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Somnambulist

The Paranormal Humidor

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: HardRock; RetroProg
Label: The Laser´s Edge
Durchschnittswertung: 12.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Charlie Shelton Gitarre
Jody Park Keyboards
Terry Clouse Bass
Peter Cornell Gesang
Jo Whitaker Schlagzeug, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. In The Mindwarp Pavillion 8.09
2. Pathos Of Least Resistance 7.57
3. Destroy...She Said 7.23
4. Infant   (Instr.) 1.30
5. Troy Built Helen 10.10
6. Died And Gone 5.59
7. Paranormal Humidor 13.20
Gesamtlaufzeit54:28


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 4)


Ganze sechs Jahre nach der Veröffentlichung ihres titellosen Debüts präsentieren Somnambulist mit "The Paranormal Humidor" ihr zweites Album. Nach diversen Besetzungswechseln haben die Amerikaner ein neues starkes Line-Up gefunden und melden sich eindrucksvoll im Prog-Zirkus zurück. Die sieben Songs des neuen Outputs bieten komplexen Progressive Rock, der typische Retro-Elemente mit einer gesunden Härte verbindet. Dabei ist man jedoch von üblichen Metal-Tendenzen meilenweit entfernt, sondern verbindet die traditionelle und symphonische Rocktradition mit aggressiven Ausbrüchen, wobei sich insbesondere Sänger Peter Cornell statt des üblichen pathetischen Gesangs durch bisweilen fast schon brachial anmutende Ausbrüche auszeichnet. An dieser Stelle sei erwähnt, dass er der Bruder des ehemaligen Sängers der Grunge-Protagonisten Soundgarden ist.

Ohne jeden Zweifel fühlt er sich somit wohl auch in gewisser Weise mit den Sängern dieser Zunft verbunden und bringt einen ungewohnten Einfluss in das Genre des Progressive Rocks. Dennoch versteht er es aber auch, seine stimmliche Bandbreite an den Charakter der Musik von Somnambulist anzupassen. Daher braucht dem Prog-Puristen keinesfalls angst und bange zu werden, da insbesondere der Keyboardsound tief in den seligen 70er Jahren verwurzelt ist und die volle Breitseite an Hammond- und Mellotronsounds geboten wird. Hierzu gesellt sich ein wuchtig gespielter Bass, der den Titeln eine gehörige Dynamik verleiht.

Schon der Opener "In The Mindwarp Pavillon" bietet abrupte Tempiwechsel und entwickelt gerade durch seinen sperrigen Charakter eine immense Intensität. Somit entfaltet sich dieser Titel genauso wie das übrige Songmaterial erst nach mehrmaligen Durchläufen.

Als eines der absoluten Highlights sei der Song "Destroy...She Said" herausgedeutet, wo sich so gegensätzliche Elemente wie aggressiver Gesang und magischer Mellotronsound perfekt ergänzen. Der Wechsel von elegischen Passagen und dynamischen Parts ist dabei fließend. Diese rein formal so gegensätzlichen Elemente entwickeln gerade nach wiederholten Hördurchgängen einen doch sehr homogenen Gesamteindruck.

Mit "Died And Gone" bieten Somnambulist auch einen recht eingängigen Song, der sich aber perfekt in das übrige Repertoire einfügt.

Der Titelong "Paranormal Humidor" schließt ein eindrucksvolles Album ab, das mit seinem kantigen sowie komplexen Retrosound glänzen kann und sich vom oftmals harmonieverliebten Schönklang des aktuellen Progressive Rocks abgrenzt.

Anspieltipp(s): Destroy...She Said
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.1.2003
Letzte Änderung: 25.1.2003
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 2 von 4)


Bedrohliches Schnaufen erfüllt den Raum... dann werden einem allerlei Dinge zugerufen... "The Summer has ended..." und man ist nicht vorbereitet Gott gegenüber zu treten? Schließlich der verzweifelte Aufschrei "I'm afraid to die"... Somnambulist macht es einem nicht leicht, das neue Album, 6 Jahre nach dem Debut erschienen, zu lieben.

Nach langem Warten präsentieren sich Somnambulist runderneuert: Gitarrist Henry Bones und Drummer Scott Ratchford sind verschwunden, dafür sind Charlie Shelton (Gitarre), Jo Whitaker (Schlagwerk) und Peter Cornell (Gesang) mit an Bord. Und die "Neuen" machen ihre Sache sehr gut, insbesondere der nun 'richtige' Gesang tut den Songs schon gut. Seine Fähigkeiten als Gitarrist darf Charlie Shelton im kurzen Zwischenspiel "Infant" demonstrieren.

Darüber hinaus kann ich den Rezensentenkollegen nur zustimmen: Hier wird hardrockiger Progressive Rock mit allerlei virtuos-schrägen Einlagen unter der Flagge von Van der Graaf Generator, King Crimson und meinetwegen auch Yes geboten. Es wird durchweg zügig zur Sache gegangen, man höre sich nur mal das Gitarrensolo in "Pathos Of Least Resistance" an! Allerdings haben auch die von Jody Park virtuos bedienten Keyboards mehr Raum als auf dem Debutalbum. Cool auch das "Tommy"-Zitat in "Destroy...She Said". So könnte man aus jedem Titel eine besonders gelungene Passage herausgreifen...

Also: Abrocken auf hohem Niveau für Proggies. Ein tolles Album, wenn mich auch das Debut noch ein Stückchen mehr begeistern konnte. Da es nun schon wieder drei Jahre still um die Band geworden ist, steht zu befürchten, dass mit dem nächsten Album nicht vor 2006 (oder nie mehr?) zu rechnen ist.

Notiz am Rande: Auch bei diesem Album (wie schon beim Debut) zeichnen Fred Schendel und Steve Babb für die Produktion verantwortlich. Witzig, wenn man die extrem unterschiedlichen Stile von Glass Hammer und Somnambulist vergleicht.

Anspieltipp(s): Pathos Of Least Resistance
Vergleichbar mit: Van der Graaf Generator (als HardRock-Version), King Crimson, Yes mit Alternative-Rock-Touch
Veröffentlicht am: 28.3.2004
Letzte Änderung: 31.8.2004
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Das Debutalbum Somnambulist war ja schon ziemlich abgefahren, aber der Beginn von "In the Mindwarp Pavillion" setzt mit seinem verstörenden, bedrohlichen Stimmengewirr und dem Death-Metal-artigen Gesang noch eins drauf. Kontrastiert wird dies in der Folge von beinahe sanften Gesangspassagen, die aber immer wieder durch schräges Riffing, rumpelnde Breaks und zum Teil schrille Keyboards und Soundgimmicks zertrennt werden. Man verzeihe mir die Ausdrucksweise, aber das gehört zum Geilsten, was mir in den letzten Jahren begegnet ist. Sackstark!

Die Begeisterung setzt sich nahtlos fort. Das teilweise beinahe hymnische "Pathos of Least Resistance" ist ebenfalls eine Mélange aus harmonischen, melodiösen Linien und diese Stimmungen dann gnadenlos zerreissenden, harten, krummtaktig rumpelnden, schrägen Parts. Das Ganze ist so perfekt komponiert, durchdacht und gespielt, dass die Scheibe mich nach Jahren des Hörens jedesmal von Neuem begeistert.

In diesem Stil gehts in der Folge weiter. Über das vielschichtige und kontrastreiche "Destroy... She Said", welches mit Mellotron glänzt, gelangt man zum zarten Acoustic-Guitar-Interludium, welches so gar nicht auf die Platte passen will und gerade deshalb perfekt darauf passt.

"Troy Built Helen", krummtaktiges Opus mit Überlänge, glänzt durch einen sanften, swingenden Bass über den die Gitarre mit reinem Sound soliert, dazu gesellt sich ein intensiver Gesang und geschäftiges Schlagzeug. Der Schrägheitsfaktor ist hier für einmal weniger dominant, das Stück wird dadurch streckenweise richtig zugänglich...., um dann in der Mitte wieder zu rotieren... und in der zweiten Hälfte ruhig zu enden. Bei diesem Album wurde mir noch nie langweilig!

Über das straighte, rockige "Died and Gone", das aber weit davon entfernt ist, "gewöhnlich" zu sein, gehts zum Grande Finale, dem Titelstück.

Wo die übrigen Stücke abgedreht und schräg waren, da packt "Paranormal Humidor" noch eine Portion Grandezza und Erhabenheit drauf. Klar, man dreht auch wieder tüchtig am "Rad der Schrägheit", aber das Ganze wird zum Opus, zum Finale mit einer Prise Pathos.

Davor jagen uns die Protagonisten aber erstmal durch das Dickicht sämtlicher oben aufgezählter Zutaten. Absoluter Höhepunkt sind der Übergang bei 6:39 und die letzten 3 Minuten. Divin.

Ich sagte es bereits und ich sage es wieder: ein fantastisches Album, welches das Debut noch toppt. Sehr zu empfehlen.

Anspieltipp(s): In The Mindwarp Pavillion, Paranormal Humidor
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.1.2007
Letzte Änderung: 18.1.2007
Wertung: 14/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 4)


Wirklich grandioses Album, das viel zu wenig bekannt ist. Somnambulist überbrücken mit schlafwandlerischer (sorry) Sicherheit die Kluften zwischen Prog und Rock, Vintagesound und Modernität und kriegen ihre 10minüter auf eine Weise zum Rocken, die es vergessen macht, dass die meisten 10minüter dem Hörer doch reichlich schwer im Magen liegen. Nicht so diese hier!

Interessant dabei, dass "The Paranormal Humidor" irgendwie italienisch klingt, aber auf eine Weise, die Italiener nicht hinbekommen. Ist es dieser pathetische Gesang? Die altertümlichen Keyboardsounds? Die unamerikanische Abwesenheit allzu offensichtlicher Hooklines?

"The Paranormal Humidor" ist ein höchst souveränes, ein großartiges Album, das Progfans aus allen möglichen Subgenres mal antesten sollten. Hier ist im besten Sinne für alle etwas geboten. Geht dafür!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.9.2011
Letzte Änderung: 1.9.2011
Wertung: 11/15
Tscheggedaut!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Somnambulist

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Somnambulist 12.33 3

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