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Kalman Filter

Exo-Oceans

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; RetroProg; Spacerock; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andy Tillison Diskdrive Keyboards,programming,electric guitars

Gastmusiker

Matt Stevens prepared electric guitar on Karus

Tracklist

Disc 1
1. Karus 14.34
2. Veltorn 18.07
3. Jornakh 42.17
Gesamtlaufzeit74:58


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Kalman Filter (auf der Webseite von The Tangent auch The Kalman Filter) nennt sich ein neues Projekt des The Tangent-Keyboarders Andy Tillison. Zur Zeit der Veröffentlichung von „Exo-Oceans“ gab es bereits die gemeinsamen improvisierten Auftritte mit dem Gitarristen Matt Stevens, der auf einem Stück des vorliegenden Albums die eher schwer auzumachenden Beiträge beisteuert. Kalman Filter soll ein langfristiges Projekt werden und möglicherweise zu einer richtigen Band mutieren.

Parallel zum Album gibt es ausführliche Texte von Andy Tillison, die seinen bizarren Sinn für Humor, seine Vorstellungkraft und seine Schwäche für Science Fiction belegen. Die längere der Geschichten kann man derzeit auf der Webseite thetangent.org nachlesen. Darin wird geschildert, wie Tillison in eine geheime militärische Einrichtung Unruly Pachiderm Facilities "eingeladen" wird, um dort unter „amtlicher“ Aufsicht die Arbeiten an der Musik von Kalman Filter fortzusetzen.

In den etwas weniger ausführlichen Texten im CD-Heft wird erklärt, dass es sich bei Kalman Filter eigentlich um ein Gerät handelt, das die Frequenzen der elektromagnetischen Wellen des Planeten, dem das musikalische Werk gewidmet ist in die für unsere Augen sichtbaren Bilder und für unsere Lauscher hörbaren Töne umwandelt. Die angeblich auf die Art entstandenen Bilder des Planeten kann man im CD-Heft bestaunen. Die drei (von vier vorhandenen) Ozeanen des Planeten werden auf Grundlage der von Kalman Filter gelieferten Daten in den drei instrumentalen Longtracks klanglich interpretiert.

Irgendjemand hatte für seinen Werbetext die seltsame Idee, „Exo-Oceans“ mit „Phaedra“ von Tangerine Dream und „Tubular Bells“ von Mike Oldfield zu vergleichen. Abgesehen davon, dass diese beiden Werke schon kaum unterschiedlicher sein könnten, erinnert auf „Exo-Oceans“ rein gar nichts an „Tubular Bells“. Ganz anders steht es um den Einfluss von Tangerine Dream. Die „Berliner Schule“ wird neben Brian Eno, Jon Hassell, Bo Hansson, Ash Ra und Stomu Yamashta nicht nur offiziell von Andy Tillison als die wichtige Richtlinie für Kalman Filter genannt, sondern ist in der Musik auch hörbar.

Die Musik der drei Instrumentals bietet in erster Linie ausgedehnte sphärische Jams zwischen jazzig, elektronisch, retro-progressiv und Ambient-artig. Sobald man glaubt, sich in der Musik gemütlich angerichtet zu haben, tauchen schon mal überraschende Wendungen auf, wie zum Beispiel die rhythmisch begleiteten, futuristisch wirkenden und elektronisch angehauchten Jazz-Rock-Passagen, die in „Karus“ unvermittelt die stimmungsvollen Mellotron-Landschaften ablösen.

„Veltorn“ wird zur Abwechslung mal von einem simplen lyrischen Motiv für die akustische Gitarre (oder deren Keyboard-Samples) eröffnet, um bald der wohl typischen Kalman Filter-Musik Platz zu machen. Diese vereinigt gerne die Ein-Mann-Jams zwischen Ambient, Space Rock und Prog mit den Elementen der „Berliner Schule“. Jemand scheint hier streckenweise ganz passabel Schlagzeug und die Bassgitarre zu spielen. Oder diese ganz passabel programmiert zu haben. Weil sonst niemand genannt wird, bleibt Herr Tillison bei dem Rätsel der Ein-Mann-Rhythmustruppe mein Hauptverdächtiger.

Bei den entsprechend ausgerichteten Teilen von „Jornakh“ beginne ich zu verstehen, wieso auch die moderne Klassik, allen voran Stravinsky, Ligeti und Stockhausen als Inspirationen für das Album genannt wurden. Ist schon sagenhaft, wie Tillison die Übergänge findet, um von der modernen Klassik über die Jazz-Rock-Fusion-Jams zu den wenigen Sekunden mit der tanzbaren Disco-Musik überzuleiten.

„Jonakh“ dauert übrigens nicht wirklich 42 Minuten. Nach ca. 20 Minuten ist erst einmal Schluss. Nach 20 Minuten der Stille sagt eine Stimme „Alexa, play Slow Rust by The Tangent“. Was wir als Stille wahrnehmen waren vermutlich nur die Frequenzen vom Planeten Exo, die unsere Hörorgane nicht erfassen können.

Der Untertitel von „Exo-Oceans“ lautet „Musical SciFi by Andy Tillison Diskdrive“. Da darf man also gespannt sein, was Herrn Diskdrive zu seinem stilistischen Spagat im Rahmen von Kalman Filter in Zukunft noch einfallen wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2018
Letzte Änderung: 8.8.2018
Wertung: 10/15

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