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Emphasis

Soul Transfer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Gothic; Jazzrock / Fusion; Progmetal
Label: Red Rivet Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Anna Ganina Gesang
Pavel Korotaev Gitarre
Maxim Spiridonov Gitarre
Vsevolod Tselepis Keyboards, Percussion
Katya Gritskova Bass
Stanislav Lint Schlagzeug

Gastmusiker

Raul Sööt Saxofon ("Resonate", "Redemption Song", "Leviathans")
Allan Järve Trompete ("Jester", "Hotel For The Lonely Ghost")
Julia Mets Violine ("The Metaphysics Of Love")
Alexander Smirnov Cello ("The Metaphysics Of Love")
Oleg Lyutskevich Gitarre ("My Demon Friend ver. 1101")

Tracklist

Disc 1
1. 0% Loading 2:15
2. 2.9% My Demon Friend ver. 1101 10:08
3. 16.7% Jester 8:01
4. 27.6% Immersion Therapy 2:32
5. 30.8% Resonate 6:23
6. 39.7% Voices Of The City 1:59
7. 42.6% Electric God 6:18
8. 51.1% Scraps Of Consciousness 1:51
9. 53.7% Redemption Song 7:35
10. 64.3% The Metaphysics Of Love 4:22
11. 70.1% Leviathans 10:17
12. 83.9% Emptiness ver. 2 2:59
13. 88.0% Hotel For The Lonely Ghost 6:01
14. 96.3% Stream Of Information 2:13
Gesamtlaufzeit72:54


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Emphasis zeigen auf ihrem Drittalbum "Soul Transfer" Ambitionen: Wie anhand der Titel von Alben und Songs bereits zu erahnen und ausführlicher noch im erläuternden Text auf Bandcamp ausgebreitet, liegt hiermit ein Science-Fiction-Konzeptalbum vor. Oder kurz: "Within an hour, the brightest moments and thrilling memories will flash before the eyes of an old man, chained to the artificial respiration apparatus." Im Raum steht dabei natürlich auch die Frage, wie sehr sich heutzutage das Innen- oder eben Seelenleben einer Person rational auseinandernehmen und eben transferieren ließe - oder ob solcherlei Empfindungen nicht eben doch in einem solchen Maße subjektiv sind, dass ein solcher Austausch dann wiederum am Kern der Sache vorbeiführte.

Um nun noch einmal kurz zum Geschäftlichen zurückzukommen, bevor es um die Musik geht: Besagte Ambitionen des Sextetts aus Estland waren offenbar groß genug, um nach dem Vorgänger "Revival" vom relativ bekannten Underground-Symphony-Label zu einer eher obskuren japanischen Plattenfirma zu wechseln. Geschadet hat das jedenfalls nicht, denn einerseits ist der Sound anders als auf dem Vorgänger wesentlich voluminöser und handfester ausgefallen; lediglich einige etwas klinische Momente ließen sich anprangern, fallen allerdings nicht wirklich ins Gewicht. Zum Anderen mischt eine überraschende Anzahl an GastmusikerInnen mit, die auf "Soul Transfer" zwar hauptsächlich für Soloeinlagen herangezogen werden, dabei aber dennoch dem Material einen eigenen Geschmack geben können. Und zudem fällt in "The Metaphysics Of Love" natürlich der Kontrast zwischen Cello, Violine und Keyboard-Streichern zum Konzept "Mensch vs. Maschine" passend aus - was allerdings deutlich zu Ungunsten von letzterem ausfällt.

Davon abgesehen agieren Emphasis in den Songs - die verschiedenen Zwischenstücke sind noch ein Kapitel für sich - relativ versiert. Der Grundstock besteht dabei nämlich immer noch aus dieser ziemlich eigenen Kombination aus jederzeit rhythmisch vertracktem Progmetal-Riffing und dem Gothic-kompatiblen Gesang von Anna Ganina. Dazu werden auf dem Keyboard mal modern zirpende Elektronik und mal klassischer Bombast gespielt. Der grundsätzliche Zwiespalt wird dabei auch diesmal nicht aufgehoben: Die Rhythmik unterhält ganz gut, während bei den Melodien dagegen zugkräftige gegen umständliche bis verworrene Passagen stehen. Vielleicht liegt letzteres aber auch daran, dass hier die sich sonst ja anbietenden Mainstream-Herangehensweisen weitestgehend vermieden werden. Lediglich "Redemption Song" fällt relativ eingängig aus, gemahnt in diesem Modus sogleich aber eher an konventionellen Progmetal amerikanischer Prägung denn an irgendwelche Symphonic-Metal-Klamotten - was so gesehen ja auch ein Punkt für die generelle Ausrichtung von Emphasis wäre.

Neu im Vergleich zu den Vorgängern sind wiederum mehrere stilistische und kompositorische Elemente. Zu ersterem zählen überraschend viele Ausflüge in den Fusion-Bereich: "My Demon Friend" bringt bereits um 6:00 einen Latin-artigen Part (mit Fokus auf A-Gitarre und Klavier) ein, ähnliches tut "Resonate" um 2:30, nachdem dieses Stück bereits mit einer Jazz-typischen Klargitarre eröffnet hatte. Weitere Latin-Anklänge gibt's in "Jester", später noch in "Leviathans", und den Refrain des eher balladesk gehaltenen "The Metaphysics Of Love" gestaltet man beinahe Tango-artig. Und natürlich wären da noch die zahlreichen Soloeinsätze von Trompete und Saxofon, wobei erstere zwar weniger Spielzeit abbekommt, dafür allerdings in "Jester" auch noch mitriffen darf.

Kompositorisch wiederum fällt natürlich vor allem der Hang zu Longtracks auf. Gleich vier Nummern mit Spielzeiten von siebeneinhalb Minuten und mehr gibt es hier, womit Emphasis schon mal eine gewisse Erwartungshaltung schüren. Und diese Zeit kann die Band tatsächlich überwiegend sinnvoll füllen, auch wenn eigentlich jeweils ein einfaches Schema benutzt wird: Strophe, Bridge und Refrain werden anfangs vorgestellt und kehren gelegentlich wieder, dazwischen allerdings gibt es wendungsreiche und unterhaltsame Instrumentalpassagen. Zudem geschieht es auch mehrfach, dass die Strophe bei Wiederholungen völlig anders arrangiert wird, wie beispielsweise in "My Demon Friend" mit A-Gitarren und schnarrenden Keyboardsounds und in "Leviathans" unter Streichung des Riffings geschehen. Interessant ist der Effekt, der damit erzielt wird: Unter diesen sich ändernden Bedingungen wirken einige der zuvor noch wie beschrieben etwas versponnenen Melodien auf einmal sehr viel schlüssiger, was somit doch sehr für das Vorhandensein beachtlicher Entwicklungen innerhalb der Songs spricht.

Soweit ist Emphasis mit "Soul Transfer" also ein ziemlich interessantes Album in einem eigenständigen, gegenüber den Vorgängerwerken aber doch erweiterten Stil gelungen, der sich selbst von ähnlich gelagerten Bands wie Effloresce oder zuletzt Vuur gut absetzt. Ein kleiner Haken sind - neben den etwas künstlichen Keyboardsounds - allerdings diese Zwischenspiele. Nette Soundeffekte und lockere Spielerei mit Motiven geht an sich ja in Ordnung (und "Loading" erinnert ganz entfernt gar an Pink Floyds "Speak To Me"), allerdings geht's damit unter zahlreichen Wiederholungen selten voran, und diese mitunter minutenlangen Stückchen haben trotz ihrer Kürze das Potenzial zur Ermüdung. Das betrifft zusammengenommen immerhin 16.6% der Spielzeit von "Soul Transfer". Auf ein ganzes Menschenleben hochgerechnet wäre eine solcher Anteil an Langatmigkeit aber wohl vertretbar.

Anspieltipp(s): My Demon Friend, Leviathans, Redemption Song
Vergleichbar mit: Vuur, Effloresce, Mayze, Forgotten Suns
Veröffentlicht am: 5.10.2018
Letzte Änderung: 5.10.2018
Wertung: 10/15
Ohne die nichtssagenden Zwischenstücke wären es mehr...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emphasis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Into Infinity 11.00 1
2016 Revival 8.00 1

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