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Luis Perez

El Ombligo de la Luna

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981 (CD-Reissue 2017, Mr Bongo)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: ISSSTE
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Luis Perez Percussion, Flutes, Pre-Columbian Instruments, Guitars, Bass, Keyboards, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Suite 'Al Culto Solar'

1. In altepetl tonal 3:21
2. Xochiyaoyoloh 5:35
3. Ketzalkoatl Yauh Miktlan 15:28

2. Ipan In Xiktli Metztli 21:26
Gesamtlaufzeit45:50


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Luis Perez aus Mexiko-Stadt ist Klangforscher, Musikhistoriker, Instrumentalist und Komponist gleichzeitig, und beschäftigt sich vornehmlich mit mesoamerikanischer Musik, insbesondere solcher, die gemacht wurde, bevor das Land von den Spaniern erobert wurde. Seit den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sammelt und erforscht er die Musikinstrumente mit denen solche Musik erzeugt wird bzw. wurde. 1981 legte Perez dann sein erstes, und lange Zeit einziges Album "El Ombligo de la Luna" vor, welches eine recht eigene Mischung aus Ethnosounds, Jazzrock, Prog und viel Elektronischem bietet.

Der Nabel des Mondes, wohl als Gegensatz zum Nabel der Welt, wird hier in Klang gesetzt. Zumindest ist dies die Übersetzung des spanischen Titels des Albums. Auf Artesisch (oder Nahua) bedeutet dies offenbar "Ipan In Xiktli Metztli", was wohl auch der eigentliche Titel des Albums ist (wobei auch die spanische auf dem Cover zu finde ist). Für das CD-Reissue von Mr Bongo hat man sich aber offenbar für die Spanische Version entschieden, ist diese doch auf dem Rücken der CD-Hülle zu finden. Zudem steht da noch "Mexico – Magico – Cosmico" auf dem Cover, welches ansonsten Quetzalcoatl, der gefiederte Schlangengott der Azteken ziert. Das schon erwähnte CD-Reissue kommt als mehrteiliges Digipack, inklusive einer Replik des ursprünglichen Einlegeblatts der LP, auf dem allerlei erklärender Text zu finden ist (allerdings fast ausschließlich in Spanisch).

Recht eigene (eigenartige) Musik ist auf "El Ombligo de la Luna" zu finden. Die ersten beiden Nummern der Suite "Al Culto Solar" bieten vornehmlich Weltmusikalisches, allerlei Flöten und Zwitschern, das offenbar Jungelklänge imitiert und mit Perkussivem, Klappern und Trommel versehen aus den Boxen purzelt. Das klingt in der Tat so, wie man (der Rezensent) sich aztekische Musik vorstellen würde.

Mit dem langen "Ketzalkoatl Yauh Miktlan" wird es dann elektronisch. Das Stück beginnt mit mysteriösem Soundschweben, begleitet von dezenter Perkussion, ehe sich hallende E-Gitarrentöne und spacig-kosmische Elektronikgewebe ins Klangbild mischen. Nach gut 5 Minuten setzten Bass, treibende Perkussion und E-Pianoartiges ein, und sorgen für jazzig-rockiges Flair. Danach treibt die Nummer entweder symphonisch hallend dahin, verziert mit sanft blubbernden Basslinien, perkussivem Klappern, textlosen Gesangslinien und allerlei Elektronikwabern, oder bietet einen kernigeren Ethno-Elektroprog, mit dem das Stück dann ausklingt.

Das Titelstück beinhaltet ein ähnliches Gemenge, wieder verstärkt versehen mit Ethnoklängen, wie sie in den ersten beiden Nummern vorherrschen. Freieres Klangmalen gibt es vor allem auf die Ohren, vermittels Elektronik und Ethnoperkussion, oder beidem, wobei es auch wieder einen jazzrockigen bzw. treibend-rockig-elektronischen Mittelteil gibt. Nach den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts klingt hier übrigens gar nichts. Eher könnte man meinen, diese Musik wurde Mitte der 70er aufgenommen.

Perez’ Landsmann Jorge Reyes hat bisweilen klangverwandte Musik erzeugt. Anders hier erinnert ein wenig an das eine oder andere Werk von Popol Vuh. Aber, natürlich ist Perez’ Musik ganz anders gestaltet, beinhaltet einerseits mehr Weltmusikalisches (oder traditionell Mexikanisches), andererseits mehr Elektronik, und bisweilen reinrassigen Jazzrock bzw. Prog. Alles in allem ist "El Ombligo de la Luna" eine sehr eigenständige Angelegenheit, eine überzeugende Vermengung von uraltem und moderne(re)m, die jedem Klangabenteurer empfohlen sei, der sich gerne im Grenzgebiet von Elektronik, Jazzrock und Ethnoartigem aufhält. Kultig! "Mexico – Magico – Cosmico".

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2018
Letzte Änderung: 7.7.2018
Wertung: 12/15

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