SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
23.1.2018
Yowie - Cryptooology
22.1.2018
Perfect beings - Vier
Psion - EP
3rd World Electric - Kilimanjaro Secret Brew
417.3 - _(-_-)_
21.1.2018
Pell Mell - The Entire Collection
Isis - Oceanic
20.1.2018
Broekhuis, Keller & Schönwälder - Wolfsburg
Spyra - Staub
19.1.2018
Pell Mell - Moldau
Iris Divine - The Static And The Noise
Colossus Projects (Finnland) - The Spaghetti Epic 2: The Good, The Bad And The Ugly
Malady - Malady
18.1.2018
The Rome Pro(g)ject - III: Exegi Monumentum Aere Perennius
17.1.2018
Melanie Mau & Martin Schnella - Gray Matters - Live in Concert
Gustavo Jobim - Dezoito
Tree of Life - Awakening Call
Tori Amos - Unrepentant Geraldines
ARCHIV
STATISTIK
24294 Rezensionen zu 16605 Alben von 6472 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Mind Enemies

Revenge

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Giuseppe Caruso Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. The Black Warrior 4:22
2. Goya 5:58
3. Wild Existence 4:33
4. My World 7:43
5. Dream Time 4:41
6. The Dark Life 6:02
7. Angel Of Consciousness 5:21
8. The (Rock) Ride 3:58
9. Revenge 9:03
Gesamtlaufzeit51:41


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Es gibt sie noch, die Einzelkämpfer, und Giuseppe Caruso aus Apulien ist einer davon. Seit 2011 firmiert der Multiinstrumentalist und Musiklehrer unter dem Namen Mind Enemies und nimmt im Alleingang komplexen Metal auf, während er sich bei Liveauftritten von wechselnden Gastmusikern unterstützen lässt. Was die Veröffentlichungsgeschichte angeht, hat Caruso einen eher eigenwilligen Weg gewählt: 2013 gab es eine EP, vier Jahre darauf aber gleich zwei Albenveröffentlichungen auf einmal (und zwar digital - von CDBaby bis iTunes ist die Musik quasi überall erhältlich). Eine davon war ein Coveralbum (oder doch eine EP?) mit Stücken von Queen, Scorpions, Skid Row und anderen; mit "Revenge" liegt somit das erste "richtige" Album von Mind Enemies vor.

Auf Facebook und in sonstigen sozialen Netzwerken benennt Caruso unterschiedlichste Vorbilder und Einflüsse, darunter viele in den 90er Jahren große Bands wie beispielsweise Alice In Chains, Pearl Jam, Pantera, Bush und Queens Of The Stone Age - und natürlich auch Dream Theater und Rush. Ob das der Grund ist, warum man die erstgenannten hier kaum heraushören kann? Tatsächlich ist "Revenge" nämlich zu großen Teilen von kraftvollem, komplexem und ziemlich technischem Metal geprägt. Dominantes Mittel hierbei ist natürlich das Riffing, mit dem immer wieder durch eigenartige Betonungen und eingeworfene Krummtakte Bewegung erzeugt wird. Da zwischendrin zudem immer wieder melodische Phrasen hervorlugen, erinnert dieser Stil ein wenig an die Färinger von Týr, im Unterschied hierzu werden allerdings kaum mal Harmonien gespielt.

Ansonsten fügt sich das Drumming engagiert und zumeist kompetent der vorgegebenen Rhythmik, nur in Ausnahmefällen wie beispielsweise "Wild Existence" oder "The (Rock) Rite" schleift diese Komponente etwas unschön. Instrumental auffällig wäre noch, dass sich Gitarrensoli sich klanglich kaum über die Riffs hinaus erheben - ausgefallene Töne oder Tonlagen gibt es hier leider nicht, was aber zu verschmerzen wäre, da die Riffs eben schon anspruchsvoll genug sind. Zudem liegt im Mittelteil noch mit "My World", "Dream Time" und "The Dark Life" eine Trilogie von halbballadesken Songs, in denen die Gitarre auch mal unverzerrt zu hören ist. Somit wären wir dann auch schon beim Gesang von Signore Caruso angelangt, der zwar einerseits relativ wenig mit seinem berühmten Namensvetter zu tun hat, ansonsten aber eigentlich auch nicht negativ auffällt (lässt man mal einige typische Italo-Phrasierungen und die entsprechenden merkwürdigen Betonungen außen vor). Wobei das mit dem "auffällt" angesichts der Produktion aber auch eher schwierig ist, denn trotz hymnischer Melodien geht Carusos Stimme im Gesamtsound oft regelrecht unter.

Man ahnt hier bereits, dass mit dem Gesang eher wenige Ausrufezeichen gesetzt werden können. Stattdessen sind die begeisternden Aspekte von "Revenge" eben die Komplexität und der Abwechslungsreichtum in Riffing und Rhythmik. Und hier können Mind Enemies durchaus mit Einfallsreichtum und technischer Versiertheit punkten, zumal die entsprechenden Songs wie "Goya", "Angel Of Consciousness" oder der Titeltrack durchaus in Form sich gelegentlich wiederholender Passagen so etwas wie Wiedererkennungswert und eine gewisse Form von Eingängigkeit besitzen. Umgekehrt allerdings bedeutet das, dass diejenigen Abschnitte, in denen Caruso tatsächliche Eingängigkeit zu erzeugen versucht, eher in die Hose gehen. Das betrifft dann eben im Speziellen die drei genannten Halbballaden in der Mitte, in denen sich Harmoniefolgen und Begleitungen nervig bald wiederholen und das jeweilige Riffing mit entfernten Metallica-Anklängen höchst generisch wirkt. Immerhin gibt es hierauf folgend mit "The (Rock) Rite" mal einen Song, der die Metal-Komponente zugunsten eines eher lockeren, aber nicht weniger komplexen Rock-Grooves zurückfährt, was tatsächlich einen 90er-Einfluss zwischen Faith No More und Pantera offenlegt.

Alles in allem bleibt aber dennoch ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück. Wie geschrieben: Caruso kann durchaus beeindruckend riffen und spielen, außerordentliche Gesangsmelodien bekommt er dagegen eher nicht hin, und auch die klangliche Gestaltung ist gleichsam so anstrengend und abwechslungsarm wie eine riesiger Geröllhaufen. Man sollte sich überlegen, ob man da freiwillig heraufsteigt.

Anspieltipp(s): Goya, The (Rock) Rite, Revenge
Vergleichbar mit: Týr, Dream Theater, Watchtower, Spät-90er-Voivod
Veröffentlicht am: 15.12.2017
Letzte Änderung: 15.12.2017
Wertung: 7/15
Technisch gut, aber klanglich einseitig und kompositorisch mit Mängeln

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum