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Michael Brückner

Trees Of Olivandá

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: SynGate
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner -

Tracklist

Disc 1
1. Queen Of The Southern Cross 9:36
2. Into The Birdlands 4:07
3. The Fountain, The Child And The Sun 5:59
4. Outcast 10:04
5. Under The Trees Of Olivandá 21:44
6. Sunflower Girl 5:35
7. Escape To The Outer Moons 18:55
Gesamtlaufzeit76:00


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Von Michael Brückner entsteht wahrscheinlich ein verzerrter oder zumindest unvollständiger Eindruck, wenn man sich nur mit seinen Eigenveröffentlichungen befasst. Denn immer wieder erscheinen auch Werke des Mainzers bei einschlägigen Electronic-Labels, und die darauf zu hörende Musik stellt sich dann doch wesentlich zugänglicher da als die Ambient- und Noise-Experimente auf den eingangs genannten Eigenproduktionen. "Trees Of Olivandá" ist so ein Beispiel, stellt es doch bereits (neben diversen Projekten wie Brückner & Everling oder Betzler & Brückner) das fünfte Solowerk Brückners bei SynGate dar.

Einen Ort namens "Olivandá" gibt es allem Anschein nach nicht, aber das zwar per Rendergrafik entstandene, dennoch recht stimmige Artwork zeigt uns eine Art surreales Utopia. Das wäre auch keine unpassende Umschreibung für die Musik, die, wie in der Elektronik seit Jahrzehnten üblich, einen ganz guten Ausgleich zwischen futuristischen Sounds und naturalistischer Harmonik schafft. Vor allem aber bleiben jene harschen, atonalen Momente, die es sich bei Brückner sonst recht oft finden, weitestgehend außen vor.

Entsprechend dominiert vergleichsweise zeitlose Musik, die einerseits auf altbewährte Mittel wie Sequencer-Rhythmen, Flächensounds und solistische Synthesizer-Einsätze zurückgreift. Andererseits klingt "Trees Of Olivandá" aber keineswegs altmodisch, denn weder ist das zu hörende Instrumentarium entsprechend retro ausgefallen, noch belassen es die Kompositionen bei diesen sattsam bekannten - zumal "retro" ja meist auch als Simplifizierung oder Konzentration auf die prägnantesten und vordergründigsten Merkmale interpretiert wird - Komponenten. Und für diesen Punkt muss man nicht mal darauf verweisen, dass Brückner sich nicht scheut, in "Sunflower Girl" und "Escape To The outer Moons" vorübergehend mal richtige Dance-Rhythmen einzusetzen.

Stattdessen gibt es eben, wie schon eingangs angedeutet, eine gewisse Balance aus eher verträumten und eher bewegten Abschnitten, und die immanente Eleganz liegt natürlich darin, wie beides ineinander überführt wird. So eröffnet der Opener "Queen Of The Southern Cross" anfangs mit Bläser-artigen Melodien, ehe nach gut zwei Minuten eine Basssequenz übernimmt, die nachfolgend aber sukzessive in höhere Stimmen überführt wird. "Outcast" wiederum lässt zunächst mehrere neckische Sequenzen parallel laufen, verschärft anschließend den Klang und lässt diese Entwicklung gegen 4:50 in einem bizarren Solo kulminieren, während dem sich dann aber die Begleitung davonstiehlt.

Eher Brückner-typisch sind dagegen die Späße, die beispielsweise in "Into The Birdlands" getrieben werden. Es gibt eine swing-lastige Basssequenz, die die Rhythmik interessant variiert, aber die darüber eingeworfenen Motive halten sich nicht daran. Umgekehrt gibt es allerdings auch wenige einfallsärmere Momente, in denen die Musik stagniert, beispielsweise im Mittelteil von "Outcast" oder im Titeltrack. Anzumerken wäre ferner noch, dass ebenso ab und an eher simple Rhythmen bevorzugt werden, etwa in "The Fountain, The Child And The Sun" - der dort gegen 1:50 einsetzende Loop-Rhythmus hört sich auf die Früh-80er-Tangerine-Dream-Weise "kommerziell" an. Allerdings lassen sich auch solchen Ausflüge noch unter dem Gesichtspunkt der Spannung positiv deuten.

Vor allem aber bleibt unterm Strich festzuhalten, dass Michael Brückners Schaffen auch eine zugängliche Seite aufweist. Und die findet sich eben, wer hätte das gedacht, bei Label-Veröffentlichungen wie "Trees Of Olivandá" und somit an vergleichsweise prominenter Stelle. Der Clou ist dann folglich auch, dass es Brückner trotz dieses Hintergrundes schafft, das eine oder andere eigene (im Sinne von "auch auf anderen Alben vorhandene") Element zu integrieren. Somit wäre auch "Trees Of Olivandá" ein ganz manierlicher Zugang zum Brückner'schen Gesamtwerk.

Anspieltipp(s): Into The Birdlands, Sunflower Girl
Vergleichbar mit: Klaus Schulze von "Mirage" bis "Moonlake"
Veröffentlicht am: 30.12.2017
Letzte Änderung: 30.12.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2011 Endless Mind Portal 9.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2013 Naura 7.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 Hikari 11.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2016 trois briques 11.00 1
2017 All The Pieces Fit Forever 9.00 1
2017 Drones 10.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1

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