)
Corey Sansolo trombone (1)
Natalie Spehar cello (2,4,5,8)
Zack Stachowski violin (4,5)
Christopher West compositional contributions (6,7)

Tracklist

Disc 1
1. A Numbered Rat, a High Ledge, and a Maze of Horizons 11:32
2. Drifting Inner Skyline Space 8:28
3. The Blunt Sun and the Hardened Moon 15:25
4. Finding a Valley in a Gray Area on a Map 3:24
5. Finding a Shipwreck in a Valley in an Ocean 6:20
6. Tropical Detective Squadron 14:10
7. Marooned and Torn Asunder 8:06
8. Water to Glass / The Ultimate Solution 12:31
Gesamtlaufzeit79:56


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Deluge Grander sind wieder da!

Deluge Grander ist eine der fünf Prog-Bands des Amerikaners Dan Britton. Die anderen vier sind All Over Everywhere, Birds And Buildings, Cerebus Effect und Elevator Machine Room. Und ich sage nur kurz: Alle sind es wert, ausgecheckt zu werden. Sie sind alle viel zu wenig bekannt.

"Oceanarium" ist Teil eines großen, albenübergreifenden Konzepts. Der Plan ist, zunächst auf einer ersten Stufe eine Serie von vier Limited-Edition-Alben zu veröffentlichen, von denen "Heliotians" das erste war. Auf einer zweiten Stufe soll das Material der ersten vier Alben kombiniert, umgeschrieben und umarrangiert werden. Das Ergebnis wird dann auf zwei regulären CDs veröffentlicht, eine davon ist "Oceanarium". Auf der dritten Stufe wird schließlich ein siebtes Album das beste aller sechs vorigen Veröffentlichungen enthalten, erneut neu arrangiert und bearbeitet. Dieses Album soll dann umsonst oder für sehr wenig Geld als Download bereitgestellt werden.

Das Ganze wird also eine dreistufige Pyramide aus sieben Alben:

"Heliotians" war eher pastoral, spacig und atmosphärisch, so weit Deluge Grander halt spacig und atmosphärisch sein können. Das für 2018 angekündigte "Lunarians", Album Nummer drei auf der ersten Stufe, wird eher klassisch, komplex und, wie die Band schreibt, pastoral. Des weiteren sind angekündigt: das jazzige "Creek", das auch Elemente aus Country und Alternative Rock aufgreifen wird, und "Din", experimentell, komplex, und dissonant.

Auf der zweiten Stufe ist nun "Oceanarium" eine Kombination aus "HeliOTIANs" und "LunARIANs". "CREek" und "DIN" werden zu "Cretin" verbunden werden.

Auf der dritten Stufe wird schließlich "Creationarium" ("CREtin" + "OceaNARIUM") stehen.

Alles klar?

Das ganze Projekt soll sieben Jahre dauern. Aber vielleicht dauert es auch zehn, oder die Band stellt es niemals fertig. Man wird sehen.

"Oceanarium" verarbeitet also Material, das auf "Heliotians" und "Lunarians" zu hören ist. Da "Lunarians" noch nicht erschienen ist, ist es nicht ganz einfach, zu beurteilen, was genau von diesem Album stammt, und wie es bearbeitet wird. Als Beispiel mag es vorerst genügen, auf den Track "Marooned and Torn Asunder" zu verweisen, der musikalische Ideen von "Saruned" (von "Heliotians") und "Torn Amoonder" (von "Lunarians") kombiniert.

Kompliziert? Abwarten. "Oceanarium" ist auch noch ein Konzeptalbum. Es geht um einen Rattenmenschen, ein Forscher und Abenteurer, der sein Heim auf einem Felsvorsprung verlassen muss und in einen meerähnlichen Himmel stürzt. Nun erkundet er die Grenzen der Welt und reist dazu in unbekannte Lande und über ferne Ozeane. Währenddessen wird zuhause seine Geschichte erzählt, dabei aber bis zur Unkenntlichkeit verändert...

All das vorweg, nun (endlich!) zur Musik.

Die Musik auf "Oceanarium" ist völlig instrumental, dicht orchestriert, und wartet mit einer Vielzahl von Instrumenten auf, darunter Cello, Trompete, Bassklarinette, Flöte, Saxophon, Hackbrett, Banjo, Mandoline, Violine, Oboe und Posaune, zusätzlich zu den üblichen Keyboards, Gitarren, Bass und Drums. Obwohl Deluge Grander stilistisch breit aufgestellt sind - hier erklingen unter anderem klassischer Prog, teils recht düster, Fusion, Jazz und Jazzrock, Orientalisch-Exotisches, Funk, Floydig-Elegisches und epischer Symphoprog -, passt das Endergebnis wohl gut unter das Label "Symphonic Prog", aber auch das Wort "Canterbury" dürfte angebracht sein. Allerdings gibt es auch einige heftigere Momente, besonders im Vergleich zu "Heliotians", die eher an Cerebus Effect erinnern.

Höhepunkte aufzuzählen, macht wenig Sinn, das Album wirkt über seine Laufzeit von vollen 80 Minuten überaus dicht und man bekommt nach einer Weile den Eindruck eines stetigen Flusses von kleinen und kleinsten Noten, die sich in immer neuen und überraschenden Wendungen aus den Boxen ergießen. Deluge Grander gelingt es, auch rein instrumental die Geschichte des Rattenmenschen zu erzählen. Wer nach Alben sucht, die einen inneren Film ablaufen lassen können, der sollte "Oceanarium" unbedingt mal antesten.

Dennoch hat natürlich jedes Stück seinen je eigenen Charakter: "A Numbered Rat, a High Ledge, and a Maze of Horizons" etwa ist recht jazzrockig, in "Drifting Inner Skyline Space" erklingen floydige Elemente, wer mag, kann auch Einflüsse von Can darin entdecken, "Finding a Valley in a Gray Area on a Map" klingt recht exotisch und "Water to Glass/The Ultimate Solution" schließt das Album mit Italoprog-Reminiszenzen ab.

Alles in allem ist auch "Oceanarium" wieder ein großartiges und unglaublich reichhaltiges Album aus dem Hause Britton/Deluge Grander. Einziges Manko ist die Produktion, der Klang ist durchweg leider recht flach und blass. Aber das zeigt nur einmal mehr, dass man Musik nicht nach ihrem Klang beurteilen sollte (weil man damit eigentlich nur den Geldbeutel der Musiker bewertet).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.11.2017
Letzte Änderung: 14.11.2017
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Ich hatte mir eigentlich geschworen keine Rezi mehr nach Nik zu schreiben. Er hat ja alles gesagt. Die Entstehung des Albums, der konzeptuelle Hintergrund, die gespielten Instrumente und die Schublade: nämlich keine. Nik zählt gleich mehrere Stile im Titel auf und sie sind alle richtig. Er fügt im Text noch SymphoProg hinzu, was ebenfalls stimmt. Das macht mich jetzt aber skeptisch. Karfagen spielen nämlich auch symphonischen Prog. Doch es ist wie bei rotem Wein. Sie sind zwar alle rot, aber.....

Deluge Grander sind ein „Grand Cru“. Mich 80 Minuten lang an eine CD zu fesseln, die rein instrumental daher kommt, ist eigentlich nicht möglich. Und doch. Das Ende kam so schnell, ich fragte mich ernsthaft, wo die Zeit geblieben sei. Zu keinem Moment Stillstand oder belanglos, keine endlosen Wiederholungen, nur Vollgas auf der Überholspur. Wir hatten in letzter Zeit rege Diskussionen unter uns Rezensenten, was Prog eigentlich sei. Nun, hört mal hier rein. Das hier ist progressiv, fortschrittlich. Da wird nicht nur mit typisch symphonischen Instrumenten gespielt. Da wird komponiert und arrangiert, dass dir die Melodien im Sekundentakt um die Ohren fliegen. In allen existierenden Musikstilen. Zu keinem Moment langweilig, trotz der extrem langen Spielzeit. Die Musik im Bereich des SymphoProg wird hier tatsächlich weiter entwickelt, macht einen Sprung in eine wesentlich träumerischere, psychedelischer und liberalere Welt als die doch eingrenzende Enge des Oberbegriffs.

Orchestral, rockig, jazzig, proggig, klassisch......alles, rein alles ist vertreten. Manchmal himmelhoch fliegend, dann wieder depressiv-melancholisch. Die ganze Klaviatur der Gefühle wird abgedeckt. Einfach toll, spannend, wie ein Film Noir. Die Kompositionen stammen alle von Dan Britton, dem Kopf der Band. Er arbeitete über 2 Jahre an der Aufnahme, die absolut gelungen ist. Immer wenn die Bassklarinette erklingt, dann ist das wie Weihnachten und Ostern zusammen und man staunt über die Arrangements.

Was den Klang angeht, da muss ich Nik leider aber auch recht geben. Ich neige tendenziell (Asche auf mein Haupt) zu einer höheren Bewertung bei perfektem Klang, was nicht jedem fair erscheint. Der Klang ist hier tatsächlich „leider recht flach und blass“, was aber doppelt kompensiert wird durch seine Wärme. Kein „Loudness War“. Ich empfinde das als äußerst angenehm, doch mag dies jedem anders erscheinen.

Trotz allem. Wenn 2 im Musikgeschmack doch recht unterschiedliche Menschen wie Nik und ich jeder „12 Points“ vergibt, dann sollte der Progfan da draußen die Ohren spitzen. Dieses Album dürfte so ziemlich jeden begeistern, der etwas für Musik abseits der ausgetrampelten Pfade übrig hat. Vielleicht wäre es mit Gesang noch geiler, aber vermissen tu ich den Gesang nun auch wieder nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.11.2017
Letzte Änderung: 18.11.2017
Wertung: 12/15
gefiel sogar meiner ansonsten sehr kritischen, weil selbst Musikerin, Ehefrau

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Deluge Grander

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 August In The Urals 11.25 4
2009 The Form of the Good 10.67 3
2014 Heliotians 11.00 1

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