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Isildurs Bane

Off the Radar

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Ambient; Elektronische Musik; Jazz; Moderne Electronica; Moderne Klassik; RIO / Avant; sonstiges
Label: Ataraxia
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mats Johansson Keyboards, Piano, Organ, Synth (1, 2, 3, 4, 5, 6)
Katrine Amsler Keyboards, Electronics (1, 2, 4)
Klas Assarsson Bass Drum, Marimba, Vibraphone, Tam-tam, Crotales, Glockenspiel, Shaker (1, 2, 3, 4, 5, 6)
Axel Croné Bass, Bass Clarinet, Clarinet, Tenor Saxophone, Alto Saxophone, Synthesizer, Grand Piano, Electric Guitar (1, 2, 3, 4, 5, 6)
Samuel Hällkvist Electric Guitar (1, 2, 4)
Kjell Severinsson Drums, Cajón (1, 2, 3, 4, 5)
Luca Calabrese Trumpet (1, 2, 4, 6)
Christian Saggese Classical guitar (7)
Xerxes Andrén Drums (1, 4)
Liesbeth Lambrecht Violin (1)
Adam Sass Trumpet (2)
Lukas Wikström Electric Guitar (3, 5)
Leif Jonsson Congas, Timbales, Timbales, Repinique, Pandeiro, Flute (4)

Gastmusiker

Pieter Lenaerts Double Bass (1)
Pat Mastelotto Percussion, Effects (4, 5, 6)

Tracklist

Disc 1
1. Drive! Parts 1-3 7:52
2. Off the Radar 4:38
3. Under Your New Moon 5:21
4. Xenolith 10:05
5. Goodbye Berlin 4:31
6. Endless Air 5:51
7. Uvertyr/Open   (Bonus Track, live from IB Expo 16) 4:36
Gesamtlaufzeit42:54


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


"Isildur!"

Jeder von uns hat ihn noch im Ohr, den Ruf Hugo Weavings an den Schicksalsklüften.

"Isildur! Du Dödel! Schmeiß das Ding weg!"

Haben sie gemacht. Isildurs Bane sind zurück.

Hm? Waren die nicht vor ein paar Wochen schon zurück?

Joa. Erstmal war das im April.

Was? So lange ist das schon wieder her?

Yepsen. Und dann waren das Isildurs Bane & Steve Hogarth, also Isildurs Bane im Marillion-Modus. Nun sind Isildurs Bane auch allein zurück. Und es ist so schön! Marimba, Vibraphon, kein Steve Hogwarts, so muss das klingen. Lautete die Kritik an "Colours not found in Nature" doch allenthalben, der Sänger dominiere das Album zu stark, Isildurs Banes Musik sei zwar da, aber man müsse sich den Gesang konzentriert sozusagen weghorchen, um sie darunter entdecken zu können. Na, wer dagegen Hogarths Gesang mag, der kann davon natürlich nicht genug bekommen.

Weiters wurde kritisiert, "Sounds that can't be made", hups, tschuldigung, ich meinte natürlich "Colours not found in Nature" ähnele IBs "MIND Volume 4 - Pass" zu sehr, einem Album, dass Mögern von "The Voyage" und den MIND-Alben 1 bis 3 viel zu poppig war. Mir zum Beispiel. So sehr ich mich über die Herauskommung von "Colours not found in Nature" gefreut habe - begeistert hat mich das Album nicht.

Anders "Off the Radar"! Wie schon gesagt: Marimba, Vibraphon, gleich zu Beginn fühlt man sich zuhaus. Ja, das ist wieder ein richtiges Isildurs-Bane-Album. Obwohl - was heißt das schon? Die Band hat von Beginn an äußerst diverse Musik von äußerst diverser Qualität gemacht. Ich sag nur "Sagan Om Den Irländska Älgen". Oder "Sea Reflections". Weiter entfernt von den ersten MIND-Alben könnte eine Musik kaum sein. Also fassen wir's genauer: "Colours not found in Nature" war das Album für die "MIND Volume 4 - Pass"-Möger, "Off the Radar" ist das Album für die Möger der ersten MIND-Alben. Was nicht heißen soll, dass man nicht alles mögen kann.

"Off the Radar" bewegt sich irgendwo zwischen ernsthafter Elektroklassik, Avantgarde und Improvisation. Die Band kombiniert klassisches Instrumentarium (Flügel, Holz- und Blechbläser, Violine) mit elektrischen Gitarren, Schlagzeug, diversen Synths und "Electronics", die von Katrine Amsler beigesteuert werden. Das klingt füllig, wenn man's liest, ist aber stark reduziert, wenn man's hört. Die so verschiedenen Instrumente werden recht sparsam, teils nur punktuell eingesetzt, ganz bewusst an ganz bestimmten Stellen, um dort pointiert ganz bestimmte Wirkungen zu erzeugen. Vor allem rhythmisch ist das ziemlich minimalistisch. "Xenolith" zum Beispiel beruht weitgehend auf einem kurzen Ostinato (Riff), das nur zwei Töne umfasst. Die anderen Instrumente werden darüber und drumherumgelegt, vorsichtig, damit nicht das eine das andere übertönt. Bläserarrangements (ganz herrliche) werden mit E-Gitarre kombiniert, dann ertönen wieder nur elektronische Sounds, Flügel und Schlagzeug, dann wieder werden Vibraphon und Flügel kombiniert, dann rifft die Gitarre hart über einer kontrapunktischen Passage zwischen Bläsern und Keyboards. Das Ganze ist, wie üblich bei Isildurs Bane, äußerst raffiniert arrangiert.

Das andere Ende des hier gebotenen Spektrums markiert ein Stück wie "Endless Air", teils improvisiert, und mit beiden Füßen in der Avantgarde. Hier gibt es Passagen, die man vielleicht auf einem Album von Markus Stauss erwarten würde. Und das funktioniert großartig: man kann solcher Musik nicht entkommen, sie gräbt sich ein in die Gehörgänge, erzeugt eine ganz intensive Atmosphäre von Einsamkeit, Verlassenheit, Kälte, Desorientierung. Wir haben in letzter Zeit viel über so hochproduzierten Prog diskutiert, und ich habe immer geschrieben, dass ich es weitaus eindrucksvoller finde, wenn jemand solche Atmosphären komponiert als wenn er sie einfach mit ein paar Soundgimmicks herbeiproduziert. Wer wissen will, was ich damit meine, der sollte sich dieses Album mal zu Gemüte führen. Axel Croné erzeugt in "Under Your New Moon" allein mit einer Bassklarinette mehr Atmo als die ganzen New-Artrock-Atmorock-Bands mit ihren ganzen Studiotricks zusammen. Und ja, auch hier wird mit dem Sound gespielt, mit der Wirkung, die mittels Hall, mittels Loudness erzeugt werden kann. Aber eben punktuell, ganz bewusst an einzelnen Stellen, um dort eine ganz bestimmte Wirkung zu erzeugen. Geschmackvoll nennt man das. Gekonnt.

Überhaupt ist dieses Album interessant. Man kann nachlesen, dass Prog stärker über den Rhythmus als solcher wahrgenommen wird, weniger über Melodie und Harmonie. Stark vereinfacht: Je komplexer der Rhythmus, umso stärker wird Musik als Prog empfunden. Bei Isildurs Bane ist das gar nicht so. Die Rhythmen sind hier oft ganz schlicht, der Anspruch an den Hörer wird dafür mittels Melodie und Harmonie erzeugt. "Off The Radar" ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Nur "Uvertyr/Open" bildet eine Ausnahme. Das Stück ist ein Solostück für akustische Gitarre, live gespielt von Christian Saggese auf der IB Expo 2016. Es schließt das Album mit wunderbar eingängigen Klängen ab.

Ein wunderbares Album, ein großartiges Album, ein Album, wie es sich die Möger von "The Voyage" und den MIND-Alben 1 bis 3 sicherlich gewünscht haben. Herrlich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.12.2017
Letzte Änderung: 22.4.2018
Wertung: 13/15
Tja, und wieder haben wir ein Album von einer über 40 Jahre alten Band, das kein laues Alterwerk ist.

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Vor einiger Zeit habe ich den Wunsch geäußert, dass es irgendwo eine Instrumentalversion von "Colours Not Found In Nature" zu erwerben gäbe. Derselbe ist erhört worden. Oder, nicht wirklich. Denn das noch im selben Jahr veröffentlichte "Off the Radar" ist sicher mehr als nur eine Variante der aktuellen Musik der Schweden ohne Steve Hogarth. Will sagen, "Off the Radar" ist deutlich experimenteller und elektronischer ausgefallen als die Musik, die auf "Colours Not Found In Nature" Hogarth begleitet.

Eine recht eigene Mischung haben Isildurs Bane hier am Start, die einerseits klar als Fortsetzung der Musik der ersten "Mind"-Alben erkennbar ist, sich gleichzeitig aber weiterentwickelt hat. Kammerrock mit Marimba trifft auf Elektronisches, allerlei Geräuschschnipsel und Ambientartiges einerseits, und auf Angeschrägt-Avantgardistisches, Jazzi-Rockiges, bzw. freies Klangmalen und Tonbasteln andererseits. Homogen verwoben wird eine Art von modernem Elektroprog daraus, der kaum noch retroprogressive Elemente enthält (bis auf gelegentliches Moog-Heulen und einige mellotronartige Einlagen). Bisweilen, vor allem dann wenn sich die Trompete innerhalb des elektronisch-wabernden Klanggefüges in den Vordergrund arbeitet, erinnert die Musik an die Future-Jazzelektronik eines Nils Petter Molvær (am Ende von "Drive!" z.B.). Allerdings ist die Musik von Isildurs Bane deutlicher in kammermusikalischen Gefilden verwurzelt.

In rhythmischer Hinsicht arbeitet sich die Musik eher unkompliziert voran, treibend-wuchtig meist, bisweilen auch glockig-hallend (non Marimba und Vibraphon bestimmt), maschinell pulsierend, oder sie gleitet eher formlos-klangmalend voran. Die Schlagzeugarbeit bleibt dabei ein deutlicher Kritikpunkt. Das einfallslose Bums-Dada im einleitenden ersten Teil von "Drive!" ist doch ziemlich übel, zumindest dann, wenn es so wuchtig und druckvoll in den Mix gestellt wird. Überhaupt hat man es bei der Produktion des Schlagwerks etwas übertrieben. Da wäre nach meinem Dafürhalten eine etwas dezentere Herangehensweise angesagt gewesen. Zum Glück sind solche Momente mit primitivem Schlagzeugwummern im weiteren Verlauf des Albums kaum noch zu vermelden.

Fazit: Mit "Off the Radar" melden sich Isildurs Bane nun endgültig und überzeugend zurück. Progressiv ist das Ganze auch ausgefallen, und bis auf das Schlagzeug macht das Album ziemlich viel Spaß. Also, ich hätte durchaus etwas mehr davon vertragen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.4.2018
Letzte Änderung: 22.4.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Isildurs Bane

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Sagan Om Den Irländska Älgen 7.00 1
1985 Sea Reflections 8.00 1
1987 Eight Moments Of Eternity 8.00 1
1988 Sagan Om Ringen 8.00 1
1989 Cheval - Volonté De Rocher 8.67 3
1992 The Voyage - A Trip To Elsewhere 12.00 2
1994 Lost Eggs 9.00 1
1997 MIND Volume 1 14.00 4
2001 MIND Volume 2 - Live 13.25 4
2003 MIND Volume 4 - Pass 11.17 6
2003 MIND Volume 3 8.75 4
2005 MIND Volume 5 - The Observatory (DVD) 8.80 5
2005 Songs from the Observatory 6.67 3

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