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Peter Blinne

Star Tracks

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; HardRock; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Homerecords
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Peter Blinne Gitarre, Bass, Mandoline, Programmierung, Gesang (Engineer Carl Denoir)

Gastmusiker

Ulrich Antonius Beutgen Keyboards, Orgel, Bläser
Ingo Stuhldreier Klavier ("Uranus")
Winus Rillinger Synthesizer, Gesang (Data Processing System DPS)
Volker Sauer Flöte ("Mother Earth I", "Mother Earth II")
Gynna Zemla Erzähler (CapCom Sam Cotton)
Uwe Faoro Gesang (Captain Benjamin Stinner)
Melanie Hött Gesang (Comander Kyra Steele)
Volker Sauer Gesang (Pilot Konrad Dworak)
André Massoli Gesang (Scientist Gerd Oliver Hansson)
Tina Nölle Gesang (Doctor Elizabeth Wiehler)

Tracklist

Disc 1
1. Where Noe Man Has Gone Before 2:21
2. The Launch 5:20
3. Goodbye 0:17
4. Mother Earth I 4:57
5. Beware Of The Danger 0:29
6. The Sun 2:05
7. Mercury 8:20
8. Magnets 0:33
9. Venus 4:13
10. On Board 0:47
11. Mars 7:23
12. Asteroids 0:51
13. Jupiter 7:58
14. Between The Giants 1:09
Gesamtlaufzeit46:43
Disc 2
1. Saturn 8:26
2. Funeral For A Friend 2:16
3. Uranus 6:00
4. The Aura 0:39
5. Neptune 6:02
6. The Final Frontier 1:13
7. Pluto 6:13
8. Point Of Return 1:03
9. The Long Journey Home 14:31
10. Mother Earth II 11:36
Gesamtlaufzeit57:59
Disc 3
1. Making Of Star Tracks   (Blu-Ray)


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Im Jahr 2036 sieht es nicht gut aus für die Menschheit: Der Klimawandel macht weite Teile der Erde unbewohnbar, zumal auch noch der Meeresspiegel angestiegen und der Golfstrom zusammengebrochen ist. Was liegt also näher, als - frei nach Dürrenmatt - ins Weltall abzuhauen? Um diese Möglichkeiten auszuloten, raufen sich die Nationen der Erde noch einmal zusammen und schicken ein Raumschiff namens "Enterprise" auf die Reise, um in der Tat "strange new worlds" zu erkunden. In den Alpha-Quadranten geht es hier aber nicht, sondern lediglich zu den Planeten unseres Sonnensystems, und die Crew ist auch nicht vierhundert-, sondern lediglich sechsköpfig. Ein paar Einschränkungen musste Peter Blinne für die Handlung seines in langjähriger Arbeit fertiggestellten Opus' "Star Tracks" also machen. Aber sonst ist die Reise nicht weniger ereignisreich: Überraschende Systemausfälle und Mysterien treten auf, es gibt Lagerkoller und tragische Verluste, und nebenbei funkt es auch mal zwischen Besatzungsmitgliedern.

Auch sonst stehen die Zeichen diesmal - anders als beim auf diesen Seiten bereits vorgestellten "Deep Space Mine" - komplett auf Space-Opera. Gesungen wird mal wieder in auf die Gastsänger verteilten Rollen, die Handlung erstreckt sich auf zwei ansehnlich gefüllte CDs und wird außerdem im Booklet minutiös dokumentiert. Obendrauf gibt's im aufwändigen Digipack noch eine Making-Of-BluRay (deren genauer Inhalt mir mangels geeignetem Player jedoch vorerst entgeht). Verglichen mit den ironischen Späßen auf "Deep Space Mine" scheint wohl auch ein ernsterer Ton angeschlagen zu werden, immerhin wird hier ja die Welt gerettet. Dem fallen dann wohl auch über den Handlungsrahmen, diverse "Captain's Log"-Zwischenstücke mit "Stardate"-Ansage und die Fanfare im Intro "Where No Man Has Gone Before" hinaus gehende "Star Trek"-Referenzen zum Opfer - aber immerhin.

Rein konzeptionell machen es sich Blinne und Kollegen natürlich alleine schon dadurch einfach und übersichtlich, dass die Reise der "Enterprise" durch das Sonnensystem in Stationen der einzelnen Planeten gegliedert werden kann. Da gibt's dann jedes Mal einen mehr oder weniger langen Song, teils noch unterbrochen für Hörspiel-artige Dialoge zwischen den Protagonisten, Funkverkehr und sonstige die Handlung vorantreibende Soundeffekte. Was übrigens auch für die zahlreichen Zwischenspiele in Gestalt eigener Tracks gibt, in denen aber zumeist Captain Benjamin Stinner das Wort hat und seine Sicht der Dinge mitteilt. Wobei dieses Element jedoch wieder in einige Untiefen gerät, denn wirklich auszeichnen können sich die Figuren in den eher platten Dialogen nicht so sehr, und umgekehrt amüsiert es, dass auch im Jahre 2036 der Bordcomputer seine Ansagen immer noch mit einer Vocoder-artig schnarrenden Roboterstimme tätigt. Da war HAL 9000 schon ein gutes Stück weiter.

Musikalisch umspannen die Stücke auf "Star Tracks" einen recht überschaubaren Bereich. Üblicherweise ist lockerer Rock angesagt, der nur selten mal härter wird, Gitarren eher in den Hintergrund stellt und mit flächigen Keyboards relativ füllig arrangiert wird. Für eine gewisse Prog-Kredibilität abseits des ausladenden Science-Fiction-Konzepts sorgen ab und an vorhandene Spielereien mit dem Rhythmus (siehe z.B. "Mercury" oder "Jupiter"), jazzige Einwürfe ("Uranus", obwohl das Genre bereits im Text von "Jupiter" explizit benannt wird) und eine Menge Retro-Keyboards, die in einigen Soli auch eine leichte Rick-Wakeman-Schlagseite haben. Die verschiedenen Sänger machen dabei ihren Job zumeist ganz gut und sind trotz teils etwas platter Texte ("he looks as graceful as the moon, Mercury's coming soon") durchaus in der Lage, die Songs zu tragen. In dieser Hinsicht gefallen vor allem die beiden "Mother Earth"-Teile, das theatralisch chargierende "Jupiter" und das etwas moderner gehaltene "Pluto", und die gelegentlich vorhandenen Chor-Einsätze sorgen nochmals für die Extraportion Bombast.

Trotzdem hat "Star Tracks" neben der recht klischeehaft inszenierten Handlung auch ein paar musikalische Schwächen. Auf niederer Ebene sind das einige eher kratzig-hackige Riffs oder nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen in der Produktion wie beispielsweise das merkwürdig weit in den Hintergrund gemischte Gitarrensolo in "Venus". Wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass sich einige der Songs doch ziemlich unergiebig in die Länge ziehen und der anfangs gute Impuls von Songs wie "Jupiter" oder "Saturn" auf Dauer dann einfach versandet, wenn nichts Neues mehr hinzukommt. Das ist eine Eigenschaft, die natürlich dadurch, dass neben den beschwingten Rock-Tempi ab und an auf eher trottende bis schunkelnde Rhythmen gesetzt wird, eher nicht besser wird. Hier hätten mehr unterhaltsame Einfälle in der Art dieser lustigen Bläser in "Mercury" oder des orchestralen Bombasts am Anfang und in der Mitte von "Mars" sicherlich nennenswerte Abwechslung bedeutet.

Na ja, vielleicht gehört das allerdings auch zum Konzept: Der Weltraum ist bekanntlich unvorstellbar groß, und interplanetare Raumflüge wären demnach wohl eine von quälender Langeweile geprägte Angelegenheit. Peter Blinne indes hätte "Star Tracks" allerdings im Rahmen künstlerischer Freiheit gerne auch etwas straffen dürfen, denn für einen über 100 Minuten Spielzeit umfassenden Brocken von einem Album geschieht hier aufs Ganze betrachtet teilweise doch etwas wenig. Die Hingabe, die in dieses Projekt eingeflossen sein muss, ist aber dennoch beachtenswert.

Anspieltipp(s): Jupiter, Mars, Mother Earth I
Vergleichbar mit: Ayreon, Spock's Beard
Veröffentlicht am: 1.8.2018
Letzte Änderung: 4.8.2018
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Peter Blinne

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Deep Space Mine 6.00 1

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