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24644 Rezensionen zu 16863 Alben von 6564 Bands.
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Spyra

Staub

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Butterfly Collectors
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Wolfram Spyra Synthesizer, Sequencer, Effects

Tracklist

Disc 1
1. Dusk 6:56
2. Staub 9:23
3. Glacier 7:52
4. Etude 6:14
5. Ecce Homo 12:21
6. Flur 7:25
Gesamtlaufzeit50:11


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


one man, one synth and glitches. back to basics.

Nachdem Wolfram Spyra 15 Alben in 20 Jahren veröffentlicht hatte, kam er offenbar irgendwann Anfang des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends zu der Erkenntnis (wie innen im Klappcover des hier rezensierten Albums zu lesen ist), dass er an seinem musikalischen Ansatz etwas verändern müsse, wenn er denn ein weiteres Album einspielen wolle. Eine löbliche Einstellung, wirft man doch gerade Elektronikern gerne stilistisch-kompositorisches auf der Stelle Treten vor. Eine gewisse kreative Krise hatte der Klangbastler aus Kassel demnach, was auch die Tatsache belegt, dass es dann gut drei Jahre dauerte, bis er sich an die Aufnahmen zu einem neuen Tonträger machte.

Die Klänge eines alten (vom Anfang der 80er stammenden) Juno 6, eines eher spartanisch ausgestatteten, polyphonen Analogsynthesizers der Firma Roland, der aber ob seines vollen und voluminösen Sounds immer noch sehr geschätzt wird, waren es offenbar, die dem Spyra den nötigen kreativen Schub gaben. Vornehmlich mit dessen Klangerzeugnissen und einem Sequenzer machte sich Wolfram Spyra dann im Spätherbst 2013 ans Werk. Das Ergebnis war ein impressionistisch-klangvolles Werk mit schlichter, retro-moderner, sehr farbiger E-Musik, das schließlich 2014 als "Staub" veröffentlicht wurde.

"Back to the basics", schreibt Spyra (siehe das Zitat am Anfang dieser Rezension), mit einem Synthesizer und allerlei Effekten. Sechs ausladende, aber nicht übermäßig ausgewalzte Klangbilder sind auf "Staub" zu finden, die mal ganz im Geiste der Berliner Schule pulsieren (man höre das Titelstück oder "Etude"), mal eher frei und klangmalend, entspannt-hypnotisch voran gleiten (als Beispiel sei das lange "Ecce Homo" genannt). Eher schlicht ist die Musik instrumentiert, gibt es keine sich überlagernden Klangmassen zu hören, dafür aber fein gewobene und voluminöse Tongeflechte, mal glockig hallend, mal mellotronartig gleitend, mal flächig mäandernd oder kosmisch wabernd, angereichert bisweilen mit allerlei elektronischem Zischen, Knistern und Plingen. Perkussive Muster tauchen eher selten auf (gegen Ende des Titeltracks z.B.), ganz im Gegensatz zu vielen früheren Produktionen Spyras.

Trotz der scheinbar altbekannten Ingredienzien und Referenzen schafft es Spyra ein durchaus eigenes Klanggemenge zu erzeugen, eine Art Hommage an die klassische Elektronik der 70er, versehen aber mit sehr viel eigenem Gepräge und eigenen Ideen, das sich seltsam nostalgisch, spacig-verträumt und warm-schwebend in den Gehörgängen festsetzt, ohne dabei ins Seichte abzugleiten. Kurzum: Schwere Empfehlung für Retro-Elektronikadepten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2018
Letzte Änderung: 20.1.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spyra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Homelistening is killing clubs 11.00 1
2004 Headphone Concert - Little Garden Of Sounds II (Documenta 11) 9.00 1
2005 Meditationen 11.00 1

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