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Virgil & Steve Howe

Nexus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; ArtPop; sonstiges
Label: Inside Out
Durchschnittswertung: 5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Virgil Howe piano, synthesizer, bass, drums
Steve Howe acoustic and electric guitars

Tracklist

Disc 1
1. Nexus 4:57
2. Hidden Planet 3:27
3. Leaving Aurura 3:40
4. Nick's Star 3:41
5. Night Hawk 3:35
6. Moon Rising 3:31
7. Passing Titan 4:06
8. Dawn Mission 5:07
9. Astral Plane 3:37
10. Infinite Space 2.08
11. Freefall 2:09
Gesamtlaufzeit39:58


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


Man soll über Tote ja nicht schlecht sprechen. Aber was der jüngst überraschend ums Leben gekommene Virgil Howe hier am Piano präsentiert, könnte einem 11-jährigen Klavierschüler der Musikschule Finnentrop zur Ehre gereichen. Virgil klimperte etüdenhaft ein paar verträumte Phrasen und hielt sie als musikalische Skizzen fest. Man kann auf die Idee kommen, das Ganze sei zunächst überhaupt nicht zur Veröffentlichung vorgesehen gewesen. Papa Steve griff sich vor Jahresfrist die Entwürfe seines Jüngsten und legte ganz gefährlich Hand an. Dateien wurden hin und hergeschickt, es entstand darüber ein Vater-Sohn-Dialog. Bereits im August soll das Werk fertig vorgelegen haben. Howe d. Ä. steuert also ein paar Ricky-King-mäßige Gitarrenspuren auf seiner Gibson bei, Virgil drückt einige Tasten auf einem Synthesizer, und schwupps, fertig ist ein ganzes Album. Dabei soll dieses Instrumentalwerk, so Steve Howe sinngemäß, den ihm gebührenden Platz einnehmen und als Vermächtnis von Virgils musikalischem Schaffen wahrgenommen werden. Na, dann hätte sich der alte Herr wirklich etwas mehr in die Kurve legen und ein paar seiner legendären Chorusse erklingen lassen können. Vielleicht hat er sich dezent zurückgehalten, weil es ja schließlich nicht sein eigenes Vermächtnis ist, wer weiß.

Jedenfalls ist das Ergebnis enttäuschend, denn, wo Steve Howe draufsteht, ist nicht Steve Howe drin. Endlos werden dieselben Patterns durchgenudelt, es klingt nett und klinisch nach Fahrstuhl- oder Entspannungsmusik - von mir aus auch nach Filmmusik - je nachdem in welchem Teil des Wellnesskomplexes man sich gerade aufhält. Die Familie Howe tut damit wirklich niemandem weh, aber das war´s dann auch schon. Die instrumentalen Fähigkeiten des Sprößlings vermag ich nicht in Gänze zu beurteilen, aber von dem Yes-Gitarristen hätte ich wesentlich mehr erwartet, als belanglose Melodien mit langen Noten zu spielen.

Deswegen ist auch die Zeit zu schade, auf die Songs einzeln einzugehen, (obwohl es mit Nexus, dem Titeltrack, noch durchaus hoffnungsvoll losgeht) - zu ähnlich abwechslungslos stellen sie sich dar. Es beginnt fast jedesmal mit einer schlichten Pianomelodie oder aufgelösten Akkorden mit simpler Progression, bevor sich die Gitarristenlegende der entspannten Melodieführung annimmt. Nach ein paar Schleifen wird dann noch die eine oder andere Synthesizerspur draufgesetzt, damit die Mischung ein wenig fetter rüberkommt.

„Nexus“ kann wirklich nur Asia- und Yes-Komplettisten empfohlen werden. Wer sich da nicht ganz sicher ist, greift so lange einfach zu Ricky King.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Ricky King, Blonker
Veröffentlicht am: 18.11.2017
Letzte Änderung: 18.11.2017
Wertung: 4/15
klimper, nudel, dudel.....

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


Am elften September 2017 ist Virgil Howe verstorben. Er war gerade mal 41 geworden. Die Todesursache wurde nicht bekanntgegeben. Virgil Howe war als Keyboarder und Schlagzeuger an zahlreichen Projekten beteiligt und als Sessions-Musiker tätig. Zu den bekannteren dürfte seine Zusammenarbeit mit den Alternative Rockern Little Barrie sowie mit seinem Vater gezählt werden, dem legendären Yes-Gitarristen Steve Howe, den Virgil auf den Soloalben „The Grand Scheme of Things“ und „Spectrum“ begleitete.

Virgil Howe hatte die Angewohnheit, seinem Vater Steve kleine Melodiefragmente zuzuschicken, die ihm, Virgil, gerade eingefallen waren. So begann der Datentausch zwischen Vager und Sohn, der es schließlich möglich machte, ein volles Album mit den so entstandenen Stücken fertigzustellen. Dieses Album nannte man „Nexus“ und es konnte laut Steve Howe bereits im August 2017 an die Plattenfirma übergeben werden. Es sollte der Anfang einer langen Zusammenarbeit werden. Durch den unterwarteten Tod ist es jetzt für den Vater eine Huldigung an seinen Sohn geworden. Das ist alles sehr tragisch, sollte aber das Urteilsvermögen eines unerschrockenen Rezensenten nicht trüben.

Virgil spielt auf „Nexus“ das Schlagzeug, die Tasteninstrumente und die Bassgitarre. Steve spielt einige Gitarren aus seiner riesigen Sammlung, die, wie immer bei seinen Projekten, von Musikstück zu Musikstück wechseln und, wie meistens bei seinen Projekten, auch namentlich genannt werden. Wie zum Beispiel Gibson Les Paul Jnr. in „Night Hawk“.

Das Album beginnt unglücklicherweise ausgerechnet mit dem simplen Thema von „Nexus“, dem Titelstück, das wie eine unfertige Kindermelodie rüberkommen kann, und das nach meinem Eindruck zu oft wiederholt wird. Glücklicherweise wird das Stück durch die unverwechselbar singende Fender Steel-Gitarre von Steve Howe ein wenig aufgewertet.

An die ganz eigene Ästhetik der statisch vorgetragenen Minimal-Melodien von Virgil Howe muss man sich erst einmal gewöhnen, wenn man denn unbedingt möchte. Auch weil Virgil Howe nicht gerade als Tastenvirtuose in Erinnerung bleiben wird. So werden die meisten seiner Einfälle durch die Beiträge seines Vaters Steve einigermaßen vor dem Eindruck der verzichtbaren Hintergrundmusik gerettet. Na gut, es wird zumindest tapfer versucht.

Manche werden „Leaving Aurora“ als ein hübsches New Age-Instrumental für Piano, akustische Gitarren, summende Synthies und Minimal-Schlagzeugbegleitung einstufen, die anderen könnten sich das Stück vielleicht am besten als Soundtrack für einen Kindergeburtstag (bis 6 Jahre) vorstellen. So gesehen könnte das gemächliche „Nick’s Star“ einen Seniorengeburtstag passend begleiten.

Die weiteren, optimal entspannend dahinplätschernden Instrumentals, die sich dadurch bestens als die potentiellen „Geburtstag-Themen“ eignen würden, lassen sich auch in „Moon Rising“, „Astral Plane“, „Infinite Space“ und „Dawn Mission“ ausmachen. Im Letzteren lässt sich noch ein melodischer Spannungsbogen ausmachen, was man von den meisten Melodie-Skizzen des Albums nicht behaupten kann.

Falls jemand eine etwas ziellos wirkende Jam-Session hören will, mit den ebenso etwas ziellos wirkenden Solos von Steve auf seiner Variax Sitar Gitarre: „Passing Titan“ wäre hierfür optimal geeignet.

Aber es ist nicht alles schlecht, oder banal anmutend, was man auf „Nexus“ zu hören bekommt. „Hidden Planet“ kann als spaciges – und sogar positive Energie vermittelndes – und elektronisch eingefärbtes Instrumental mit einem passablen Solo von Steve durchgehen. Das ebenso gelungene „Night Hawk“ schlägt in eine ähnliche Kerbe: guter Instrumental-Prog, nur mit weniger Spaciges. Die Skizze namens „Free Fall“ würde ich als ein gutes Schlaflied-Thema einstufen wollen.

„Nexus“ ist vermutlich am besten für die New Age-Musik-Fans und Yes-/Steve Howe-Sammler geeignet. Aus dem Album könnte man immerhin eine gute Single machen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.2.2018
Letzte Änderung: 19.2.2018
Wertung: 6/15

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