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Sairen

Neige Nuit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Postrock
Label: Fluttery Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Sairen

Tracklist

Disc 1
1. Vortex Lyre 7:14
2. Nordvarme 4:00
3. Salvation 7:00
4. Fall Of The Colossus 5:24
5. Shield Of Light 3:09
6. Shield Of Light 1:05
7. Tsuki no Namida 5:04
8. Neolithic 7:39
Gesamtlaufzeit40:35


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Sairen zum Zweiten: Gerade einmal ein halbes Jahr nach "Ultima Vox" gibt's mit "Neige Nuit" bereits ein neues Album, und in der Zwischenzeit hat der beteiligte Musiker dieses Namens natürlich nicht seine Identität offenbart oder auch bloß weitere Details zur Entstehung dieser Aufnahmen verraten. Somit steht also einmal mehr die Musik an erster Stelle. Interessanterweise spricht aber immerhin das Labelinfo davon, dass "Neige Nuit" in nuances did not need much time for its elaboration", sei es doch "[S]hort and intense" - diesbezügliche Bescheidenheit scheint für eine 40-Minuten-Platte geradezu eine Zier zu sein.

Immerhin lässt sich das "intense" nicht in Abrede stellen, auch wenn "Neige Nuit" mit "Vortex Lyre" mit Klargitarren-Arpeggiomotiven, die später noch auf Tasteninstrumenten begleitet werden, eher beschaulich anfängt und sich dann Postrock-typisch mit einsetzendem Schlagwerk und Crescendo steigert, hierbei aber tendenziell eher langsam und schwer bleibt und nicht in Hysterie verfällt. Hingegen ist das folgende "Nordvarme" ähnlich aufgebaut, streut aber über einen zirpenden und schnaufenden Loop-Rhythmus erst einen gesampleten Chor ein, später kommen auch noch Streicher hinzu - eine orchestral-bombastische Ausrichtung deutet sich also schon an.

Von hier aus und hiermit entwickelt Sairen seine Musik dann auch beständig weiter. "Salvation" fügt bereits mit einem griffigen Bassriff, das später von der E-Gitarre übernommen und ausformuliert wird, eine lebhafte, rockige Aggressivität ein, nicht ohne jedoch zwischendrin eine A-Gitarren-lastige Ruhepause einzulegen, und das direkt daran anschließende "Fall Of The Colossus" schafft erst mit einem scharf harmonisierten Gitarrenmotiv und zunehmend drängendem Drumming eine gewisse Aufbruchsstimmung und sorgt schließlich nach der wie üblich verzögerten Steigerung mit Bläsern für einen gelungenen bombastischen Höhepunkt mit deftigem Filmsoundtrack-Appeal.

Diesen Stil hat Sairen hiermit also entwickelt, voll ausgekostet wird er folglich in den letzten beiden Stücken (wohingegen es sich bei den beiden (!) "Shield Of Light" betitelten Nummern davor um minimalistische Klangskizzen handelt). Eigentlich - aber auch damit ist noch nicht Schluss: "Tsuki No Namida" überrascht nämlich durch ein ausladendes Hauptriff im 9/8-Takt und weicht auch strukturell etwas ab, wird hier doch mit voller Intensität begonnen, danach aber erst einmal beruhigt und schließlich das anfängliche Volumen im Laufe der Zeit schrittweise zurückerlangt - dies aber wiederum unter Einsatz der orchestralen Elemente. "Neolithic" wiederum tut sich anfangs mit vibrierenden Streichern, echoenden Gitarrenakkorden und sporadischer Percussion etwas schwer und zieht sich hin, erarbeitet sich aber schließlich nach etwas mehr als drei Minuten regelrecht den Absprung, indem auch hier schwerer Rock und das Film-Score-Orchester zusammenkommen.

Somit ist "Neige Nuit" also ein Album, das durchaus unterhalten kann, denn einerseits sind natürlich vor allem die benannten Stücke aus den hinteren zwei Dritteln der Spielzeit trotz manch abgegriffener Dramaturgien handwerklich und kompositorisch ziemlich gut gemacht, andererseits ist es im beschriebenen Gang einfach ziemlich putzig anzuhören, wie sich die Musik ihre Stilmerkmale nach und nach quasi aneignet und ausarbeitet. Das ist nicht nur für sich genommen schon interessant, sondern macht auch deutlich, dass sich die verantwortlichen Musiker - also Sairen selber - in einem fortwährenden Prozess der Weiterentwicklung befinden. Es dürfte also weiter vorwärts gehen.

Anspieltipp(s): Fall Of The Colossus, Tsuki No Namida
Vergleichbar mit: Postrock und einigen der neueren Hans-Zimmer-Scores ("Interstellar", "Dunkirk")
Veröffentlicht am: 21.5.2018
Letzte Änderung: 21.5.2018
Wertung: 10/15
Anfang: 7-8, Ende: 9-12

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sairen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 Ultima Lux 9.00 1

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