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Melted Space

Darkening Light

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Progmetal
Label: Sensory Records / The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Pierre Le Lape Klavier, Keyboards, Gesang ("Space")
Adrian Martinot Gitarre
Brice Guillon Bass
Mike Saccoman Schlagzeug

Gastmusiker

Gildas Le Pape Gitarre ("The Meaning Of This Place")
The City Of Prague Philharmonic Orchestra
Adam Klemes Dirigent
Catherine Trottmann Gesang ("Chaos")
Clementine Delaunay Gesang ("Harmony")
Sakis Tolis Gesang ("Time")
Guillaume Bideau Gesang ("Air")
Lucie Balatrier Gesang ("Water")
Black Messiah Gesang ("Fire")
Øyvind Hægeland Gesang ("Death")
Silje Wergeland Gesang ("Life")
Jeff Scott Soto Gesang ("Man")
Mikael Stanne Gesang ("Lie")
Ailyn Giménez Garcia Gesang ("Earth")

Tracklist

Disc 1
1. The Void Before 1:31
2. Newborns 5:05
3. The Meaning Of This Place 4:45
4. From The Beginning To The End 5:17
5. The Dawn Of Man (I'm Alive!) 5:09
6. Trust In Me 4:55
7. Regrets 4:37
8. Man And Future 4:03
9. Missing Creed 4:20
10. Fallen World 7:46
Gesamtlaufzeit47:28


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Pierre Le Pape und sein Projekt Melted Space soll dem Vernehmen nach schon von Anfang an ein Vehikel dafür gewesen sein, die Vorstellungen des Hauptverantwortlichen mit Hilfe unzähliger Gastmusiker umzusetzen. So verwundert es dann eigentlich nicht, dass auf "Darkening Light" mit Hilfe einer ganzen Schar mehr oder weniger prominenter Sänger aus dem Rock- und Metal-Bereich, die jeweils eine festgelegte Rolle verkörpern, eine philosophisch-psychologisch-religiös aufgezogene Konzeptstory um den Wettstreit der Elemente und Prinzipien im Rahmen der Menschwerdung erzählt wird. Das alte Metal-Oper-Paradigma wird hier also heraufbeschworen, und da auch die in solchen Sachen erfahrenen Prager Philharmoniker mit im Boot sitzen, wird auch deutlich, dass Le Pape dabei offenbar keine Zweifel am Ernst dieser Angelegenheit aufkommen lassen will. Irritieren tut da höchstens die biografische Tatsache, dass Melted Space früher mal eher Elektronik- und Ambient-Sachen gemacht haben sollen...

...und ein bisschen kann man davon heute offenbar immer noch erahnen, denn immer wieder sind im Hintergrund die typischen synthetischen Sounds in Gestalt schnalzender Loops zu hören. Über den Umweg entsprechend "moderner" Keyboardsounds allerdings fügt sich das dann wiederum in den Sound ein, und man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass bereits Luca Turilli ("Prophet Of The Last Eclipse") und Dol'Ammad/Dol Theeta mal von solch technoiden Mitteln geprägte Platten aufgenommen haben. Ansonsten fällt, wo wir schon bei Stil, Sound und Arrangement sind, interessanterweise auf, dass das Orchester gar nicht mal so groß in Erscheinung tritt. Im Opener "Newborns" ist es zwar omnipräsent, aber nicht überbordend, und allenfalls in "Fallen World" bekommt dieser Klangkörper seine volle Wucht zugebilligt. Andernorts allerdings ergibt sich ein interessanter Effekt, wenn beispielsweise in "From The Beginning To The End" rasendes Tempo damit unterlegt wird oder in "Missing Creed" die vertracktesten Riffs der ganzen Platte davon begleitet werden. Der erwartete Bombastoverkill bleibt jedenfalls von instrumentaler Seite weitestgehend aus.

Überhaupt lebt "Darkening Light" natürlich hauptsächlich vom Gesang, und wie schon dem Booklet zu entnehmen ist, trägt die versammelte Prominenz nicht nur verschiedene Rollen, sondern wird auch abwechselnd eingesetzt. Da geht eine Strophe mal an die eine, mal an die andere Stimme, und lediglich die Refrains werden mal gemeinschaftlich erarbeitet. Angesichts der relativ unterschiedlichen Stimmarten und -lagen ergibt sich dabei aber trotzdem ein ziemlich abwechslungsreiches Bild - von Caroline Trottmanns Altstimme über den eher nüchternen Sprechgesang von Le Pape selber bis hin zum Gekeife des unter dem Pseudonym "Black Messiah" firmierenden Herren ist es ein weiter weg, und interessanterweise ziehen einige der Stücke gerade aus diesen Gegensätzen ihre Spannung (auch, weil meist mehrere verschieden gesungene Strophen aufeinander folgen). Besonders "Regrets", mit Klavier-Dominanz und trottendem Tempo hier das, was einer beschaulichen Ballade am nächsten kommt, wird durch die Einsätze von Black Messiah aufgemischt wie der Karpfenteich durch den sprichwörtlichen Hecht.

Auch anderswo sorgen die extremeren Einsätze immer wieder für Druck, so beispielsweise in "Trust In Me", das erst mit schnellerem Metal eröffnet, für die Strophe(n) dann langsamer wird, aber später singt dann Mikael Stanne genau über diesem Speed-Part recht eindrucksvoll. Und auch wenn es auf "Darkening Light" noch so manche Euro-Power-Metal-Momente gibt ("The Dawn Of Man" ist anfangs geradezu ein Abziehbild von Masterplans "Kind Hearted Light", und "Missing Creed" erinnert an Nightwishs "The Siren"), entsteht so in den besten Momenten ein interessanter, selten gehörter Mix aus bekannten Metal-Oper-Konzeptalben und der extremeren Schule à la Winds oder Arcturus, und gerade Songs wie "Man And Future", "From The Beginning To The End" und der abschließende, verschiedene Parts verzahnende Quasi-Longtrack "Fallen World" sorgen mit der unterhaltsam überwundenen Diskrepanz zwischen Opern-, Prog- und Black Metal für Unterhaltung.

Das wäre dann wohl auch der entscheidende Stich, den "Darkening Light" als Ganzes machen kann: Eigentlich hält man dieses Genre für überzogen, auserzählt und faktisch überholt (es spricht Bände, dass Ayreons letztjähriges "The Source"-Album mit dutzendfach erprobtem Personal wieder auf eine abgedroschene SciFi-Story setzte), aber neue Elemente können diesem Topos dennoch bislang ungeahnte Aspekte abgewinnen. Ein ganz großer Wurf ist "Darkening Light" dabei angesichts einiger relativ normaler Songs und nur wenig instrumentaler Spielerei zwar nicht, als Ganzes aber mit seinen stilistischen Eskapaden und den netten, ziemlich frisch wirkenden Gesangseinsätzen dennoch viel mehr als annehmbar. Und übrigens wirkt es mit Blick auf bisherige Stilkollegen geradezu süffisant, dass ein Album dieses Stils lediglich in etwas mehr als einer Dreiviertelstunde auf den Punkt kommen kann - nimm das, "The Astonishing"!

Anspieltipp(s): Man And Future, From The Beginning To The End, Trust In Me
Vergleichbar mit: Elektronik und die Black-Metal-Einflüsse machen's gerade spannend
Veröffentlicht am: 13.4.2018
Letzte Änderung: 13.4.2018
Wertung: 10/15

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