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Il Bacio della Medusa

Seme

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg; sonstiges
Label: AMS-Music Italia
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Simone Cecchini Vocals, acoustic guitar 6 & 12 strings,
Simone Brozzetti electric guitar
Federico Caprai bass
Diego Petrini drums, organ, piano, synthesizer, mellotron
Eva Morelli flute, piccolo, alto & soprano sax

Tracklist

Disc 1
1. Seme 8:40
2. La Sonda 5:54
3. 5 e 1/4… Fuori dalla Finestra il Tempo è Dispari 8:47
4. Sveglia!!! 7:52
5. Animatronica Platonica 6:51
6. Sudamerica (Not on vinyl & cassette) 8:50
7. Uthopia… Il Non Luogo 2:52
8. Il Sentiero di Luce 5:46
9. Animaemotica 3:27
Gesamtlaufzeit58:59


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Il bacio della medusa ist eine Band die sich viel Zeit lässt. Alle paar Jahre mal kommt ein Album heraus. Von den bislang vier erschienenen ist auf „den Seiten“ tatsächlich nur eins betrachtet worden, und das ist schon zehn Jahre her. Agieren die Italiener zu unspektakulär, als dass sich breite internationale Hörerschichten für ihre Werke interessieren würden? Die wenigen Informationen über die Gruppe sind vornehmlich in Landessprache erhältlich (allerdings nicht einmal mit einem Eintrag in der italienischen Wikipedia) und somit für den Rezensenten, wie auch die Texte, schwer zugänglich. Die Musik allein muss für sich sprechen. Und das tut sie. Weitgehend. Nahezu jeder Titel bietet eine kleine Überraschung!

Der erste unbefangene Eindruck täuscht, denn hier ist keine Progmetalband am Werk. Seme kommt rauh, gitarrenlastig und ungeschliffen daher (mit einem feinen Solo zwischen 5:50 und 7:15), der Gesang einschlägig Celentano-artig, das Altsaxophon unterstreicht die dunklen Akzente. Doch schon das zweite Stück, La Sonda, ist wie auch der Rest weichkantig, zeigt aber die enorme Wandlungsfähigkeit des Ensembles: Liebliche Flöten- und Synthesizertöne und geschmeidige Vocals bestimmen diesen folkigen Song. Im Allgemeinen sind die eher ruhigen Songs von Il Bacio della Medusa in der italienischen Tradition der Siebziger verhaftet, das Keyboard wird insgesamt sparsam eingesetzt, das Klangbild hauptsächlich durch Flöten und Saxophone charakterisiert. Und durch die zuweilen zu inbrünstige Darbietung von Sänger Simone Cecchini (5 e 1/4, Il Sentiero di Luce, Sudamerica), der auch Screams in bester David-Byron-Manier in seinem Repertoire hat (Animaemotica).

Die mit acht bis neun Minuten längeren Tracks werden durch ansprechende Soli (E-Gitarre, Saxophon, Flöte) aufgewertet, auch rhythmisch wird einiges geboten. 5 e 1/4… Fuori dalla Finestra il Tempo è Dispari ist ein halsbrecherischer 5/4 (bezieht sich der etwas umständliche Songtitel darauf?) mit einem entspannten Pianoteil. Sveglia!!!, ein Song, der mit Lagerfeuerromantik beginnt, überrascht durch einen unvermittelten Hillbilly-Ausbruch. Noch gelungener ist Uthopia… Il Non Luogo: Ein mit Oszillatoren üppig bestückter Synth-Groove dient als Gerüst für die Saxofonmelodie - wie z.B. bei Barbara Thompson´s Paraphernalia (The Coconut Hurling Game), hier aber in einem wundersamen und beeindruckenden 9/8 verpackt!

Bei zwei Songs (Animatronica Platonica, Animaemotica) werden Drumeditoren bemüht: Animatronica Platonica ist ambitioniert retroelektronisch. Retroelektronisch? Jawohl, das Arrangement wird durch extra-synthetisch klingende Percussionsounds bereichert, die die platonische Verbundenheit zu endachtziger Drum-Maschinen demonstrieren - Linn Drum 9000, Yamaha RX 17, Roland TR 707 und wie sie alle heißen. Die gibt´s zur Zeit recht günstig auf gut sortierten Trödelmärkten. Die zerklüfteten Schlagzeugpatterns werden komplettiert durch sequenzierte Synthesizerakkorde, wie das schon bei Stock, Aitken, Waterman zum guten Ton gehörte. Damals.

Zur Mitte der Laufzeit wird es etwas weniger stringent. Sudamerica gibt es angeblich nur auf CD, nicht auf Vinyl oder Cassette (sic!). Ein Verkaufstrick? Es ist jedenfalls der erste und einzige Song, der nicht überzeugen kann. Scherzbolde werden behaupten, dass sich Informierte die Vinylausgabe absichtlich zulegten. Nicht um der Retro-Leidenschaft mit dem perfekt proportionierten Tonträger zu begegnen, nein, sondern um diesem einen Stück zu entgehen. Der ansonsten eigentlich unzweifelhafte Sänger liefert sich in der etwas nervtötenden Ballade einen überflüssigen Wettstreit mit einem klagendenden Saxophon, und dieser Zustand wird mit fast neun Minuten wüst ausgedehnt - zu lang, zu viele beschwörende Wiederholungen des Wortes „Sudamerika“, zu wenig Variationen, zu wenig Ideen. Das zum Ende auftauchende E-Pianosolo kann´s dann auch nicht mehr rausreißen.

Ob auf Cassette oder nicht: Uthopia zieht wieder an, ebenso „Der Weg des Lichts“ (Il Sentiero di Luce), ein weiterer Celentano-hafter und kraftvoller Chanson mit flötenschöner Begleitung und geschmackvollem Gitarrensolo. Der gelungene Abschluss dieses hörenswerten retroaffinen Albums, selbst wenn man die CD bestellte, ist Animaemotica. Das Instrumental wird erneut von Eva Morellis kompetentem Querflötenspiel dominiert, verhaltene Wah-Wah-Rhythmusgitarre und ein paar E-Pianotupfer begleiten das Geschehen, auch hier wird wieder eine Drum-Maschine mit Patina eingesetzt.

Anspieltipp(s): 5 e 1/4… Fuori dalla Finestra il Tempo è Dispari, Uthopia… Il Non Luogo
Vergleichbar mit: Premiata Forneria Marconi
Veröffentlicht am: 18.6.2018
Letzte Änderung: 18.6.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Il Bacio della Medusa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Discesa agl'Inferi d'un Giovane Amante 11.50 2

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