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French TV

Operation: Mockingbird

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Sary bass, loops, samples
Katsumi Yoneda guitars
Mark L. Perry drums
Patrick Strawser keyboards

Gastmusiker

Ludo Fabre violin
Karl Ledus sax, flute
Nico Fabre keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Ghost Zone 2:29
2. Noble Obelisk 5:37
3. Urgent Fury 8:32
4. Tree Incident 7:40
5. Golden Pheasant of the Infinite Reach 10:41
6. Nimrod Dancer 8:33
7. Vigilant Sentinel 10:40
8. Silent Years 3:48
Gesamtlaufzeit58:00


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


„Operation: Mockingbird“ nennt sich das zwölfte Album von French TV. Die Scheibe bietet nach meiner Einschätzung genau das, was die vermutlich leider immer noch nicht besonders zahlreichen Fans von dem Projekt des Bassisten Mike Sary erwarten.

Möglicherweise könnten French TV mehr Avant-Prog-Freunde dauerhaft für sich gewinnen, wenn sie verstärkt auf die experimentelle Facette ihrer Musik setzen würden, wie es auf „Ambassadors of Good Health and Clean Living“ der Fall ist.

Stattdessen habe ich den Eindruck, dass die Ausgangsbasis für die Musik auf „Operation: Mockingbird“ die gemütlich-melodische Ausführung des Canterbury- bzw. des Fusion-Prog-Sounds ist. Was an sich natürlich nicht automatisch negativ zu bewerten ist.

Die Keyboarder Takao Kawasaki und Ryuji Yonikura sind nicht mehr dabei. Nach meiner Theorie waren sie maßgeblich für die schräge Ausrichtung des Vorgängerwerks „Ambassadors of Good Health and Clean Living“ zuständig. Der aktuelle Keyboarder Patrick Strawser zeichnet für „Ghost Zone“ und „Silent Years“ verantwortlich, die weniger den Avant-Prog-Sympathisanten, als Freunden von sphärisch-meditativen Keyboardstücken zusagen werden.

Bis auf wenige Ausnahmen erwartet den Hörer auf „Operation: Mockingbird“ also eine bunte Mischung aus Prog-Fusion, den Retroprog- und Canterbury-Anleihen, die hin und wieder von melodisch-verspielten Exkursionen in Bereiche aufgemischt werden, die man dem zappaesk angehauchten Avant-Prog zuordnen könnte. Wobei die ungewohnten Sampler-Effekte, die vielschichtigen Arrangements und die zahlreichen Wendungen ebenso zum Klangbild gehören, wie die kurzen Zwischenspiele, die einen leichten Kammermusik-, oder World Music-Anstrich aufweisen können. Ganz besonders die beiden zehnminütigen Instrumentals „Nimrod Dancer“ und „Vigilant Sentinel“ wissen durch den dichten und komplexen Aufbau zu überzeugen.

Für Abwechslung ist also reichlich gesorgt. Nur selten gab es die Jazz-Rock-Fusion-Musik in einem spannenderen Rahmen zu hören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.11.2017
Letzte Änderung: 21.11.2017
Wertung: 10/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Ich finde die Zusammenarbeit Mike Sarys mit japanischen Musikern ja äußerst spannend. Seit Jahren und Jahrzehnten gibt es eine großartige japanische Progszene, von Neoprogbands über ELP-Klone bis hin zu den allseits beliebten Irren, aber selten, seltenst arbeitet mal jemand aus den anderen Progländern mit diesen Talenten zusammen. Es ist halt teuer, wegen der geografischen Distanzen.

Umso schader, aber auch umso wichtiger, dass von den drei Japanern, die auf "Ambassadors of Good Health and Clean Living" noch mitmusizierten, nur Katsumi Yoneda übriggeblieben ist. Er ist abgesehen von seinem Job bei French TV Gitarrist von TEE, einer instrumentalen Jazzrock-/Retroprog-Band, die man unbedingt mal auschecken sollte.

Die Keyboarder Takao Kawasaki und Ryuji Yonikura wurden ersetzt durch den Amerikaner Patrick Strawser (man liest komischerweise auch "Patriek Strawyer") von der Band Volaré, die stilistisch ähnlich sortiert ist. Diese Jungs lassen den klassischen Canterbury-Sound wiederaufleben, allerdings modifiziert durch knackigere, rockigere Gitarren-Arbeit.

Klingt das Ganze jetzt wieder anglo-amerikanischer?

Na, zunächst ist man erst mal überrascht, denn das Album eröffnet mit recht symphonischen Tönen. Hoppla! Sind French TV jetzt unter die Symphoprogger gegangen? "Ghost Zone" klingt jedenfalls so. Und mit "Silent Years" schließt ein ganz ähnliches Stück das Album ab. Doch man muss keine Bedenken haben: Diese beiden Beiträge stammen von Keyboarder Patrick Strawser, ansonsten wartet das Album mit dem von French TV gewohnten instrumentalen Avant-Jazzrock auf. Er ist dieses Mal sogar ein wenig leichtfüßiger, würde ich meinen. Die sperrigen Avant-Passagen sind zurückgedrängt, verzieren eher die ansonsten recht zugänglichen Stücke. Ja, geradezu leichtfüßig komt das neue Album daher.

Allerdings ist es dadurch keinen Deut schlechter als seine Vorgänger. Im Gegenteil, man kann diese Scheibe durchaus French-TV-Einsteigern ans Herz legen, vielleicht sogar Einsteigern in diese Spielart des Progressive Rock überhaupt: Eine buntgemischte Prog-Fusion mit Ausflügen in den Retroprog und in den Avant-Bereich. Die Band macht es einem leicht, zuzuhören, und liefert doch hohe Qualität ab.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.11.2017
Letzte Änderung: 22.11.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von French TV

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 French TV 7.00 1
1987 After A Lengthy Silence 11.00 1
1994 Virtue In Futility 11.00 1
1995 Intestinal Fortitude 12.50 2
1997 Yoo-Hoo!!! 9.00 1
1999 The Violence Of Amateurs 11.00 1
2001 The Case Against Art 11.00 2
2004 Pardon Our French 12.00 2
2006 This is what we do 11.50 2
2010 I Forgive You for All My Unhappiness 10.50 2
2016 Ambassadors of Good Health and Clean Living 12.00 2

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