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Häx Cel

Häxcellent

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Parodise Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Moebus bass, vocals
Achim-Peter Neubauer keyboards
Dieter Neumann flute, vocals
Tobias Neumann guitars
Michael Fromm drums

Tracklist

Disc 1
1. Difference 5:09
2. M.O.H. 3:57
3. A Distant Light 5:28
4. Intervention 3:02
5. Coronation 4:43
6. Nutrocker 5:32
7. Music 5:18
8. Largo 6:37
9. Beautiful Scarlet 6:43
10. Fuga 2:41
11. Compression 7:21
12. Wasted Times   (Live 1998) 4:25
Gesamtlaufzeit60:56


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Dieses Album ist gleich in mehrerlei Hinsicht ein Anachronismus: Zunächst einmal ist es ein Album mit Kunstmusik-Adaptationen, ungefähr 30 Jahre nach der großen Zeit dieses Genres. Tja, und dann ist "Häxcellent" das erste Studio-Album von Häx Cel, erschienen achtundzwanzig Jahre nach ihrem Debüt, dem Live Album "Zwai". Zwar war 1998 "A Second Time" erschienen, aber das war kein Full-Lengther, sondern enthielt sechs Demos, insgesamt nur 26 Minuten lang (darunter "M.O.H.", "Music", "Beautiful Scarlet" und "Fuga", die auch hier erklingen, allerdings in neuen Versionen). Das Album enthält zudem mit "Music" eine Komposition, die bereits auf dem Debüt erschienen war, und "Wasted Times" ist eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 1998.

Rockband spielt Kunstmusik. Wer jetzt an Ekseption, ELP, Trace oder The Pink Mice denkt, der denkt richtig. Wie schon auf ihrem ersten Album covern Häx Cel bekannte und beliebte Melodien von Bach (wenn ich richtig höre in "Compression", "Coronation", "Fuga", "Intervention"), Tschaikowski ("Nutrocker") und Vivaldi ("Largo").

Das Album eröffnet mit "Difference", der B-Seite der einzigen Häx-Cel-Single, zusammen mit der A-Seite "Albinoni" die einzige im Studio produzierte und in den Siebzigern von der Band veröffentlichte Aufnahme. Die 2001er-Version entspricht weitgehend der Originalversion. Und gleich wird klar: Das hier ist waschechter, herrlich anachronistischer Prog - "Difference" klingt ein wenig wie Jethro Tull anno '71, mit zusätzlichem Spinett.

Die Hauptattraktion des Albums (und der Band) sind allerdings die Rockversionen klassischer, vor allem aber barocker Musik. Nicht weniger als sechs der zwölf Tracks sind noch anachronistischer als die Originalkompositionen von Häx Cel. "Intervention" ist ein gutes Beispiel: Es beginnt mit einer von Schlagzeug und Bass gespielten Einleitung, über der Dieter Neumann improvisiert, dann wechselt die Band zu Bach. Bass, vor allem aber Keyboards und Flöte barocken, rocken tut vor allem das Schlagzeug, bis dann die gesamte Band in ein Rockriff wechselt, bevor man wieder zu Motiven Bachs zurückkehrt. Zwischen diesen Polen bewegt sich die Musik in der Folge hin und her.

So oder ähnlich funktionier die Umsetzung auch in den anderen Stücken. "Coronation" zeigt sich zum Beispiel als fantasievoller, vielseitiger Klassikrocker, der, mit Gesang angewürzt, Liebhabern des Genres große Freude bereiten dürfte.

Tschaikowskis Marsch aus der "Nußknacker"-Suite wird - natürlich, wie immer - in einen Nutrocker-Stampfer verwandelt, nicht anders als das ELP oder The Pink Mice gemacht haben. Klasse, immer wieder, macht Spaß, und das Ding ist nun einmal ein Schlager, auch schon im Original.

Die große Neuerung bei Häx Cel ist die E-Gitarre, die deutlich Power und Dynamik beisteuert - das Debütalbum klang ja ein wenig zu schlank, und ein bisschen harmlos. Vivaldis Largo ist ein perfektes Beispiel dafür ist, dass die Präsenz der Band ordentlich Power verleiht, auch wenn sie nicht andauernd Powerchords beisteuert. Flöte und Orgel bleiben aber im Vordergrund, die Gitarre hat meist dienende Funktion. Nur bei "Compression" steht sie sehr weit im Vordergrund, ein bisschen zu weit vielleicht, ist doch der Gegensatz zwischen den gitarrengetriebenen Passagen und denen, in denen nur Spinett und Flöte erklingen, ein bisschen arg groß.

Die Eigenkompositionen fügen sich gut in das Gerüst ein, dass die Adaptationen bilden. Mal geht es, wie gesagt, in Richtung Tull, mal ("A Distant Light", "Wasted Times") eher in Richtung Bluesrock/Deep. Halt so richtig wie auf den klassischen Progalben.

"Häxcellent" ist ein spannendes Album, das dem Zuhörer erlaubt, einige schmatzige Rock-Nummern zusammen mit verschiedenen klassischen Referenzen zu genießen. Ein Album wie aus der Urzeit des Progressive Rock. Mit "Häxcellent" haben sich Häx Cel nach achtundzwanzig Jahren ihr eigenes kleines Denkmal gesetzt. Schade, dass da nicht mehr kam.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Ekseption, ELP, Trace oder The Pink Mice
Veröffentlicht am: 24.4.2018
Letzte Änderung: 25.4.2018
Wertung: 11/15
Häxcellente Scheibe!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Häx Cel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Zwai 7.00 1

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