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Adam Holzman

Truth Decay

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazz; Jazzrock / Fusion; sonstiges
Label: Big Fun Productions (self-released)
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Adam Holzman piano, keyboards, drum programming, percussion, moog bass, vocoder, programming

Gastmusiker

Steven Wilson guitar solo (4)
Mark Egan Mark Egan: bass (6), acoustic bass (11)
Nick Beggs vocals (7), Chapman Stick (7)
Stefano Olivato harmonica (8), bass (8)
Davide Ragazzoni drums (8)
Russell Holzman additional percussion (9)
Theo Travis soprano saxophone (track 1), flutes and delays (3), tenor saxophone (6)
Jane Getter wah guitar (1), guitar (3, 10), rhythm guitar (4), guitar solo (7)
Freddy Cash, Jr. bass (1, 3, 4, 7, 9, 10)
Abe Fogle drums (1, 4, 5, 7, 9, 10)
Laurence Cottle fretless bass (2)
Craig Blundell drums (2, 3, 6)
Randy McStine vocals (3)
Franz Hackl trumpet (4, 6), flugelhorn (6)
Ofer Assaf soprano saxophone (4, 9), tenor saxophone (5, 9, 10)

Tracklist

Disc 1
1. Ectoplasm 6:17
2. Bella Capri 5:53
3. A House Is Not A Motel 5:28
4. Phobia 4:13
5. Good Luck With Your Music 5:26
6. Are You High? 6:29
7. Truth Decay 5:42
8. I Told You So 4:13
9. Morphine Lollipop 5:56
10. You Knew 4:27
11. Picking Through The Wreckage 5:05
Gesamtlaufzeit59:09


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Adam Holzman hat für unvergessliche Momente gesorgt. Zuletzt als Tour- und Studiokeyboarder von Steven Wilson. Er besitzt die Gabe, mit Souveränität und Glaubwürdigkeit in eigentlich jeden musikalischen Kontext hineinzupassen.

Auf seinem ersten Soloalbum, seit er in Wilsons Band einstieg, zeigt sich Holzman im Jazzrock-Outfit, mit schmutzigen Fender Rhodes, knorrigem Clavinet, perlenden Pianoläufen auf dem Grand und gleichermaßen sirupdicken wie sahnigen Synth-Monosounds. Ist das Ganze überhaupt noch Prog? Ja, sahniger Jazzprog, Nik, Dein Veto mit eingerechnet. Truth Decay ist ein Grenzgänger, ein Wanderer zwischen beiden Welten mit dem Fokus auf einer filigranen und kultivierten Jazz-Dosis.

Holzman hat Wilsons Studioproduktionen seit „The Raven That Refused To Sing“ mit seinem vielseitigen Spiel aufgewertet und ihnen den Stempel aufgedrückt, hervorzuheben hier Home Invasion/Regret #9, eine seiner herausragenden Sololeistungen. Ein wenig davon lässt sich auch auf Truth Decay wiederfinden. Der Piano-Virtuose bringt sogar einen Teil von Wilson´s Live Line-Up mit: Gebläse-Spezialist Theo Travis und den blonden Rastaman Nick Beggs, der hier wieder mal singen darf (wer erinnert sich noch an den frühen Beggs, als er mit Kajagoogoo Big Apple sang und dabei auf seinem Chapman Stick herumschlug? Lang ist´s her. Und auch Wilson himself ist hier mit von der Partie und übernimmt einen Gitarrenpart.

Ohne die kreativen Fesseln des Universalgenies kann sich Holzman so richtig von der Leine lassen, ist ja sein Projekt. Und das als Hinweis für keyboardaffine Leser. Der Tastenmann, der seit jeher über „ein starkes Feeling für Farbe und Textur“ verfügt (All About Jazz), bedient ein fürstliches Arsenal an Klangerzeugern: Memotron (eine Art digitales Mellotron), Rhodes und Wurlitzer E-Pianos, Hammondorgel, Moog-, Korg- und Kurzweil-Synthesizer einschließlich externer Effekte wie Reverb, Delay und Ringmodulation. Dass die sieben Jahre mit Wilson´s Band ihre musikalischen Spuren auf den elf Songs von Truth Decay hinterlassen haben, ist unzweifelhaft. Einige neue Elemente sind natürlich vorhanden, z.B. der Fretless Bass von Laurence Cottle in Bella Capri. Der Song mit dem kennzeichnenden Klavier-Arpeggio hat etwas von der Musik, die Jeff Lorber etwas stärker rhythmisiert und sogar tanzbar (!) auf seinem 1980er Album „Wizard Island“ präsentierte, diese Art, Melodien mit zwei oder mehreren Instrumenten zu doppeln. In diesem Fall ist´s die Flöte von Theo Travis in Kombination mit dem Piano. Das soll nicht heißen, Holzman´s Neuling klinge unmodern oder irgendwie retro, im Gegenteil.
Zwei Vokalstücke sind im Portfolio: Die von Randy McStine intonierte Coverversion A House Is Not a Motel (im Original von der 60er-Jahre Westcoast Psychedelic Band Love) und das von Nick Beggs mitverfasste und gesungene Titelstück Truth Decay.

Phobia, sicherlich von Miles Davis inspiriert, hat hier die umfangreichste Besetzung mit Gastmusikern, Saxophon und Trompete bekommen ihren Einsatz. Holzman spielt das Rhodes über einen Ringmodulator, der für einen starken aber nicht unpassenden Verfremdungseffekt sorgt. Steven Wilson bereichert die Mischung mit einem sich dem Ambiente andienenden krachig/verzerrten Gitarrensolo.

Bis auf die Coverversion stammen alle Beiträge aus der Feder von Adam Holzman, der hiermit seine Effizienz als Songwriter und das breite Spektrum seiner musikalischen Interessen demonstriert.

Anspieltipp(s): Morphine Lollipop, Bella Capri
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.3.2018
Letzte Änderung: 15.3.2018
Wertung: 12/15

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