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The Pink Mice

in Synthesizer Sound

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Europa
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Peter Hecht keyboards
Peter Hesslein guitar, vocals
Dieter Horns bass, vocals
Joachim Rietenbach drums

Tracklist

Disc 1
1. Brandenburgisches Konzert Nr. 3, 1. Satz   (J. S. Bach) 4:17
2. Capriccio Italien Op. 45   (P. I. Tschaikowsky) 2:24
3. Träumerei aus "Kinderszenen" Op. 15   (R. Schumann) 3:05
4. Marsch aus "Der Nußknacker"   (P. I. Tschaikowsky) 3:06
5. Badinerie aus Suite Nr. 2, H-Moll   (J. S. Bach) 4:35
6. Sonate Facile, KV 545, 1. Satz   (W. A. Mozart) 2:06
7. Ouvertüre "Dichter und Bauern"   (Fr. von Suppé) 4:00
8. Ein Mädchen oder Weibchen, Arie des Papageno aus "Die Zauberflöte"   (W. A. Mozart) 2:41
9. Die Wut über den verlorenen Groschen, Rondo a Capriccio, Op. 129   (L. van Beethoven) 4:48
10. Türkischer Marsch aus der Sonate A-Dur, KV 331   (W. A. Mozart) 4:04
Gesamtlaufzeit35:06


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Ah geil! Der klassische Prog wird doch erst so richtig klassisch, wenn's dabei ums Köchelverzeichnis geht, um Rob Schumann oder um die Suppe von Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppè-Demelli. Um die Wut über den verlorenen Groschen, ein Mädchen oder ein Weibchen. Soll ja schließlich geil sein.

Also, The Pink Mice, Ableger von und gleichzeitig auch Lucifer’s Friend, haben noch ein zweites Album gemacht, "(The Pink Mice) in Synthesizer Sound". Und da zeigen sie nochmal so rrrrrichtig, was sie draufhatten, beim Adaptieren von Kunstmusik, aber auch, was vielleicht dazu geführt hat, dass sie damit nicht den gleichen Erfolg hatten, wie ihre Zeitgenossen The Nice, Ekseption oder ELP.

A propos The Nice: Erinnert Ihr Euch an "Brandenburger"? Des Proggers liebstes Fast-Food? Den berühmten ersten Satz aus Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3 gibt's auch hier zu hören. Er ist bei The Pink Mice intakter geblieben als bei The Nice, trotzdem machten's die Deutschen auch nicht anders als die anderen genannten Bands: Sie schnappten sich die Ohrwurmmelodien aus der Kunstmusik, und bastelten eingängige Rocker daraus. Das funktioniert großartig bei Stücken wie dem Marsch aus Tschaikowskys "Nußknacker", und ist geradezu zum Schreien bei seinem Capriccio Italien, das The Pink Mice zu einem knalligen Uptempo-Shuffle umfunktionieren. Trashig-großartig ist das auch bei der Badinerie aus der zweiten H-Moll-Suite von Hans-Wastl Bach, die jahrhundertelang auf Knien vergeblich darum flehen musste, mit Honky-Tonk und Ragtime aufgemotzt zu werden. Bis die Pink Mice sie endlich von ihrem Leiden erlösten.

Das wird aber bisweilen aber leider auch recht seicht, bei Mozarts "Sonata Facile" etwa, und gar zu seicht bei der "Träumerei" aus Schumis "Kinderszenen", das daherkommt wie die Erkennungsmelodie einer japanischen Zeichentrickserie. Brrrrr...

Also in diesem Spektrum bewegt sich das Ganze, herrlich altmodisch, wunderbar cheesy, manchmal zum Schreien komisch, manchmal auch grandios gelungen und geradezu hellsichtig. Auch wenn Freunde Johann Sebastian Bachs das völlig anders sehen dürften - insbesondere dann, wenn Sie "Johann" auf dem -a- betonen. Für Fans von Kunstmusik-Adapt(at)ionen und frühen Progressive Rocks ("Kunstrock", irgendjemand?) ist das allerdings selbstverfreilich absolut unverzichtbar. Wie sagt der gediegene Klassikhörer? Geiler Scheiß!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: The Nice, Ekseption oder ELP.
Veröffentlicht am: 18.4.2018
Letzte Änderung: 18.4.2018
Wertung: 10/15
Geiler, gediegener Scheiß!

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