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TesseracT

Sonder

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (20. April)
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Mathrock; New Artrock; Progmetal
Label: Kscope
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Daniel Tompkins Gesang
Acle Kahney Gitarre
James Monteith Gitarre
Amos Williams Bass
Jay Postones Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Luminary 3:13
2. King 6:56
3. Orbital 2:19
4. Juno 5:12
5. Beneath My Skin 5:34
6. Mirror Image 5:47
7. Smile 4:47
8. The Arrow 2:37
Gesamtlaufzeit36:25


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Gemessen daran, mit welcher Wucht TesseracT zu Beginn des Jahrzehnts (nach Jahren der Vorbereitung, wohlgemerkt) debütiert hatten, mutet das dieser Tage erscheinende Viertalbum "Sonder" doch etwas überraschend an. Obwohl die Zutaten eigentlich die selben sind: Immer noch gibt es eine Mischung aus komplexem Riffing, atmosphärischen Passagen und viel Klargesang, und damals wie heute sind die Kompositionen recht kompakt und griffig gehalten - worin übrigens auch die Ursache dafür liegen dürfte, dass "Sonder" als Ganzes keine 40 Minuten dauert.

Geändert hat sich aber offenbar eben die Zusammensetzung und Gewichtung dieser Zutaten. Die krachig-komplexen Passagen treten in den Hintergrund bzw. an den Rand, stattdessen ist alles so ziemlich auf den Klargesang zugeschnitten - selbst vor Klavierbegleitung wie in "King" oder "Beneath My Skin" machen TesseracT nicht halt. Umgekehrt werden die Riffs wiederum öfters mal von Loop-Rhythmen begleitet, die sich dann jeweils dann fortsetzen, wenn die härteren Bestandteile für den Gesang Platz machen. Allerdings bestehen durchaus noch Verzahnungen zwischen diesen Komponenten, denn der Swing, den die Riffs vorgeben, findet sich oft genug in der Phrasierung des Gesangs wieder.

Man mag sich angesichts dieser Ausrichtung also beinahe fragen, ob die harten Djent-Kerls nicht letztlich doch verkappte Romantiker sind - immerhin erinnert die Musik oft genug weniger an die alte Meshuggah-Schule, sondern klingt angesichts vieler balladesk-melancholischer Stellen vielmehr wie eine Art Katatonia mit Offbeats (siehe vor allem "Luminary" und "Mirror Image"). In der anderen Richtung wiederum stellt sich überraschenderweise heraus, dass "Härte" bei TesseracT heutzutage offenbar auch nicht mehr ausschließlich äquivalent zu komplexem Math-Riffing ist. Das ist natürlich in "eskalierenden" Refrains wie bei "King" noch vorhanden, andererseits gibt es aber beispielsweise in "Juno" hektische Passagen mit einem zappeligen Slap-Bass, und ähnlich funky kehren die Gitarren am Ende von "Smile" zurück.

Meist bleibt sowas aber eben nur ein vorübergehender Radau, der meist schnell und folgenlos wieder verfliegt - man möchte fast meinen, derartiges würde TesseracT an ihren Songs aktuell geradezu stören. Entsprechend gelingt es der Band aber, griffige, eingängige und schlüssig aufgebaute Songs zu präsentieren, die trotz ihrer Kürze relativ komplex ausgefallen sind. wofür einerseits Variationen von Gesangsmelodien und Arrangements sorgen, andereseits eben die Dynamik zwischen relativ luftigen Passagen mit Gesang, Ruhepausen und den angesprochenen kurzen Anflügen von Intensität und Wucht. Insofern ist "Sonder" natürlich ein gelungenes Album, bestens gespielt und produziert wurde es ja ohnehin. Rekorde in Sachen Härte werden TesseracT damit allerdings nicht (mehr) brechen (wollen?).

Anspieltipp(s): King, Beneath My Skin
Vergleichbar mit: zwischen Katatonia und Leprous
Veröffentlicht am: 20.4.2018
Letzte Änderung: 20.4.2018
Wertung: 11/15
Locker, souverän und ohne große Angriffsflächen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von TesseracT

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 One 11.33 3
2012 Perspective (EP) 10.00 1
2013 Altered State 12.00 1
2015 Odyssey / Scala 11.00 1
2015 Polaris 14.00 1
2016 Polaris/Errai 11.00 1

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