SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
13.8.2018
Visitor 2035 - Visitor 2035
12.8.2018
Thunkfish - Renegades
11.8.2018
Malady - Toinen toista
Douze Alfonso - Under
The Muffins - Secret Signals 1
Eugen Mihăescu - Guitaromania Part Two
10.8.2018
Influence X - Quantum Reality
Arena - Double Vision
Gargle - Wading in Shallow Waters
Time Collider - Travel Conspiracy
Michael Romeo - War of the Worlds, Part I
9.8.2018
Ring Van Möbius - Past The Evening Sun
8.8.2018
Gazpacho - Soyuz
Kalman Filter - Exo-Oceans
7.8.2018
David Bowie - Welcome to the Blackout (Live London '78)
5.8.2018
Bridge To Imla - one january evening
Subvert Blaze - The Complete Best Of Subvert Blaze
4.8.2018
Sankt Otten - Zwischen Demut und Disco
ARCHIV
STATISTIK
24832 Rezensionen zu 17008 Alben von 6632 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Eugen Mihăescu

Guitaromania Part Two

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Progmetal
Label: Soft Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Eugen Mihăescu Gitarre, Keyboards, Programmierung

Gastmusiker

Costi Sandu Gesang ("Nimic Întâmplător")
Claudiu Cîrțînă Erzähler ("Clepsidra Vieții", "Jumătăți Din Mine")
Flaviu Crișan Erzähler ("Minele Din Mine")

Tracklist

Disc 1
1. Ca Priciul Meu Din Criptă... 4:08
2. Când Jucăriile Vorbesc 4:18
3. Clepsidra Vieții 3:47
4. Incoming Message 4:10
5. Cernobâl Recviem 4:25
6. Minele Din Mine 4:34
7. Misterul Șamanilor 4:09
8. Jumătăți Din Mine 4:08
9. Suntem Singuri...? 3:46
10. Nimic Întâmplător 3:27
Gesamtlaufzeit40:52


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Gar nicht mal soviel Drumherum begleitet diese Veröffentlichung, was vermutlich daran liegt, dass Eugen Mihăescu seine Karriere bislang vorwiegend im heimatlichen Rumänien verbracht hat. In den ausgehenden 1980er Jahren spielte der Gitarrist bei der Heavy-Metal-Band Krypton (gelegentlich auch "Kripton" geschrieben), verließ diese jedoch nach dem dritten Album "Lanțurile" (1991) wieder und nahm stattdessen 1993 unter eigenem Namen ein erstes "Guitaromania"-Album auf. Welche Gründe den mittlereweile 55 Jahre alten Musiker umgetrieben haben, 25 Jahre danach einen zweiten Teil zu veröffentlichten, das bleibt allerdings im Dunkeln.

In jedem Fall handelt es sich bei "Guitaromania Part Two" im wesentlichen um eine One-Man-Show. Mihăescu spielt außer Gitarre noch Bass und Keyboards, das Schlagzeug wurde programmiert, und Gäste sind lediglich für verschiedene Erzählungen oder Gesang vermerkt - letzteres dann auch nur in der abschließenden Powerballade "Nimic Întâmplător". Der Produktion merkt man diese Umstände dabei allerdings kaum an. Die Keyboards fallen teilweise ziemlich opulent aus, auch soliert wird hiermit gelegentlich, und der Bass hält sich, zumal häufig mit aggressiver Slap-Technik gespielt, ebenfalls kaum zurück. Lediglich der Drumcomputer tönt gelegentlich (z.B. in "Cernobâl Recviem") etwas eindimensional. Auch hier ließe sich mal wieder die Frage stellen, warum etwa auf einen kompetenten Session-Musiker verzichtet wurde.

Das ist am Ende aber vermutlich eh weniger relevant, denn wie spätestens der Albentitel andeutet, ist "Guitaromania Part Two" in erster Linie ein Gitarrenalbum, und diesen Anspruch erfüllt Mihăescu auch nach Kräften. Natürlich gibt es damit auch einige klassisch oder barock inspirierte Nummern, in denen Mihăescu nach alter Malmsteen-/MacAlpine-/Paul-Gibert-Manier den Shredder raushängen lässt und den Eindruck erweckt, sein Honorar berechne sich nach der Anzahl gespielter Noten. Solche Stücke heißen hier beispielsweise "Ca Priciul Meu Din Criptă...", "Clepsidra Vieții" oder "Misterul Șamanilor". Aber die Grenzen sind fließend, und ab und an legt Mihăescu den Dampfhammer auch beiseite. In solchen Augenblicken gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder, es werden zu rockigeren Tempi melodisch-hymnische Melodien gespielt, oder aber die Begleitung wird nochmals luftiger, und Mihăescu verlegt sich auf Fusion-artige Soli samt einschlägiger Harmonien. Letzteres ist insbesondere gegen Ende of zu finden, beispielsweise in "Minele Din Mine" oder "Jumătăți Din Mine".

Mit dieser Mischung ist "Guitaromania Part Two" dann auch einigermaßen unterhaltsam. Dem entgegen kommen dabei kompositorische wie klangliche Mittel. Zu ersteren zählt, dass Mihăescu seine (wie erwähnt größtenteils instrumentalen) Nummern zumeist recht übersichtlich gestaltet und einzelne markante Motive oder Riffs in der Art eines Rondos immer wieder, aber nicht im Übermaß auftreten lässt. In den Passagen dazwischen wiederum entsteht durch unterschiedliche Intensität eine ganz brauchbare Form von Abwechslung und Dynamik, auch wenn umgekehrt den Stücken auf diese Weise eine eigentlich wünschenswerte Zuspitzung zum Ende hin abgeht - ein regelrechtes "Finale" hat kaum eines der Stücke, eher so eine geschlossene ABACABA-Form (oder vergleichbares). In klanglicher Hinsicht wiederum fällt - neben den unterschiedlichen Stilen an der Gitarre - auf, dass auch mit den Keyboards noch eine gewisse Abwechslung hereingebracht wird. So gibt es in "Când Jucăriile Vorbesc" einige geradezu technoide Rhythmen, in "Clepsidra Vieții" ein schnelles Klaviersolo und in "Minele Din Mine" sowie "Jumătăți Din Mine" wiederum Loop-Effekte.

Übrigens gäbe es am Rande noch einige auf einem solchen (!) Album doch recht amüsante Anklänge zu verzeichen. So eröffnet "Când Jucăriile Vorbesc" mit einem "Tubular Bells"-artigen Arpeggio auf dem Klavier, und am Ende wird auf einem Kinder-Xylofon kurz mal John Williams' "Imperial March" angespielt. "Jumătăți Din Mine" wiederum nimmt den lockeren Rhythmus von "Pull Me Under" zum Vorbild (nachdem zuvor bereits in "Clepsidra Vieții" das Keyboard ziemlich Dream-Theater-haft in das Arpeggio-Hauptriff eingestimmt hatte), der flotte Groove von "Incoming Message" erinnert mich persönlich an "66" von Chris Caffery, und schließlich erinnert "Suntem Singuri...?" mit seinem zugkräftigen Hauptriff an die besten und abgefahrensten Zeiten von Megadeth (gemeint ist natürlich das einmalige "Peace Sells... But Who's Buying?"-Album).

Trotzdem ist "Guitaromania Part Two" am Ende nicht ganz so leicht zu schlucken. Zwar sind die einzelnen Stücke wie erwähnt relativ nachvollziehbar aufgebaut, aber dennoch entsteht eben gelegentlich der Eindruck, Mihăescu würde nicht auf den Punkt kommen - das übliche Manko solcher Endlos-Soli-Platten. Auch unterscheiden sich die einzelnen Nummern stilistisch letztlich dann doch nicht so sehr voneinander, auf Dauer klingt hier vieles zu ähnlich und echte Auflockerung ist Mangelware. Zugute halten muss man dem Album dafür aber, dass es nicht ganz so dudelig ausgefallen ist wie andere Vertreter dieses Genres, die oftmals nichts als Etüden-Charakter für den/die darauf zu hörenden Instrumentalisten zu haben scheinen. Somit ist "Guitaromania Part Two" im Großen und Ganzen eine passable, aber nicht überwältigende Angelegenheit.

Anspieltipp(s): Când Jucăriile Vorbesc, Misterul Șamanilor, Incoming Message
Vergleichbar mit: gängigen 80er-Gitarristenplatten, aber im modernen Soundgewand
Veröffentlicht am: 11.8.2018
Letzte Änderung: 10.8.2018
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum