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Laura Meade

Remedium

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; sonstiges
Label: Doone Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Laura Meade Vocals,Piano,Chimes
John Galgano Bass,Keyboards,Drums,Drum Programming,Ukulele,Acoustic Guitar
Randy McStine electric Guitar
Brian Coralian Drums
Greg Meade Electric Guitar
Paul Bremner Electric Guitar
Greg Dimiceli Drums
Jason Hart String Arrangement,Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Sunflowers at Chernobyl 8.18
2. Conquer the World 3.48
3. What I see from here 2.53
4. Never Remember 3.57
5. The Old Chapel at Dusk 2.23
6. Dragons 11.09
7. Home Movies 2.35
8. Your Way 3.39
9. Every Step 3.00
10. Irradiation 3.18
Gesamtlaufzeit45:00


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Nach ihrer EP von 2007 zu urteilen, könnte man die durch ihre Mitgliedschaft bei IZZ bekannte Sängerin Laura Meade als noch eine Musikerin einstufen, die als Solokünstlerin fast unvermeidlich mit Kate Bush und Tori Amos verglichen werden muss.

Das erste, Im Mai 2018 veröffentlichte Vollzeit-Album von Meade zeigt aber ganz offensichtlich, dass die Musikerin mehr zu bieten hat, als etwa nur die Nachahmerin von den weiter oben genannten Kolleginnen zu sein.

Auf „Remedium“ stammen alle Kompositionen zwar von Laura Meade, aber bei der Umsetzung und den Arrangements hat sie fast durchgehend die Hilfe ihres IZZ-Bandkollegen John Galgano in Anspruch genommen. Bis auf das von Meade im Alleingang aufgenommene Piano-Solo-Instrumental „The Old Chapel at Dusk“ hat Galgano sich auf dem gesamten Album als Multiinstrumentalist betätigt, der bei Bedarf eine gesamte Rockband-Besetzung beisteuern kann. Außerdem sind als Gäste noch zwei IZZ-Kollegen Paul Bremner und Brian Coralian sowie der Renaissance-Keyboarder Jason Hart (Solo auch als I and thou aktiv) und Randy McStine (Lo-Fi Resistance) beteiligt.

Gleich zu Anfang fühle ich mich von dem achtminütigen „Sunflowers at Chernobyl“ als angejazztem US-Prog vollends überzeugt. Die einfallsreichen Arrangements von Galgano sorgen in dem Stück unter anderem für Marimba-Klänge, schneidende Gitarrensolos und den Chris Squire-Gedächtnis-Bass.

Natürlich könnte man „Conquer the World“ als leichtfüßigen Artpop mit jazzigen Zwischenspielen auch nur für Stimme und Piano arrangieren. Aber wenn einem so ein erstklassiger Arrangeur wie Galgano schon zur Seite steht, lässt man dem Stück lieber einen passenden Kammermusik-Anstrich verpassen. Ich kann mir die Lieder von Frau Meade auch im Stil von Tori Amos arrangiert vorstellen, aber die instrumentalen Beiträge von Galgano machen daraus in der Regel wenn schon nicht immer den erstklassigen „Prog“, dann zumindest einen vortrefflich arrangierten Artpop.

Ohne die kurzen Gitarrensolos von Paul Bremner wäre „Never Remember“ ein Stück weniger eigen. Wenn Meade mal Kate Bush musikalisch und stimmlich nahekommt, dann ist es in „Never Remember“. Auch die auf diesem Album selten eingesetzten Soprangesänge von Laura Meade lassen bei „Every Step“ möglicherweise die Vergleiche mit Kate Bush aufkommen.

Das elfminütige „Dragons“ vermittelt in dem eröffnenden und in dem abschließenden Teil das ausgeprägte Singer/Songwriter-Gefühl. Dazwischen gibt es schon mal die zart den Avant-Prog streifenden Arrangements. Darunter wäre der eindringliche Avant-Gitarrensound von Galgano, der an einen kurzen Zahnarztbesuch erinnern kann. Nur um anschließend mit einer Art Elektronik-Rock als Begleitung für den Gesang aufzuwarten. Die leicht schrägen Arrangements des Stückes lassen sich vermutlich als Illustration eines bizarren Traums erklären. Immerhin beginnt der Songtext mit „Don’t listen to the voices that speak at 3am“.

In den letzten vier Stücken des Albums wird eher auf die einfachen Arrangements Wert gelegt, während man sich bis „Home Movies“ über die zahlreichen Farbtupfer der instrumentalen Art erfreuen kann.

Das nur für die Stimme und die Ukulele arrangierte „Home Movies“ und das vorwiegend auf die akustischen Instrumente setzende „Your Way“ lassen sich glatt als folkig und Songwriter-orientiert einstufen.

„Remedium“ sollte die meisten Musikfreunde ansprechen, die facettenreiche und überwiegend zerbrechlich wirkende Musik zwischen Artpop, Folk und Progrock zu schätzen wissen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.5.2018
Letzte Änderung: 19.5.2018
Wertung: 11/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


In der Musik bin ich ein Getriebener. Ich suche immer wieder nach neuen Reizen. Die in der heutigen Zeit nicht so leicht zu finden sind, denn es war ja irgendwie alles schon mal da. Zumindest gefühlt. Dann stößt man durch Zufall auf ein Album der durch ihre Mitwirkung bei IZZ bekannten Sängerin Laura Meade, wo man durch das wenig aussagekräftige Cover schon vor dem Einlegen der CD gewisse Vorurteile hegt.

SUNFLOWERS AT CHERNOBYL startet. Hallo? Wassndassdenn? Hypnotische Marimbaklänge, eine Theatralik wie ich sie sonst nur von Sally Oldfield auf „Water Bearer“ kenne, ein Arrangement wie ich es nur von Lazuli kenne. Und dennoch 100% Laura Meade. Es ist diese Stimme, die von tiefen bis in höchste Sphären reicht und dabei zu keinem Moment gestelzt oder aufgesetzt klingt. Ehemann und IZZ Mitglied John Galgano hat ihr den perfekten Boden in seinen Arrangements gelegt, auf dem sie tänzeln kann. Von minimalistisch bis zu Bassdrones, alles wird in einem perfekten Kleid umgesetzt.

Dies ist für Menschen mit Hang zu schönen und perfekt gespielten, aber nicht langweilenden Schwingungen. Die somit auch mal komplexe Passagen erwarten, natürlich nicht verschreckend sondern mit fein-geistigem Hirn. Die interessante Instrumentierung garantiert dazu einen hohen Neugierigkeitsfaktor. Die Abwechslung aber ist seine grösste Stärke, denn zwischen Tracks wie NEVER REMEMBER mit seinem schweren und düster-schleppendem Rhythmus und einem nur mit einer Ukulele begleitenden HOME MOVIES bestehen Welten.

Avantgardistisch das nur mit Klavier gespielte karge THE OLD CHAPEL AT DUSK. Da reißt der Longtrack DRAGONS durch seine Dynamik regelrecht mit, setzt Bassdrones neben die Sopranstimme von Laura Meade und hat schwebende Keys zum niederknien. Ein Highlight der CD.

In CONQUER THE WORLD lugt Regina Spektor hervor, intelligent und mit großem Augenzwinkern. Hier zeigt sich die ganze Professionalität der Theatermusikerin, sie schüttelt das alles so locker aus dem Ärmel als ob diese Leichtigkeit das simpelste der Welt wäre. Diese Unbekümmertheit ist stets präsent, lässt den Kompositionen Raum zur Entfaltung und beweist, dass komplexe Momente und Song-dienliche Passagen wunderbar zusammen passen können. Wenn man das Talent zum Komponieren und Arrangieren besitzt.

Hier ist ein Album mit viel Finesse entstanden. Es besitzt genügend abweichende Momente von der „normalen“ Rock/Pop-Musik, hat aber ein unwiderstehlich positives Flair das den aufmerksamen Hörer vor den Lautsprechern kleben lässt. Für mich eine schöne Entdeckung und somit eine klare Kaufempfehlung für Leser mit Hang zu Musik (und Texten) mit Kunstanspruch.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Regina Spektor, Kate Bush, Sally Oldfield
Veröffentlicht am: 25.6.2018
Letzte Änderung: 25.6.2018
Wertung: 11/15
schön-feingeistig

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