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Dan Caine

Cascades

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Remaster 2018 bei Fluttery Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Postrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Incantation 4:19
2. Infinite Horizon 8:18
3. Traces 5:54
4. Autumn Dusk 7:23
5. Dark Colours 5:21
6. First Light 5:46
7. A Slow Ascent 7:04
8. Cascades 9:13
Gesamtlaufzeit53:18


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Dan Caine scheint das Musizieren ausgesprochen leicht zu fallen: Nachdem der 1988 geborene Brite im Laufe des Jahres 2013 angefangen hatte, seine Musik der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, war "Cascades" im November 2015 bereits das vierte Album unter diesem Namen. Drei Jahre später wurde diese Platte dann von Fluttery Records, bei denen Caine seit "Solace" veröffentlicht, mit dem Zusatz "Remastered" erneut an den Mann gebracht, was diesmal anders als bei der vorherigen Eigenproduktion immerhin auch die Option auf physische Tonträger einschließt.

Ein entsprechend hoher Ausstoß an Platten geht normalerweise mit einer gewissen stilistischen Kohärenz der einzelnen Werke zueinander einher, und diese Erwartung wird auch auf "Cascades" offenbar erfüllt. Was Kollege Jochen zu Stil, Klang und Kompositionen von "Solace" geschrieben hat, gilt dementsprechend auch für das ein gutes Jahr ältere "Cascades": Der Gesamtsound wird im Wesentlichen von Gitarren dominiert, die entweder einzelne Motive oder Tonfolgen in Dauerschleife spielen oder aber in Dauerschleife gespielte Motive oder Tonfolgen quasi-solistisch umgarnen. Erweitert wird dieses Klangbild dabei gelegentlich von heulenden oder schwebenden Klängen, die man vermutlich Soundscape-artig ebenfalls mit Saiteninstrumenten erzeugen kann, sowie eher seltenen Schlagzeug-Rhythmen (in "Incantation", "Dark Colours" und "Cascades", in "Infinite Horizon" dagegen gibt's nur mal so eine Art Tom-Trommelwirbel), die wahrscheinlich aber aus der Konserve stammen dürften. Anders als "Solace" bleibt "Cascades" allerdings durchgängig instrumental.

Tja, Wohl und Weh dieses Albums liegen angesichts des Wörtchens "Dauerschleife" bereits offen. Interessanterweise zeigt Caine auf "Cascades" allerdings beide Seiten dieses Stilmittels auf. Durchaus gelungen sind "Incantation", "Infinite Horizon", "Autumn Dusk", "Dark Colours" und "First Light", denn trotz des Minimalismus' schafft es Caine immer wieder, die Intensität steigen und wieder fallen zu lassen. Dazu kommen diverse Kniffe wie durchaus kreative Verarbeitungen der Motivik (prominent in "Infinite Horizon"), dezent eingeführte weitere Melodiestimmen (in "Incantation") und auch nette Einflüsse der Rhythmik. So wirkt das Schlagzeug in "Incantation" und "Dark Colours" keinesfalls dümpelig, sondern eher so, als wäre das jeweilige Stück recht beweglich und dauernd auf dem Sprung - erstere Nummer wäre dabei durchaus zur Untermalung rhythmischer Gymnastikübungen zu gebrauchen. "First Light" wiederum ordnet introspektive, weil ineinander laufende Gitarrenlinien mit einem "atmenden" Basssound im Hintergrund.

Der Rest allerdings - na gut, das sind dann der Vollständigkeit halber auch nur "Traces", "A Slow Ascent" und "Cascades" (der Song) - fallen hinten runter, denn die genannten Merkmale gehen diesen Stücken jeweils ab, und was bleibt, ist ein tendenziell eher marternder Minimalismus. Das geschieht übrigens in "Traces" sogar, obwohl es um 3:00 herum tatsächlich einen B-Part gibt, denn die Motive entwickeln jeweils nur wenig Zugkraft. "A Slow Ascent" macht das Problem noch deutlicher: Je kürzer die Motive ausfallen (i.e. je eher sie sich wiederholen), umso nerviger klingt es. "Cascades" (der Song) wiederum scheitert in den Versuchen, Variation hereinzubringen, denn weder die ab 1:00 abschnittsweise per Bass eingeführten 2/4-Rhythmen noch das gesamplete Schlagzeug ab 5:20 (das hier nicht dynamisch, sondern lediglich bollerig klingt) vermögen das Stück in Schwung zu versetzen, und am Ende entschwindet der Titeltrack somit ohne einen Höhepunkt.

Alles in allem teilt "Cascades" damit die Merkmale vieler stilistisch ähnlicher Alben (auch von Labelkollegen): Ambient-Postrock, zumal fast ausschließlich per mehr oder weniger klarer Gitarre erzeugt, kann nette Stimmungen erzeugen und angesichts des Minimalismus bereits mit leichten Variationen beachtliche Effekte erzielen. Andererseits ist die Decke an kompositorischer Substanz dabei aber eben auch ziemlich dünn, und sobald solche belebenden Elemente fehlen, wird's sehr schnell öde. Immerhin: Die Mehrzahl der Nummern auf "Cascades" gehört zu ersterer Sorte, aber die Gegenseite ist ebenfalls in nennenswerter Anzahl vorhanden, und diese Mehrheit ist eine vergleichsweise knappe. Um mit den Vorbehalten gegen diese Musikrichtung aufzuräumen, taugt "Cascades" damit also nur bedingt.

Anspieltipp(s): Incantation, Dark Colours
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.10.2018
Letzte Änderung: 11.10.2018
Wertung: 9/15
Kann man sich ja ausrechnen, die Trefferquote liegt bei 5/8...

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2017 Transitions 8.00 1

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