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Three

Live Boston '88

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Recorded live at the Paradise Theater, Boston, Massachusetts on April 15, 1988)
Besonderheiten/Stil: live; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: Voiceprint
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Keith Emerson Synthesizer, Keyboards, Piano
Carl Palmer Electronic Drums, Drums
Robert Berry Bass, Vocals

Gastmusiker

Jennifer Steele Backing Vocals
Paul Keller Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Fanfare For The Common Man 9:52
2. Desde La Vita 9:21
3. Lover To Lover 4:50
4. Introductions 0:28
5. Hoedown 4:08
6. You Do Or You Don't 5:57
7. Talkin' Bout 7:24
Gesamtlaufzeit42:00
Disc 2
1. Creole Dance 4:59
2. On My Way Home 5:00
3. Runaway 5:18
4. Standing In The Shadow Of Love   (Written-By – Holland, Dozier, Holland) 6:11
5. America - Rondo - Drum Solo 16:00
6. Eight Miles High 10:44
Gesamtlaufzeit48:12


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Also von vorn. Robert Berry, ein hipper, gutaussehender Kalifornier mit eigenem Studio (Soundtek, in San Jose) und offensichtlich einigen Ambitionen. Sein Solowerk "Back to Back" war 1985 Album der Woche im Billboard-Magazin gewesen und John Kalodner, A&R-Guru von Geffen, meinte, einen neuen Star entdeckt zu haben. Kalodner war in den 80ern für die Gründung von Supergroups zuständig, also Bands, die aus bereits zuvor bekanntgewordenen Musikern bestehen. Darunter waren bereits Asia und GTR gewesen. Bei einem Konzert GTRs 1986 stellte er Berry dem ehemaligen ELP-Drummer Carl Palmer und seinem Manager Brian Lane vor, die damals auf der Suche nach Musikern für eine neue Supergroup waren. Gedacht war zunächst an ein Lineup mit dem ehemaligen Rainbow- und Deep Purple-Sänger Joe Lynn Turner und dem ehemaligen Foreigner-Keyboarder Al Greenwood; als das scheiterte, testeten Palmer und Berry Don Airey aus, aber auch das klappte nicht. Berry ging daraufhin kurzzeitig zu der bereits zerfallenden Lane-Band GTR (mit Steve Howe von Yes), wo er sich mit deren Sänger Max Bacon anlegte, während Lane versuchte, ELP wieder zusammenzubringen. Dies scheiterte jedoch daran, dass Emerson und Lake nur noch per Speichel und Mittelfinger miteinander kommunizierten, so dass Emerson und Palmer nichts anderes übrigblieb, als sich an den Sänger und Bassisten zu wenden, der eh die ganze Zeit überall rumstand, Berry. Anfangs war auch noch die Songwriterin Sue Shifrin beteiligt (die wiederum bis heute mit John Wetton befreundet ist - die Welt ist ein Dorf).

Die drei nahmen ein Album auf, unter dem Namen - öhrm - Three. Marktstrategisches Ziel: das bekannte Soundgewand ELPs nehmen, und es um möglichst simples, radiotaugliches Material wickeln. So sollten alte Fans, die vor allem auf den Sound horchten, und neue Radiohörer, die eingängige Melodien suchten, als Käufer zusammengebracht werden. Das Album enthielt starken AOR mit eingängigen Melodien und kleinen Einsprengseln von Progressive-Rock-Elementen typisch Emersonscher Machart. Three legten ein solides Album vor, das in meinen Augen einen der wenigen gelungenen Kompromisse zwischen dem klassischen Prog der 70er und dem wässrigen Mainstream der 80er darstellt. Besser gelang das eigentlich nur Asia mit ihrem Debüt.

Auf die Veröffentlichung des Albums folgte eine Tournee durch kleine Hallen in den USA und Kanada, die vom 6. April bis zum 21. Mai 1988 dauerte und 35 Konzerte umfasste. Dafür wurde der Gitarrist Paul Keller von Berrys alter Band Hush engagiert, während Robert Berry den Bass übernahm, als Background-Sängerinnen kamen Debby Parks und Jennifer Steele hinzu. Auf der Tour wurde eine Mischung aus ELP- und Three-Stücken gespielt, um die Anhänger von Emerson, Lake & Palmer auch für die neue Band zu gewinnen. Eine geplante Europatour kam aufgrund mangelnden Erfolgs des Albums hier bei uns nicht zustande.

2015 und 2016 sind zwei dieser Konzerte veröffentlicht worden, "Live - Rockin’ The Ritz" erschien auf RockBeat Records, "Live Boston '88" auf Voiceprint. Zu ihrer Zeit waren das Radio-Broadcasts, dennoch ist die klangliche Qualität (beider Aufnahmen) nicht gerade ideal. Da die beiden Alben jedoch anstandslos zur Diskografie der Band gezählt werden, will ich hier mal den Boston-Mitschnitt rezensieren.

Eine Mischung aus ELP- und Three-Stücken also. Sieben von Three, drei von ELP, das sieht auf den ersten Blick so aus, als wären die poprockigeren Sachen Threes dominant, allerdings sind die ELP-Stücke (erwartungsgemäß) länger, so dass sich das einigermaßen ausgleicht. Zumal man "Creole Dance" der ELP-Seite zuschlagen kann, "Desde la Vida" ein klassisches Progstück ist, und "On My Way Home" seinen Anfang als Solostück Emersons genommen hat. Offenbar versuchte man ganz ernsthaft, Progfans und Radiohörer zu einem homogenen Publikum zu vereinen.

Ob das klappte, bleibt dahingestellt. Je nachdem, welcher Band man zuneigt, wird man eher die einen, eher die anderen Songs als Fremdkörper auffassen - wenngleich die Tatsache, dass sie alle von den gleichen Leuten auf den gleichen Instrumenten gespielt werden, doch schon sehr zu einer zumindest klanglichen Vereinheitlichung beiträgt. Man kann das ganz gut hören.

"Standing In The Shadow Of Love". Das ist - uuuuh - von den Four Tops. Emerson hatte ja einen Hang zum Covern - dieses Cover ist eins der schlechtesten, die (nicht: das!) ich von ihm kenne. Das Stück funktioniert gar nicht.

Eine ziemlich gemischte Sache also, diese Setliste. Trotzdem ist alles (erwartungsgemäß) fantastisch gespielt, und man hat nicht das Gefühl, dass die Leute, die da auf der Bühne standen, keinen Spaß dabei hatten. Es ist durchaus vergnüglich, sich das anzuhören.

Keith Emerson hat das allerdings nicht so gesehen: Er hat die Band nach einer leidlich erfolgreichen Tour platzen lassen. Begründung: Es sei ihm doch allzu seicht geworden. In der Rückschau, z. B. auf Alben wie "Black Moon" oder "In the hot Seat" von ELP, ist das Argument allerdings lächerlich, ehrlich gesagt wäre mir ein weiteres Album in Stil von "To the Power Of 3" weit lieber gewesen als diese beiden dünnflüssigen Aufgüsse des ELP-Mythos.

Die Songs, die Berry in der Zwischenzeit für ein zweites Three-Album zu schreiben begonnen hatte, landeten später zum Teil auf Berrys Solo-Album "Pilgrimage to a point" von 1992. Carl Palmer reformierte derweil Asia, Keith Emerson wandte sich wieder seiner Solokarriere zu. Berry rief seine alte Robert Berry Band wieder ins Leben und arbeitete später als Produzent und Solokünstler.

Die Geschichte bekommt übrigens demnächst eine Fortsetzung: Im Oktober 2015 begannen Gespräche zwischen Robert Berry und dem Präsidenten von Frontiers, Serafino Perugino, über ein neues Three-Album. Berry kontaktierte Emerson, der bekundete Interesse, und die beiden begannen, musikalische Ideen auszutauschen. Durch Emersons Freitod 2016 kam das Projekt allerdings zum Erliegen. Doch Berry hatte genügend Material zusammen, und nach einigen Monaten beschloss er, die Arbeit an dem Material fortzusetzen und das Album fertigzustellen - als Hommage an Keith Emerson, um dessen Musik hörbar zu machen, und natürlich auch, um die Geschichte von 3 fort- und zuende zu führen. Das Ergebnis heißt "The Rules Have Changed" und wird am 10. August unter dem Namen "3.2" erscheinen. Daruf sind einige Songs zu hören, die 1988 geschrieben wurden, einige neu von Emerson und Berry komponierte Stücke, sowie Songs, die nach Emersons Tod von Berry allein ergänzt wurden, im Geiste Emersons, wie er sagt. Wir werden hören, was es damit auf sich hat - erste Stücke lassen vermuten, dass Berry nahtlos an den Stil von Three aus den Achtziger Jahren anschließt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ELP, ELPowell, GTR, Asia
Veröffentlicht am: 20.7.2018
Letzte Änderung: 20.7.2018
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Three

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 To the Power Of 3 7.00 1

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