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Michael Brückner Project

Mole

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: Moderne Electronica
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner Elektronik, Sampling, Synthesizer, Keyboards, Stimme

Tracklist

Disc 1
1. Köancl 0:21
2. The Mole 7:17
3. Spylbar 3:40
4. Sex For Sale 9:35
5. What If Sadness 4:24
6. I Encountered 9:22
7. Windspyl 2:02
8. Sinistern 5:11
9. Drindijah 4:36
10. Fizz 1:29
11. Zargisto 9:12
12. Sacral Hard 5:46
13. The Rhythm Is Out   (Bonustrack) 6:33
14. Duzz Is Crunck   (Bonustrack) 3:31
Gesamtlaufzeit72:59


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Noch einmal Michael Brückner: Das Michael Brückner Project, kurz mbp genannt, scheit um 2003 herum eines der Vehikel des Elektronikers für seine Musik gewesen zu sein. Nachdem dieser Name zunächst offenbar dafür gewählt wurde, die Zusammenarbeit mit anderen Musikern auszudrücken, stand er wenig später hingegen für den Anspruch, eingängigere Musik zu produzieren, die Brückner in seinen gewohnt ausführlichen Erklärungen als "dance-oriented" und "contemporary" bezeichnet, die nach einem "cooleren" Namen als eitel Michael Brückner verlangt habe. "Mole" war eines dieser Alben und ist mittlerweile um zwei Bonustracks erweitert als CD erhältlich. Brückner selber charakterisiert das Klangergebnis als "a slightly bizarre mix of experimental pop with cuts'n'clicks aesthetics, dance beats and the odd soundscape in between".

Was heißt das hier? Nun, im Hintergrund gibt es immer noch die bekannten wabernden Brückner-Klangflächen, dazu passiert dann aber doch einiges, was die Musik in einem gewissen Sinne ordnet. Das sind üblicherweise rhythmische Elemente: Eher klassisch ausgerichtete Sequenzen, modernere Loops und immer wieder auch minimalistische, aber wirkungsvolle Drumcomputer-Rhythmen, die in ihrer Geradlinigkeit gelegentlich tatsächlich an Dance erinnern (siehe: "Spylbar", "What If Sadness", "Zargisto"), daneben aber auch noch weitere Electronica-Stile wie Dub-Techno ("Sex For Sale", "I Encountered" und der Bonustrack "Duzz Is Crunck") oder TripHop (ebenfalls in "Sex For Sale") zitieren. Auch gelegentliche Industrial-Einflüsse lassen sich ausmachen, beispielsweise in "Spylbar" oder "Sinistem". Diese Komponente geht allerdings weniger von der Rhythmik, sondern vielmehr von den eher schroffen Sounds drumherum aus.

Das allerdings führt zu einer weiteren interessanten Komponente des Sounddesigns auf "Mole": Immer wieder scheinen diverse elektronische Stimmen aus den beschriebenen rhythmischen Mitteln, dazu noch langgezogene Begleitungen und solistische Melodien miteinander im Wettstreit zu liegen. Gelegentlich gibt es aber auch Zusammenarbeit, Konvergenz und Transformationen, etwa wenn am Anfang von "Spylbar" Glocken-artige Sounds alsbald in eine darauf aufbauende Sequenz übergehen, oder die Röhrenglocken-Sounds am Anfang von "Windspyl" alsbald vom Synthesizer übernommen werden. Ganz aus dem Rahmen fallen noch ein paar vokale Einsätze mit (englischem) Sprechgesang in "The Mole", "Sex For Sale" und den beiden Bonustracks, die von Brückner selber stammen, aber ziemlich verfremdet werden und sich deshalb natürlich trotzdem in den Gesamtklang einfügen (kurioserweise erinnert der Einsatz in "Sex For Sale" übrigens etwas an Falco).

Seinen Reiz zieht "Mole" aber letztlich natürlich nicht aus dem Sound alleine, sondern wieder einmal aus der Abwechslung und Bewegung darin. So findet beispielsweise "Sex For Sale" im Mittelteil mit verschiedentlich eingesetzten Stimmen genau das richtige Maß an Abwechslung, um den Minimalismus drumherum nicht in die Monotonie abgleiten zu lassen. Auch "What If Sadness" liegt nicht falsch, wenn zwischenzeitlich mal der Dance-Rhythmus ins Straucheln gebracht wird und ab und an kreiselnde Bläser-Motive ertönen. "I Encountered" unterlegt seinen Rhythmus zu verschiedenen Zeiten immer wieder unterschiedlich intensiv und lässt auch den schwebenden Wohlklang, aus dem hier das Intro bestand, immer wieder mal erahnen. "Drindijah" schließlich ist eine kuriose Klangskizze, bei der eine flirrende Ambient-Fläche so durcheinander geschnitten wurde, dass doch eine Art Rhythmik entsteht. Zu guter Letzt liegt sogar mit dem auf einer poppigen Melodie aufbauenden "Fizz" noch eine simple Auflockerung des Ganzen vor.

Insofern ist auch "Mole" ein durchaus beachtliches Album aus dem Brückner-Repertoire, weil es einen klugen Umgang mit dem sonstigen Schaffen des Musikers - i.e. seinen Ambient-Werken - demonstriert, indem dieses Element in durchaus eingängige Rhythmen zeitgenössischer elektronischer Tanzmusik intrgriert wird - und umgekehrt. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass einige Passagen vielleicht weniger spannend sind als andere und auch hin und wieder mal abweisendere Sounds ertönen. Aber das scheint bei Brückner, der offenbar immer darauf bedacht war, CDs bis zum Anschlag mit Klang zu füllen, wohl zum Programm zu gehören, und mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Insofern ist es nicht verkehrt, dass der (mittlerweile - ob's damals auch schon so war?) in Mainz ansässige Musiker mit Veröffentlichungen wie "Mole" die verschiedenen Phasen seiner musikalischen Entwicklung in Erinnerung ruft.

Anspieltipp(s): I Encountered, Zargisto
Vergleichbar mit: Ulver um 2000 herum
Veröffentlicht am: 6.12.2017
Letzte Änderung: 6.12.2017
Wertung: 10/15
Größtenteils herrschen Kurzweil, Schwung und krasse Sounds

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