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Fabio Frizzi

Manhattan Baby

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982 (CD-Neuauflage 2011)
Besonderheiten/Stil: instrumental; mit Orchester; Elektronische Musik; Gothic; Klassischer Prog
Label: Beat Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Baby Sequenza 1 4:45
2. Baby Sequenza 2 2:42
3. Baby Sequenza 3 4:56
4. Baby Sequenza 4 3:56
5. Baby Sequenza 5 1:39
6. Baby Sequenza 6 1:47
7. Baby Sequenza 7 2:33
8. Baby Sequenza 8 1:56
9. Baby Sequenza 9 2:50
10. Baby Sequenza 10 2:38
11. Baby Sequenza 11 1:04
12. Baby Sequenza 5   (feat. Fabio To Manhattan Baby Fans) 1:45
Gesamtlaufzeit32:31


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


"Manhattan Baby" aus dem Jahr 1982 ist wahrscheinlich nicht Lucio Fulcis bekanntester Film, aber rein biografisch folgt er natürlich auf die prägende Phase um "Paura nella città dei morti viventi" herum. Ansonsten grenzt sich dieses Werk von seinen Vorgängern ab, denn schließlich kommt der Horrorfilm um ein von einer Art Fluch umgebenes ägyptisches Amulett, das auf Umwegen bei einer New Yorker Familie landet, ganz ohne Untote aus. Dass der Soundtrack dazu einmal mehr von Fabio Frizzi stammt (und dank einer CD-Neuauflage vergleichsweise einfach zu beziehen ist), macht "Manhattan Baby" ebenfalls interessant.

Anders als bei vielen anderen Frizzi-Wiederveröffentlichungen gibt es diesmal übrigens auch biografische Notizen (italienisch und englisch) von Frizzi selber. So erfahren wir hier, dass die Aufnahmen in den Trafalgar-Studios in Rom stattfanden und es Frizzi diesmal ausgesprochen leicht gefallen sei, klassische, elektronische und rockige Elemente zu vereinen. Zum Konzept des Soundtracks gehörte darüber hinaus noch, dass Frizzi mit mehreren Saxofon-Soli wie von Straßenmusikern o.ä. den mondänen Schauplatz New York hörbar machen wollte. Zudem gibt's am Ende des Albums noch ein von Frizzi an die Hörer gerichtetes Grußwort, in dem er insbesondere Fulcis Fähigkeit zum storytelling hervorhebt.

Die Musik selber ist auf der CD dann wie schon auf "Zombi 2" wieder mal in einzelne "Sequenza"-Titel gegliedert, was sich natürlich nicht so klangvoll liest wie auf den vorigen Soundtracks. Dafür vereinfacht es die Orientierung aber ein wenig, weil sich ansonsten folgende Eigenschaft herausstellt: Kompositorisch greift Frizzi nämlich eigentlich auf vergleichsweise wenige Mittel, i.e. Themen und Melodien zurück. Diese werden in "Sequenza 1" bis "Sequenza 3" vorgestellt und danach im Prinzip nur noch variiert. Was aber umgekehrt nicht heißt, dass diese Musik übermäßg simpel wäre, denn dafür sind die einzelnen Themen doch recht raffiniert aufgebaut, geschickt arrangiert und können daher auch bei wiederholtem Auftreten immer wieder ihre Qualitäten unter Beweis stellen.

Aber mal der Reihe nach: "Sequenza 1" stellt zuerst eine düstere Akkordfolge von Streichern und Klavier vor, als Echo darauf gibt es eine Synth-Melodie zu A-Gitarrenbegleitung (ganz ähnlich wie in "Paura Nella Città Dei Morti Viventi"), direkt gefolgt von einem "Zombi 2"-artigen Part mit einem Synth-Chor über so einem pochenden Rhythmus, und nachfolgend wechseln sich diese einzelnen Passagen wiederum ab. "Sequenza 2" ist da aus einem anderen Holz, kommen hier doch sehnsüchtige-verspielte Melodien vor einem leicht trottenden, aber nicht schleppenden Hintergrund zum Einsatz. Wirkt ein bisschen wie die Frizzi-Antwort auf Vangelis' "Chariots Of Fire" (oder Ennio Morricones "Chi Mai") und ist ziemlich relaxt, zugleich doch ebenfalls etwas mysteriös. "Sequenza 3" schließlich spielt ein prägnant-spitzbübisches, aber ausladendes Thema aus Achtelnoten auf dem Synthesizer über einem stampfenden Rhythmus.

Diese Themen werden anschließend eben immer wieder verarbeitet. Immer wieder werden dabei Details am Arrangement verändert. So setzt beispielsweise im Original von "Sequenza 2" im Laufe der Melodie ein Sequencer ein, der bei Variationen etwa in "Sequenza 4" oder "Sequenza 7" dafür fehlt und stattdessen durch pointiertere Synthie-Einsätze ersetzt wird, und in "Sequenza 10" wird die "2"-Melodie mit schnalzenden Synthesizern gespielt. Zudem demonstrieren die Wiederholungen auch die Qualitäten immer wieder, was so weit reicht, dass sich beispielsweise "Sequenza 7" neben lockere Focus-Sachen wie "Soft Vanilla" stellen ließe. Vom Schema abweichen tun natürlich noch die schon erwähnten, ziemlich kompetenten Saxofon-Einsätze in Nr. 7, 9 und 11, sowie die orientalische Skizze "Sequenza 5" mit ihrer Percussion-Lastigkeit.

Im Direktvergleich mit den Vorgängern stellt sich somit auch der Eindruck ein, dass "Manhattan Baby" sehr viel leichter wirkt. Klar, es gibt mysteriöse und düstere Momente, aber die volle Kanonade wie auf "The Beyond" ist es bei weitem nicht. Vielmehr wirkt es so, als hätte Frizzi hier mal Bilanz gezogen und sein Material auch angesichts des leichteren Stoffs (und des New-York-Szenarios) in eine komprimiertere, zugänglichere Form gepresst - wofür die eigenen Stilzitate im "Sequenza 1"-Thema sprechen würden. Andererseits liegt damit auch auf der Hand, dass es sich bei "Manhattan Baby" nicht direkt um eine Großtat handelt - eine nette Abrundung des Œuvre ist es aber allemal.

Anspieltipp(s): Natürlich die ersten drei Stücke...
Vergleichbar mit: Frizzi light
Veröffentlicht am: 15.8.2018
Letzte Änderung: 15.8.2018
Wertung: 9/15
Nett, aber bei weitem nicht so tiefschürfend wie die vorigen Soundtracks

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fabio Frizzi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Zombi 2 10.00 1
1981 L'Aldilà / The Beyond 13.00 1
1982 Paura Nella Città Dei Morti Viventi 11.00 1

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