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The Samurai of Prog

Archiviarum

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Folk; Klassischer Prog; RetroProg
Label: Seacrest Oy
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Marco Bernard Rickenbacker and Dingwall basses
Kimmo Pörsti drums, percussions
Steve Unruh vocals, violin, flute, electric guitar

Gastmusiker

Stefano “Lupo” Galifi vocals
Stefano Vicarelli keyboards
Marek Arnold sax, keyboards
Fran Turner guitar
David Myers piano
Danny Lopresto guitar
Mark Trueack vocals
Kerry Shacklett keyboards, guitar
Srdjan Brankovic guitar
Lalo Huber keyboards
Carlos Lucena guitar
Michelle Young vocals
Octavio Stampalía keyboards
Brett Kull guitar
Eduardo García Salueña keyboards
Oliviero Lacagnina keyboards
Michele Mutti keyboards
Rubén Álvarez guitars

Tracklist

Disc 1
1. Keep the Ball Rolling 6:07
2. Ahead of Fortune 5:16
3. La Oscuridad 9:50
4. Cristalli 5:24
5. Elitropia 4:56
6. From This Window 10:37
7. Ice 9:41
8. Predawn 4:06
9. Heroes   (Bonus Track) 5:36
Gesamtlaufzeit61:33


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Herrje! Schon wieder ein neues Samurai-Album! War nicht erst vor kurzem das Album “On We Sail“ erschienen? Die Samurai of Prog machen langsam ja sogar Big Big Train Konkurrenz – und die veröffentlichen gefühlt alle zwei, drei Stunden ein neues Album! Also, die Samurai holen auf! Gut so.

Aber die Samurai of Prog sind ja auch keine reguläre Band. Das Kerntrio von Bassist Marco Bernard, Schlagzeuger Kimmo Pörsti und Sänger-Geiger-Flötist Steve Unruh muss die Musik nämlich nicht selbst komponieren: Die ersten beiden TSOP-Alben enthielten Coverversionen von mehr oder weniger bekannten Prog-Klassikern, und die nächsten beiden, „Imperial Hotel“ und „Lost and Found“, basierten auf (in vielen Fällen in den 70ern entstandenen und bisher unveröffentlichten) Kompositionen von Prog-Musikern aus der dritten und vierten Reihe (darunter echte Entdeckungen, reinhören lohnt sich!). „Archiviarum“ (das, Vorsicht, gern auch falsch als „Archivarium“ geführt wird) ist nun wieder kein reguläres Album – und das in einer Reihe nicht wirklich regulärer Alben. Es präsentiert eine Sammlung von Aufnahmen, die im Laufe der Jahre von den Samurai eingespielt wurden, aber aus verschiedenen Gründen auf den bisherigen TSOP-Alben keinen Platz fanden. Auch „Archiviarum“ enthält wieder Kompositionen von Musikern, mit denen die Kern-Samurai mal zusammengearbeitet haben, und dazu (mehr oder weniger überarbeitete) Tracks, die ursprünglich unter den Namen anderer Künstler im Rahmen der Colossus-Projekte veröffentlicht wurden (insbesondere in der Decameron-Trilogie), die aber maßgeblich auf die TSOP-Mitglieder zurückgehen.

Das Album eröffnet stark, mit "Keep the Ball Rolling" von Octavio Stampalia (von Jinetes Negros). Ein dynamisches, orgelgesteuertes Prog-Instrumental, das stilistische Einflüsse von ELP und Kansas aufgreift.

"Ahead of Fortune" ist eine editierte und remixte Version des Stücks von Eduardo García Salueñas [S.A.L.U.E.N.A.], das auf Decameron III erschienen war. Es schaltet einen Gang zurück, wartet aber mit einem schönen Violinsolo auf.

"La Oscuridad", in dem Unruh mit Michelle Young auf Spanisch duettiert, rockt dann etwas mehr, insbesondere mit seinem kraftvollen Riff, das gleich am Anfang vorgestellt wird, und das Stück bis zum Ende prägt. Es stammt aus dem Oceanic-Legion-Projekt, das die Samurai mit Lalo Huber und Carlos Lucena (von Nexus) laufen hatten. "La Oscuridad" ist bisher unveröffentlicht, anders als das andere Oceanic-Legion-Stück hier, "The sleeping Lover", das war bereits auf Decameron II zu hören. Auch das ist ein gutes Stück, und hat wieder ein bisschen mehr Wucht. Na, es geht ja auch um Sex. Ein Midtempo-Progger, der, wie auffällig viele Stücke auf diesem Album, dreiteilig aufgebaut ist. Leider ist auch hier nur der Mittelteil geeignet, die Spannungslevel höher zu schrauben.

Na, die stärksten sind die Oceanic-Legion-Stücke nicht. Allerdings sorgt auch "Cristalli" (komponiert von und eingespielt mit dem Keyboarder Michele Mutti von La Torre dell'Alchimista und gesungen von Museo Rosenbachs Stefano "Lupo" Galifi) nicht gerade für hohe Adrenalinlevels.

Das ändert sich mit dem deutlich spannenderen Instrumental "Elitropia". Hierbei handelt es sich um den neuen Mix einer Komposition von Latte e Miele, die diese zu Decameron III beigesteuert hatten. Keyboarder und Komponist Oliviero Lacagnina ist hier zu hören, und man hört "Elitropia" deutlich an, dass ein Keyboarder es komponiert hat. Vielleicht ist es ja das, was es zu einem der interessanteren Stücke hier macht. Es geht nämlich endlich mal nicht ganz so harmonisch zu.

"From This Window" war ursprünglich ein Demo von Kerry Shacklett – man erinnere sich: ein anderes Stück von ihm schaffte es immerhin zum Opener von „On We Sail“. "From This Window" geht von allen Stücken am stärksten in die episch-pathetische Symphoprogrichtung. Auch hier ist wieder der instrumentale Mittelteil am spannendsten, er wartet mit verwickelten Staccatopassagen und krummen Takten auf. Eine musicalhafte Passage leitet schließlich zum großen Finale über. Für den Symphoprogfan sicherlich das stärkste Stück des Albums.

Der achte Track, „Ice“, ist eine Camel-Nummer, die, wie ich weiß, von vielen Camel-Fans sehr geliebt wird. Ich kenne das Original nicht, weil ich kein Camel-Fan bin, ich weiß aber immerhin, dass die Samurai das Stück eigentlich für einen Gastauftritt von Keyboarder Guy Leblanc (der auf den ersten beiden TSOP-Alben gespielt hatte) vorgesehen hatte. Leider starb er, bevor das Projekt umgesetzt werden konnte. Nun darf hier Marek Arnold mit seinem wunderbaren Saxophonspiel glänzen.

Was fehlt noch? Ein Piano-Solo von David Myers. Der hatte bis dato zu jedem Samurai-Album eines beigesteuert. Hier heißt es "Predawn", und es wäre ein wunderbarer Abschluss für „Archiviarum“ – gäbe es da nicht den Bonus Track "Heroes" (von David Bowie). "Heroes" ist eins der Stücke, die sich offenbar fürs Covern so gar nicht eignen, weil den Coverern nichts besseres einzufallen scheint, als es eins zu eins nachzuspielen. Auch den Samurai of Prog fällt nichts Kreatives ein, und Mark Trueack singt das Stück mal wie Bowie, mal total gelangweilt, und nicht besonders gut – Spaß klingt anders.

Nichtsdestotrotz setzt „Archiviarum“ die Geschichte der Samurai Of Prog in guter Tradition fort. Die Scheibe ist nicht die beste der Samurai, dafür ist sie allzu uneinheitlich, aber eine solide Ergänzung ihres Katalogs. Man darf gespannt bleiben.

Anspieltipp(s): Die besten Stücke sind: "Keep the Ball Rolling", "Elitropia", "From This Window" und "Ice". Anderes ist nicht immer auf Augenhöhe.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.3.2018
Letzte Änderung: 15.3.2018
Wertung: 10/15
Vorsicht beim Gugeln, das Album wird gern auch falsch als „Archivarium“ geführt!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Samurai of Prog

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Undercover 9.00 1
2014 The Imperial Hotel 11.00 2
2016 Lost and Found 11.00 2
2017 On we Sail 12.00 2

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