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Behind Closed Doors (D/S/H)

Metanoia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Christoph Teuschel guitars,programming,visual concepts
Fred Jacobsson bass,synth
Peter Somos drums,percussion

Tracklist

Disc 1
1. any (time + where) 6.41
2. frozen gods 5.08
3. string theory 4.00
4. terra damnata 7.39
5. sine here 5.50
6. pulmo 1.34
7. psora 5.55
8. ra.s.i.h.d. 3.16
9. the interview 5.18
10. viva la devolution 7.29
11. timoka 6.37
Gesamtlaufzeit59:27


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Behind Closed Doors gehört offenbar zu den beliebten Bandnamen. Deshalb benennen sich immer weitere Truppen mit Hilfe dieser drei Buchstaben.

2010 gab es mal ein Artrock-Projekt Behind Closed Doors, außerdem gibt es weltweit mehrere Behind Closed Doors, wenn man sich mal kurz im Internet umschaut. Egal, dachten sich vermutlich die drei jeweils aus Deutschland, Schweden und Ungarn stammenden Musiker, wie nennen uns halt mal, ähm, wie wäre es mit…Behind Closed Doors? Gesagt, getan.

Das Wörtchen „Metanoia“ kommt aus dem Griechischen und soll für Buße, oder eine Änderung der Weltsicht stehen. Zudem scheint es auch ein beliebtes Wort für Bandnamen und Albentitel zu sein. Alleine auf unseren wunderschönen Seiten haben wir bereits zwei Alben, die so heißen. Und siehe da, das deutsch-schwedisch-ungarische Trio Behind Closed Doors nannte sein Album „Metanoia“.

Der Gitarrist Christoph Teuschel hält sich zurzeit in Süddeutschland auf und hat am Music College in Regensburg studiert. Der Bassist Fred Jacobsson stammt aus Schweden, hat an der Codarts Unversity for the Arts die Titel Bachelor im Hauptfach Bass und Master in Music Production erworben und lebt zurzeit ebenfalls in Süddeutschland. Der Schlagzeuger Peter Somos ist in Budapest aufgewachsen und hat ebenso an der bereits erwähnten Codarts Unversity Musikalisches studiert. Zurzeit lebt er in Warschau, um sich dort in Sachen Weltperkussion (zu Neudeutsch: world percussion) zu bilden.

Über die Namenswahl lässt es sich streiten, nicht zuletzt bei „Metanoia“ von Behind Closed Doors, die handwerklichen Qualitäten der beteiligten Musiker stehen jedoch außer Frage. Nur habe ich hin und wieder den Eindruck, dass man im kompositorischen Bereich noch etwas mehr Originalität an den Tag legen könnte.

Es werden zwar massenweise knallharte, öfter von Djent beeinflusste Progmetal-Riffs wie aus dem Ärmel geschüttelt, der Gitarrist zeigt sich dabei als fähiger Solist, der neben Riffs und Solos auch mal melodische Linien beisteuert, das alles begleitet von einer technisch tadellosen Rhythmustruppe, aber das hat man schon so ähnlich – und nicht unbedingt schlechter - von anderen Kollegen gehört, darunter von Meshuggah und Animals As Leaders.

Aber das ist dann doch Jammern auf einem ziemlich hohen Niveau, denn schließlich machen BCD ihre Sache sehr gut. Mir fehlen hier nur Einfälle im Rahmen des technischen Djent-Metal, die für einen WOW-Effekt sorgen könnten, wie es beispielsweise Gojira immer wieder gelingt. Vielleicht bin ich bloss zum Opfer des „Schneller, komplexer, besser“-Wahns geworden, wenn ich anführe, dass im Vergleich zu BCD Meshuggahs Riffs komplexer und interessanter anmuten und Animals As Leaders virtuoser und spielfreudiger rüberkommen. Es kann durchaus auch bei BCD ziemlich beeindruckend zugehen, wie man am Beispiel das math-rockigen Zusammenspiels des Gitarristen und des Bassisten in „any (time + where)“ - und nicht nur dort - hören kann.

Streckenweise wirken die Einfälle von BCD auch recht simpel und nicht direkt spannend, wie das wohl in der Tradition des Alternative Rock erfolgende Abrocken in Teilen von „Sine here“. In „The Interview“ sind es die nicht besonders originell wirkenden Heavy Metal-Riffs, die einem nach den acht rifflastigen Progmetal-Instrumentals doch die Einschränkungen eines solchen Konzeptes vor die Augen (und die Ohren) führen. Die schön komplexen, mathematisch präzisen Riffs der Stücke wie „Viva la Devolution“ und „Psora“ können die Fans solcher Musik dagegen noch ordentlich auf Trab halten. Nur kommt einem Fan das alles ziemlich vertraut und bekannt vor.

Zwischen den zugleich raffiniert und aggressiv treibenden Riffs gibt es immer wieder nette Kleinigkeiten, die das Leben eines Prog-Djent-Fans ein wenig interessanter machen, wie die sphärischen, oder den Postrock streifenden Passagen. Der Bassist bekommt mindestens zweimal auf dem Album die Chance, einige ebenso funkige wie gut hörbare (in diesem Genre keine Selbstverständlichkeit!) Beiträge abzuliefern und es gibt wiederholt die begleitenden Melodielinien und Farbtupfer, die den Einsatz eines Synthesizers selbst in dieser Art von Musik rechtfertigen. Außerdem zeigt der Gitarrist an einer Stelle (und zwar in „Terra Damnata“), wenn auch ganz kurz, dass er auch von Klassik und Jazz etwas versteht.

An die Großen des Progmetal-Djent-Mathrock-Subgenres reicht „Metanoia“ zwar nach meinem Eindruck noch nicht ganz heran, aber das Trio ist eventuell bereits auf dem richtigen Weg dahin.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: djentigem und instrumentalem Progmetal, wie ihn viele gerne haben
Veröffentlicht am: 25.9.2018
Letzte Änderung: 29.9.2018
Wertung: 10/15

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