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Enob

La Fosse Aux Débiles

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Postrock; RIO / Avant; sonstiges
Label: Atypeek Music/La Ferme de la Justice/En veux-tu? En v'la/Dagelite/Cheap Satanism Records/Calamiti Tandori/Uproar for Veneration Records/GuRDuLu/Swarm Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

NICO guitare
ART guitare voix
YAKOO basse voix
Coco Cadavre batterie voix

Tracklist

Disc 1
1. Gibier Potence 5.14
2. De la Viande 5.17
3. Amour 4.16
4. La Fosse aux Débiles 1.25
5. Chante Bébé 3.39
6. Le Supplice de Damien 5.26
7. Damien & la Baleine 7.39
8. Hyper Hibou 3.10
9. Azül 6.22
Gesamtlaufzeit42:28


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Enob ist ein Quartett aus Paris (dieses in Frankreich, nicht in Texas), das seit 2009 diverse EP’s und zwei Vollzeit-Alben veröffentlicht hat. Derer zweites heißt „La Fosse Aux Debiles“ (zu Deutsch: „Die Grube der Idioten“) und dieser Titel deutet schon mal darauf hin, dass die Wahrnehmung der Wirklichkeit durch die vier Musiker nicht gerade von überschwänglichem Optimismus geprägt ist.

Und die Musik ist wohl auch nicht gerade als die leichte Kost zu bezeichnen. Vielmehr vermischen Enob in ihrer Musik die Elemente von Noise-, Post-, Space- und Avantgarde-Rock zu einem Ganzen, das oft ins Apokalyptische abzutauchen scheint.

Sobald in „De la Viande“ die trancig-treibenden Rhythmen, die Feedback-Orgien, die Gitarrenwände und die Schreie losbrechen, bleiben nur die Hardcore-Fans in der Reichweite der Lautsprecher. Da kommen einem gleich diverse auf Krawall gebürstete US-Avant-Noise Rock-Combos von Skingraft Records in den Sinn, wie zum Beispiel Aids Wolf, oder Arab on Radar.

Zwischen solchen Klangorgien hat man immer wieder vergleichsweise brav wirkende, aber immer noch nicht mit krachigen Gitarrenwänden geizende Noise Rock-Songs platziert.

In „Le Supplice de Damien“ erzeugen die doomigen Riffs, der donnernde Bass, das komplex-treibende Schlagzeug in Verbindung mit dem Schreigesang eine Atmosphäre des Horrors.

Als Kontrast zu den beschriebenen Klang-Exzessen gibt man sich in „Damien & la Baleine“ geradezu phlegmatisch. Zu den schleppenden Rhythmen und langsamen Akkordfolgen der Gitarren erklingt apathisch wirkender Sprechgesang, als würde man einer langsamen Umwandlung des nihilistischen Noise Rock in experimentellen Postrock lauschen.

„Hyper Hibou“ halte ich für ein erstklassiges Beispiel für gelungenen Avant-Rock, wobei die Elemente von Noise, Hardcore und Industrial-Rock zu einem überzeugenden Ganzen verschmelzen. Hier kontrastieren Glockenspiel-Klänge mit brachialen Akkorden.

Zum Abschluß gibt es mit „Azül“ wohl eine Art von Ballade. Wäre das ganze Album so geraten, würde man vermutlich von melancholischem Postrock berichten dürfen.

Wer musikalische, von Noise Rock ausgehende Avantgarde-Rock Abenteuer mag, der darf „La Fosse aux Debiles“ mal antesten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Avant-Noise-Rock auf US-Label Skingraft Records
Veröffentlicht am: 15.5.2018
Letzte Änderung: 16.5.2018
Wertung: 10/15

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