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Taylor's Universe

Almost Perfected

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Marvel of Beauty
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Robin C Taylor Textural guitars, various keys and basses, percussion, voice
John Sund various guitars (leads, moods and stunts), add. bass
Jakob Mygind soprano, alto & tenor sax
Thomas TV Ulstrup Minimoog stunts
Rasmus Grosell drums (mainly left)
Klaus Thrane drums (mainly right)
Louise Nipper vocalizing
Jytte Lindberg vocalizing

Gastmusiker

Pierre Hansson add voice

Tracklist

Disc 1
1. Mean Attack 11:42
2. Definitely Greek (He Said) 10:48
3. Remembering Johannesburg 9:23
4. Dark Side of Alec 14:28
Gesamtlaufzeit46:21


Rezensionen


Von: Volkmar Mantei @ (Rezension 1 von 2)


Klappt die CD-Hülle auf und ihr findet einen Text, der die Intention zu diesem Album verdeutlicht. Jeder Musiker, so meint Robin Taylor, träumt wohl davon, Songs aus seinem Backkatalog, die einst nicht in der Art geraten waren, wie der Komponist es dachte, noch einmal einzuspielen, um ihnen das Gesicht, das Arrangement zu geben, das als starker Ausdruck notwendig ist.

Und Robin Taylor kann auf eine umfangreiche Diskographie seiner diversen Projekte zurückblicken. Allein in den letzten Jahren ist mindestens ein, wenn nicht gar sind zwei Alben pro Jahr produziert worden.

Vier Tracks aus seinem Fundus hat der Multiinstrumentalist ausgewählt, ob es sich dabei um Lieblingsstücke handelt oder ob die Ersteinspielung besonders ärgerlich misslungen war, bleibt offen. Hier ist ihre zweite Chance. Jeder Track darf sich dabei weit entfalten.

Typisch Robin Taylor ist diese Balance aus licht-melancholischem, zurückhaltend-sanftem und kernig-drängendem, saftig-lässigem Arrangement prägend. Die kompositorischen Ideen wachsen aus kühl entspanntem Jazzrock und Symphonic Rock in zahllose episch solistische Felder und kraftvoll entspannte Instrumentalflächen, die je durch knackige rhythmische Parts aufgebrochen und neu verschweißt werden. Es geht nie heftig oder laut zu, es wird nie überaus komplex oder radikal wild, das ist nicht Robins Intention. Seine Idee ist, aus der Tiefe der Melancholie und kühler Nüchternheit lebhafte bis fröhlich forsche Musik sprießen zu lassen, diese sich episch und jazzrockversiert laut und lang entwickeln zu lassen, bis die einzelnen Ideen zerfließen, lyrisch unterhoben und in zuerst dunkler Schwere aufgebaut werden und mit erneuter Kraft sich in die Weite aufmachen. In den Songs ist Robins Charakter gut zu erkennen, die Melancholie seines Wesens und die drängende Kreativität seiner Musikidee.

Die Ästhetik des Früh70er Progressive Rock steckt in jeder Faser der vier Songs, jazztrunken und mit einer selbstbewussten Sensibilität ausgebaut, dass es nur ungemein Spaß macht, zuzuhören und sich in den Songs zu verlieren.

Da es nur lautmalerischen Gesang gibt, braucht der Instrumentalfreund sich nicht auf Gesangsarrangements einzurichten, die es zu überstehen gilt, sondern hier ist alles pure Instrumentalarbeit.

Und selbst in den sanfteren Stücken, hier den beiden Tracks in der Mitte, bleibt die stilistische Ästhetik sicher, bleibt es energisch und mitreißend, gibt es keine, wie etwa oftmals im Neoprog – und da gibt es keine stilistische Verwandtschaft – kitschige Süßlichkeit. Davon ist Robin Taylor in aller Sanftheit weit entfernt.

Mir liegen die Ersteinspielungen dieser vier Tracks nicht im Ohr. Brauchen sie auch nicht, denn was ich hier höre, unterhält mich sehr gut.

Für kompromisslose Avantgardisten dürfte „Almost Perfected“ wohl etwas zu lind und symphonisch sein. Wer indes dem 70s Sound, dessen DNA aus Progressive Rock und Jazzrock besteht, verfallen ist, kann hiermit ein feines Album finden.

Kommt in die Sammlung.

Anspieltipp(s): Remembering Johannesburg
Vergleichbar mit: einem ausgedehnten Waldspaziergang am 30. Oktober
Veröffentlicht am: 14.11.2017
Letzte Änderung: 14.11.2017
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Offensichtlich beschäftigt sich Robin Taylor seit einiger Zeit bevorzugt mit seiner Vergangenheit. Nach "Across the Universe" aus dem Jahre 2015 legt er nun mit "Almost Perfected" ein zweites Album mit Neuaufnahmen älterer Stücke vor. Wie mein Vorschreiber schon ausgeführt hat, erläutert Taylor in einem auf der Innenseite der Papphülle der CD zu findenden Text, dass er hier vier älteren Nummern nochmal eine Chance geben wollte, und diese neu arrangiert und aufgenommen hat, mit neuen Musikern, die die Originale meist gar nicht kannten. Auf neues Material warten wir nun von Taylor seit fast drei Jahren vergeblich.

Etwas andere Namen haben die Stücke bekommen, so dass es, auch aufgrund des recht umfangreichen Outputs Taylors, einer Rückfrage beim Hauptprotagonisten bedurfte, um die Ursprungsnummern zu finden. Wie wir Robin dann mitteilte stammen "Mean Attack" (ursprünglich "Tag Attack") und "Definitely Greek (He Said)" (einstmals "Totally Greek") vom Album "Soundwall", während "Remembering Johannesburg" als "Johannesburg", und "Dark Side of Alec" unter dem Namen "Mind Archaeology" erstmals auf "Isle of Black" zu hören waren.

Voller im Klang, reicher instrumentiert und auch etwas dynamischer, fetter bzw. authentischer (Gitarre bzw. Retrotasten) und runder sind die neuen Versionen ausgefallen. Ansonsten hat sich in kompositorischer und stilistischer Hinsicht nicht viel verändert, handelt es sich klar um dieselben Stücke, auch wenn sie mitunter ein paar Minuten länger geworden sind. Ein melodischer Instrumentalprog mit Jazzrocktendenz und Retrocharme wird hier geboten, abwechslungsreich instrumentiert, stilistisch angelehnt an den jazzigen Dänischen Sax-Prog der späteren 70er (Stichwort: Secret Oyster), bisweilen lauter, von jaulenden Gitarrenlinien bestimmt aufbrausend, mal dynamisch voran schreitend, mal entspannter dümpelnd, mal fröhlich rockend, mal melancholisch ruhend.

Eine exzellente Truppe von Mitmusikern hat Taylor einmal mehr um sich geschart. Erwähnenswert ist die doppelt besetzte Rhythmusabteilung (wobei Grosell schon bei den Aufnahmen der Originale mit dabei war), und das expressive Saxspiel Myginds. Mit John Sund hat Taylor zudem packenden Ersatz für Michael Denner gefunden, der auf "Soundwall" für die kraftvollen Gitarrensoli zuständig war. Dazu kommen Taylor und Ustrup, die für allerlei Tastenherrlichkeit sorgen, inklusive Moog-Akrobatik und Mellotronflöten.

Das Einzige was dem Rezensenten etwas stört ist der gelegentliche Einsatz der Taylorettes (Louise Nipper und Jytte Lindberg), die meist an den ruhigeren Stellen mit allerlei DuDuDu und DaDaDa die Musik doch arg süßlich werden lassen. Trotz Anspielung an die Northettes (siehe Hatfield and the North – wo der weibliche Backgrundgesang deutlich unkitschiger eingebunden war), hätte ich darauf verzichten können. Geschmacksache.

"Almost Perfected" bietet Taylorsche Musik in Reinform, und wer dieselbe noch nicht kennt, und jazzig-instrumentalen Skandinavienprog mit Retroflair schätzt, der macht sicher keinen Fehler, so er sich dieses Album zum Kennenlernen zulegt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.11.2017
Letzte Änderung: 19.11.2017
Wertung: 11/15

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1994 Taylor's Universe 9.00 2
1996 Pork 10.00 1
1998 Experimental Health (with Karsten Vogel) 9.00 1
2004 Once again 8.00 1
2005 Oyster's apprentice 10.00 1
2006 Certain Undiscoveries 10.00 1
2007 Terra Nova 8.50 2
2008 Soundwall 9.50 2
2009 Return to Whatever 10.00 1
2009 Artificial Joy 11.00 1
2012 Kind Of Red 11.00 1
2013 Worn Out 10.50 2
2013 Evidence 11.00 2
2015 From Scratch 11.00 1
2015 Across the Universe 10.00 1

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