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Christian Fiesel

Transform To Dust

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Moderne Electronica
Label: Studio 4632
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Transform To Dust 25:52
2. Following The Sphere 20:01
3. Melting Iron 7:41
4. Trittau 23 Hours No City Lights 4:36
5. Deep Breath 4:37
Gesamtlaufzeit62:47


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Nominell ist "Transform To Dust" das "älteste" der derzeit bei Studio 4632 verlegten Alben von Christian Fiesel: Auf der Labelhomepage wird der 7. Dezember 2017 als Veröffentlichungsdatum angegeben, womit "Transform To Dust" seine Begleiter "Analogy" und "On Water" um jeweils einen bis zweieinhalb Monate kassiert. Die enthaltenen Aufnahmen sind aber zumindest teilweise wiederum älter und datieren frühestens auf das Jahr 2013, wobei die knappen Ausführungen zur Entstehung nahelegen, Fiesel habe hier verschiedene Fragmente unterschiedlichen Alters aneinander gefügt.

Ohnehin markiert "Transform To Dust" unter den Studio-4632-Veröffentlichungen von Fiesel den Extremfall: Sind "Analogy" und "On Water" jeweils zu einem Gutteil "musikalisch" ausgefallen, so dominiert auf "Transform To Dust" hingegen eindeutig der Ambient-Anteil. Die meiste Zeit sind in den fünf Stücken dieses Albums eher Klänge als Töne zu hören, bei denen es sich wie üblich um Röhren, Heulen, Dröhnen, Sausen, Pulsieren, Zischen, Flirren, Zirpen, Grummeln, Prasseln und Knistern handelt, die hier natürlich wie so oft ebenfalls auf dynamische Effekte zwischen fülligem Raumklang und brüchigem Herüberwehen angelegt sind, was übrigens auch einige beeindruckende Stereo-Effekte impliziert. Größtenteils ist "Transform To Dust" also ziemlich abstrakt ausgefallen, allerdings lassen sich mitunter zumindest formal musikalische Entwicklungen ausmachen, beispielsweise wenn sich nach gut fünf Minuten im Titeltrack das Pulsieren des Hintergrunds zu beschleunigen scheint oder sich gut vier Minuten darauf ein hallendes Zischen im Mittel auf unterschiedliche "Tonhöhen" stützt.

Musikalische Einwürfe bleiben allerdings auch auf "Transform To Dust" nicht komplett aus. Immer wieder mal sind kurzzeitig Tonfolgen oder Motive in klaren Synthesizer-Sounds zu hören. Das geschieht beispielsweise im Titeltrack nach gut zwei Minuten mit einer Bläser-artigen Stimme, die eine entfernte Verwandte der markanten "Unheimliche Begegnung der Dritten Art"-Tonfolge zu spielen scheint. Später gibt es noch sowas wie verfremdete Spieldosen-Sounds und burleske Läufe, ebenso aber gegen Ende auch absonderliche Akkorde in Rückwärts-Sounds. "Following The Sphere II" ist hier zumindest vorübergehend mit Basssequenz, gehenden 4/4-Akkorden und Solostimme noch etwas direkter, was allerdings auch nicht lange andauert. Gegen Ende dieses Stücks gibt's nochmals einen eigenartigen zirpenden Rhythmus wie von Klaus Schulzes "Cyborg"-Album, der bizarrerweise willkürlich in Lautstärke und Tempo unversehens anzieht und abbremst.

Umgekehrt allerdings sind "Melting Iron" und "Trittau 23 hrs No City Lights" wieder reiner und immerhin ordentlich strukturierter Hardcore-Ambient, wobei zumindest letzteres mit nervösen Einsätzen von heulenden, blubbernden und grummelnden Klängen in Begleitung eines lange gehaltenen Akkords doch einiges an Bewegung erlebt - als hätte Fiesel hier ein nächtliches Gewitter vertont. Einen einigermaßen harmonischen Abschluss findet "Transform To Dust" dann schließlich in "Deep Breath", das nach eher unverbindlichem Anfang ab der Mitte aufgeräumter erscheint und lange, echoende Töne zu ineinander laufenden Akkorden verknüpft. Seine Qualitäten kann Fiesel also hier auch in einem tendenziell abstrakten Umfeld gelegentlich aufzeigen.

Trotzdem überzeugt mich "Transform To Dust" im Ganzen weitaus weniger als die anderen beiden jüngst hier besprochenen Alben. Das liegt nicht direkt am Ambient-Schwerpunkt dieses Albums, könnte aber damit zu tun haben. Und zwar liegt der Hauptmangel diesmal darin, dass der Titeltrack und "Following The Sphere" trotz teilsweise guter Einfälle eher wie Stückwerk wirken. Gerade ersterer fällt immer wieder durch willkürliche Übergänge (gelegentlich kommt es hier zum völligen Stillstand, ehe ein neuer Part beginnt) negativ auf und vermag es so kaum, Spannung über mehr als ein paar Minuten zu halten. "Following The Sphere II" wiederum nimmt sich abseits der beschriebenen Gags und des interessanten Einstiegs, der an Minimalismus à la Ligeti oder Penderecki erinnert, ziemlich dürftig aus und langweilt minutenlang fast. Immerhin ist der Rest auf seine Weise gelungener, aber mit zwei so sperrigen Brocken am Anfang ist "Transform To Dust" im Gegensatz zu "Analogy" und "On Water" geradezu abweisend.

Anspieltipp(s): Trittau 23 hrs No City Lights
Vergleichbar mit: die Verweise auf die genannten Komponisten dürfte man gerne ausbauen
Veröffentlicht am: 9.3.2018
Letzte Änderung: 9.3.2018
Wertung: 8/15
Klanglich interessant, aber teils mit Längen. Das Ende reißt es etwas raus.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Christian Fiesel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 A Passage Through Time 10.00 1
2012 Ode To AEM 11.00 1
2013 Smile With An Ambience 10.00 1
2013 Signal For Fire 10.00 1
2013 After the Flood 10.00 1
2015 Mechanic Falls 10.00 1
2015 The Forrest 11.00 1
2015 This Is The Dark House 10.00 1
2015 The Hunting Game 10.00 1
2017 Hagen's Delight 10.00 2
2018 Analogy 10.00 1
2018 On Water 11.00 1
2018 The Dark Orb 10.50 2

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