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Kin Ping Meh

Kin Ping Meh

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971 (CD-Reissue 2004, Revisited Records)
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Kalle Weber Drums, Percussion
Torsten Herzog Bass, Vocals
Frieder Schmitt Organ, Piano, E-Piano, Mellotron 400, Vocals
Willie Wagner Guitars, Mouth Organ, Vocals
Werner Stephan Lead Vocals, Acoustic Guitar, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Fairy-Tales 10:48
2. Sometime 5:44
3. Don't you know 7:24
4. Too many people 4:58
5. Drugson's trip 5:53
6. My dove 3:34
7. Everything 5:11
8. My future 2:42
Gesamtlaufzeit46:14


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Pflaumenblütenzweig in goldener Vase! Hm? Ja, das soll angeblich Kin Ping Meh bedeuten. Offenbar fand die Band diesen Namen, der Titel eines chinesischen Sittenromans aus dem 16. Jahrhundert (siehe auch das Cover des hier rezensierten Albums), seltsam und interessant genug, um sich so zu nennen. Kin Ping Meh fanden 1970 in Mannheim um Joachim Schäfer und Werner Stephan zusammen. Die Gruppe gab im September des Jahres ihr erstes Konzert in Ludwigshafen. Im November gewann man dann in Hamburg einen Bandwettbewerb, der von Bild am Sonntag und der Plattenfirma Polydor veranstaltet worden war.

Der damit verbundene Preis war ein Plattenvertrag, so dass man im Herbst 1971 in den Hamburger Windrose Studios unter der Ägide von Achim Reichel und Frank Dostal, und mit Conny Plank am Mischpult, das Debütalbum einspielen konnte. Schäfer hatte da die Band schon wieder verlassen. "Kin Ping Meh" erschien noch im selben Jahr bei Polydor auf LP. Das 2004 bei Revisited Records (Universal Music) erschienene CD-Reissue kommt als nettes Klappdigipack und mit remastertem Klang, und wurde zudem noch mit einem informativen Beiheft versehen.

Einen erdig-orgellastigen Protoprog hat das Mannheimer Quintett hier im Angebot, der sich meist in damals angesagten, härter jammenden bzw. bluesig-songorientierten Rockgefilden aufhält. Im Fachblatt Sounds war damals zu lesen, dass es (Zitat) "hunderte von anderen deutschen, englischen und amerikanischen Gruppen [gäbe], die ähnliche Musik machen, mit dem gleichen Mangel an Originalität und Substanz". Jo, da ist schon was dran. Furchtbar originell ist die Musik von Kin Ping Meh wirklich nicht, oder war sie es im Jahre 1971 zumindest nicht. Fehlende Substanz kann ich aber nicht ausmachen. Eigentlich macht die Band ihre Sache sehr gut, und man brauchte sich sicher nicht vor den hunderten anderen deutschen, englischen und amerikanischen Gruppen verstecken, die damals in der Tat sehr ähnliche Musik gemacht haben.

Recht geradlinig, aber durchaus abwechslungsreich und dynamisch ist man am rocken, bestimmt von der bluesige-jaulenden Gitarre und dem kraftvollen Gesang Werner Stephans (in erstaunlich akzentfreiem Englisch). Bisweilen, im langen "Fairy-Tales" z.B., geht es aber auch progressiver zu, wird komplexer musiziert, schwillt die Orgel an, und werden ausladendere, verschachtelte Instrumentalabschnitte gesponnen. Mellotronklänge sind zudem auch ab und zu zu vernehmen (dann muss es ja Prog sein), vor allem in den baladesken Stücken "Sometime" und "My dove".

"Kin Ping Meh" ist durchaus ein kleiner Klassiker des angloamerikanisch geprägten Krautrocks. Der Proggehalt ist zwar eher bescheiden, und krautig-experimentell ist hier natürlich gar nichts, aber ganz gut anhören kann man diese Musik immer noch, auch wenn sie schon über 45 Jahre auf dem Buckel hat. Gut, vom Hocker geblasen wird man hiervon nicht, aber wer orgelnden Protoprog/Hard-Rock mag, z.B. das einzige Album der Stadtkollegen von Twenty Sixty Six & Then (siehe "Reflections On The Future"), der macht hier eigentlich nicht viel falsch. Gagey Mroczeck und Geff Harrison von Twenty Sixty Six & Then sollten sich später übrigens Kin Ping Meh anschließen. Da war deren Musik aber kaum noch in progressiven Gefilden angesiedelt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.6.2018
Letzte Änderung: 11.6.2018
Wertung: 8/15

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