Timeloss
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Petronella Nettermalm |
Gesang, Cello |
| Huxflux Nettermalm |
Schlagzeug |
| Johan Wallén |
Keyboards |
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| Reine Fiske |
Gitarre |
| Stefan Dimle |
Bass |
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Gastmusiker
| David Wilczewski |
Flöte bei "Hypnotique" , Klarinette und Bassklarinette bei "They Are Beautiful" |
| Jonas Wall |
Saxophon bei "Quits" |
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| Micke Sörensen |
Trompete bei "Quits" |
| Per Kristensson |
Posaune bei "Quits" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Sensor
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5:11
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| 2. |
Hypnotique
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8:32
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| 3. |
Téa
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5:45
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| 4. |
They Are Beautiful
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7:44
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| 5. |
Quits
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12:17
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| 6. |
Hypnotique - Videoclip
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Rezensionen

Paatos sind eine neue Band aus Schweden, bestehend aus Musikern von Landberk und einer mir nicht weiter bekannten Formation namens Ägg. Das mit 40 Minuten reichlich kurz geratene "Timeloss" ist das Debut dieser Gruppe.
Enthalten sind zunächst mal die typischen Ingredienzen des skandinavischen Progressive Rock, will sagen es herrschen schwermütige Klänge mit sattem Mellotron und einem gewissen folkloristischen Touch vor. Der Einfluss von Landberk ist unüberhörbar, das verträumte Stück "They Are Beautiful" könnte ohne weiteres vom letzten Landberk-Album "Indian Summer" stammen. Interessanterweise wurde dieses Stück laut Beiheft von den beiden Ex-Landberkern S. Dimle und R. Fiske sowie deren Kollegen Patrick Helje komponiert, so dass es sich wohl ursprünglich um einen Landberk-Song handelt.
Aber Paatos sind keinesfalls nur ein Landberk-Klon. Abgesehen vom erwähnten "They Are Beautiful" und dem ebenfalls sehr ätherischen "Téa", dem einzigen schwedisch gesungenen Stück auf "Timeloss", geht es bei aller Schwermut doch etwas heftiger zur Sache als bei Landberk, dazu kommt auf einigen Songs auch ein leicht jazziger Einfluss. Sängerin Petronella Nettermalm ist ein echter Glücksgriff, ihre Stimme erinnert bisweilen an Portishead-Sängerin Beth Gibbons. Wenn dann noch eine so unterkühlt-jazzige Atmosphäre herrscht wie in der ersten Hälfte von "Hypnotique", könnte man gar meinen, einem Portishead-Stück oder einem Song aus Beth Gibbons' Soloalbum zu lauschen. Zusätzlich setzt bei "Hypnotique" ein Gastmusiker an der Flöte ein paar schöne Akzente, und nein, es klingt weder nach Jethro Tull noch nach Camel ;-)
Das abschließende "Quits" entführt denn Hörer dann unvermittelt in ganz andere musikalische Welten. Es beginnt mit nervösen Drum'n'Bass-Rhythmen und schön perlendem E-Piano, im weiteren Verlauf kommt ein Bläsertrio (Saxophon, Trompete, Posaune) hinzu, und das "Quits" entwickelt sich zu einer fast freejazzigen Nummer. Ein höchst faszinierendes Stück, das aber wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sei wird.
Insgesamt ist "Timeloss" ein beeindruckendes Debut einer vielversprechenden Formation, die die Tradition hochwertigen Progressive Rocks aus skandinavischen Gefilden fortsetzt.
| Anspieltipp(s): |
Hypnotique |
| Vergleichbar mit: |
Landberk, Portishead |
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| Veröffentlicht am: |
3.3.2003 |
| Letzte Änderung: |
11.3.2004 |
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Die Schweden Paatos bewegen sich auf ihrem Debüt im Grenzbereich zwischen typischem Retroprog und von modernen Sounds durchtränkter innovativer Rockmusik. Diese vorher kaum anzutreffende Mixtur funktioniert hervorragend und sämtliche Kompositionen verbindet die typische skandinavische Melancholie. Größtenteils herrscht ein schleppender Rhythmus vor, der dem Songmaterial einen zunehmend hypnotischen Charakter verleiht. In diesen überaus dichten Sound sind dann auch noch schöne analoge Keyboardläufe eingeflochten, die ein Bindeglied zum klassischen Progsound darstellen. Der zerbrechlich wirkende weibliche Gesang reiht sich perfekt in dieses langsam dahinfließende musikalische Geflecht ein.
Trotz der für das CD-Zeitalter sehr bescheidenen Spielzeit kann das Debüt von Paatos als kleines Highlight der aktuellen Szene empfohlen werden. Hiermit wird einmal mehr die momentane Ausnahmestellung Skandinaviens im Bereich der progressiven Rockmusik untermauert.
| Anspieltipp(s): |
Hypnotique |
| Vergleichbar mit: |
Landberk |
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| Veröffentlicht am: |
23.6.2003 |
| Letzte Änderung: |
23.6.2003 |
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Kennt jemand die Schweden LANDBERK oder ÄGG? Nein? Das sind die Vorgängerbands von PAATOS. Auch ich kenne nur LANDBERK, die fand ich aber zumindest auf ihren CDs "One Man Tells Another" und "Indian Summer" ziemlich gut. Und ehrlich gesagt, PAATOS sind nicht so weit weg vom LANDBERK Sound.
Die schwedische Traurigkeit ist allgegenwärtig. PAATOS nutzen, wie so viele Schweden, Mellotronchöre en masse. Die Stimmung verbreitet sich schwer im Gehörgang und fesselt einen. Insbesondere der Gesang von Frontfrau Petronella Nettermalm unterlegt dies eindrucksvoll. Immer wieder schießen einem Gänsehautschauer über den Rücken. Aber auch die Gitarre scheut sich nicht davor, traurige Stimmungen zuzusteuern. Das Spiel von Reine Fiske ist sehr charismatisch und gefühlvoll. Dazu gibt es Flötentöne und komplexe Rhythmen. Trotzdem möchte ich PAATOS nicht als "Depri-Musik" hinstellen, dazu besitzt die Band einfach zuviel Drive, und das, trotz ihrer vielfach schleppenden Rhythmen.
Denn die Band hat weit mehr als nur schwedische Traurigkeit in petto. Der Opener "Sensor" ist bspw. ein ziemlich melodischer Uptemposong, der recht geradlinig ins Ohr läuft. Die oben genannten Charakteristika treffen aber auf die nachfolgenden drei Stücke ohne wenn und aber zu. Erst der Abschlußsong "Quits" bricht dann aus diesem Schema aus. Hier wird es gar ziemlich modern, mit Programming und Bläsereinsatz wird gearbeitet. Das erinnert vielfach sogar an die Soundbilder eines NILS PETTER MOLVAER - besonders der Fusion/Free-jazzige Endpart von "Quits" kann mich immer wieder mitreißen. Man muss aber dazu sagen, dass dies sicherlich für den ein oder anderen zur Herausforderung werden kann.
PAATOS sind ein gefundenes Fressen für LANDBERK Fans. Dieses Album macht von vorne bis hinten Spaß und vermittelt trotz seiner doch sehr schwermütigen Stimmung viel gute Laune beim Hören. Man kann sich gut fallen lassen und in die Musik einsteigen. Mit "Quits" wagt die Band dann sogar ein sehr mutiges Experiment, welches sicher nicht von allen Leuten als gelungen bezeichnet wird - mir gefällts jedenfalls. Einziges wirkliches Manko dieser gut aufgemachten Digipack-CD ist die viel zu kurze Spielzeit.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
24.6.2003 |
| Letzte Änderung: |
5.2.2004 |
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Bereits im ersten Stück "Sensor" richten Paatos mit der ganz grossen Kelle an. Serviert wird ein abwechslungsreicher Mix aus einer anfänglich entspannten, sanft perlenden E-Piano-Melodie, die dann in einen fetzigen, treibenden Groove überleitet, geprägt von wildem Schlagzeug und monoton blubberndem Bass. Darüber schwebt die intensive und eindrückliche Stimme Petronella Nettermalms. Es folgt ein kurzer Bombast-Teil mit Mellotron satt, fettem Tiefbass, schliesslich einer weinenden Gitarre, bevor das Stück mit einem krachenden Instrumentalteil beendet wird. Hallo, wir sind Paatos!
"Hypnotique", eine verträumte Ballade, steht zuerst ganz im Zeichen der zerbrechlich wirkenden Stimme Petronella Nettermalms. Bisweilen erinnert mich diese an Björk. Ich hatte das Vergnügen, die Band einmal live zu sehen. Die Frontfrau von Paatos hat eine starke Bühnenpräsenz und eine Ausstrahlung, die die Musik noch akzentuiert. Nach einem ruhigen instrumentalen Mittelteil wird am Ende auch wieder kräftig losgelegt und Trommelfell wie Zwerchfell massiert.
"Tea", das einzige auf schwedisch gesungene Stück der Platte, handelt von der Geburt der Tochter von Petronella und Huxflux (der eigentlich Ricard heisst).
"They are beutiful" atmet die skandinavische Düsternis und Melancholie, Schwermut und Herbstlichkeit. Einzig die Stimme lässt hin und wieder einen Sonnenstrahl durch die grauen Wolken blitzen... Das Stück erinnert von seiner Art an die späten Talk Talk.
"Quits" setzt dann einen Kontrapunkt zum Rest des Albums. Ein pumpendes, hypnotisierendes, perkussives Feuerwerk. Stark.
Timeloss ist ein überaus gelungenes Debutalbum, für das ich eine Kaufempfehlung aussprechen möchte. Kurze Spielzeit hin oder her...
| Anspieltipp(s): |
Sensor, Quits |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
25.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
25.6.2004 |
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Von: Fix Sadler @ (Rezension 5 von 6)

Auch Paatos sind inzwischen beim deutschen Label Inside/Out gelandet. Nachdem 2004 bereits Kallocain bei dieser Plattenfirma erschien, wird nun das Debut erstmalig offiziell außerhalb von Schweden angeboten. Als Bonusmaterial gibt es "nur" das ca. 4-minütige Multimedia-Video Hypnotique in relativ bescheidener Form, aber immerhin mit typisch-unterkühlter Postrock-Ästhetik. Außerdem sieht man die Musiker mal ein wenig (was bei Petronella Nettermalm ja nicht das Schlechteste ist).
Dem allgemeinen Tenor zu dieser Platte mag ich mich dann auch noch anschließen. Timeloss ist ein typisches, schwedisches Retro-Prog-Scheibchen, welches aber auch schon kammermusikalische Züge hat und in seinen besten Momenten stärker nach Beth Gibbons und/oder Talk Talk klingt. Im Verhältnis zur Vorgänger-Combo Landberk lässt man es auch ein bisschen mehr "krachen" und entgeht dem Vorwurf der Gleichförmigkeit durch mehr Dynamik und gelegentlicher Rockattitüde. Diese Ausrichtung wird durch den cool-groovenden "Jazz"-Akzent und den auffälligen Gesang von Frau Nettermalm verstärkt. Allerdings ist es auch der Gesang, der mich etwas zurückhaltender mit dieser Platte umgehen lässt. Frau Nettermalm kann singen, aber diese unterkühlten, geradezu "leierigen" Gesangsmelodien erinnern mich viel zu stark an die Gesangsakrobatik einer Björk, mit der ich überhaupt nichts anfangen kann. Diese Assoziation verursacht bei mir eine Abneigung, die mich die Platte kaum hören lässt - was schade ist, denn die Musik ist wirklich aller Ehren wert. Ich hatte einst die Möglichkeit mir die Livequalitäten der Truppe zu Gemüte zu führen, musste aber aufgrund der Stimme von Frau Nettermalm entnervt nach 2 Stücken aufgeben.
Dennoch rufe ich mit dieser Einschätzung keineswegs zum Boykott gegen diese Platte auf, da ich davon ausgehe, dass die Allermeisten die Stimme der jungen Dame eher als Pluspunkt bewerten würden. Daher bitte ich auch darum meine Punktbewertung als das anzusehen, was sie ist: eine persönliche Würdigung der getragen-melancholischen Musik mit (leider) recht heftigen Abstrichen beim Gesang.
P.S.: Das "andersartige" Quits ist neben Sensor der Höhepunkt der Scheibe
| Anspieltipp(s): |
Sensor, Quits |
| Vergleichbar mit: |
Landberk, Talk Talk, Beth Gibbons, Björk |
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| Veröffentlicht am: |
21.11.2004 |
| Letzte Änderung: |
21.11.2004 |
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Es war ein anstrengender Tag. Wie immer, wenn ich unter akutem Stress leide, versuche ich mich am Ende des Abends zu entspannen. Wo andere ein warmes Bad nehmen, bevorzuge ich ein Bett, meinen Kopfhörer, ein abgedunkeltes Zimmer und Musik, die mich nicht noch zusätzlich anstrengt, sondern bei der ich mich einfach fallen lassen kann.
Im Regelfall verfalle ich dann in eine Art Halbschlaf, mir selbst unbewusst, dass ich schon schlafe, und dennoch irgendwie fähig Musik zu vernehmen und dazu Bilder vor dem inneren Auge zu sehen. Und heute fällt meine musikalische Wahl mal auf das Reissue des Paatos-Debüts „Timeloss“ (Erstveröffentlichung im Jahr 2002), das dieser Tage bei InsideOut erscheint. Es ist mein erster Kontakt mit der Band überhaupt, ich habe die CD vorher noch nie gehört. Nur gelesen hatte ich schon von jener Artrock-Band aus Schweden, denen ich nun meine nächsten 40 Minuten, denn länger ist die Scheibe ja nicht, widmen will. Mit dem festen Vorsatz, ganz genau hinzuhören und nicht in den oben beschrieben Zustand zu verfallen.
Also Augen geschlossen und auf zu einer Reise, die ihresgleichen sucht....
Sanftes, jazziges Schlagzeugspiel eröffnet den ersten Song „Sensor“ ganz leise und besinnlich, ehe scheinbar dissonante Akkorde und ein verquerer Gesang das Stück wirklich beginnen lassen. Da ist sie wieder, diese typische nordische Melancholie, aber hier durchaus mit Power vorgetragen. Und diese Stimme! Zum Verlieben! Stellt euch vor, Björk würde tatsächlich so etwas wie Melodien schreiben, dann wisst ihr in etwa, wie wundervoll die zu vernehmenden Töne sind. Dann wechselt man zu einem bombastischen, sehr symphonischen Part mit sanften Gitarrenlicks, ehe ein eher improvisierter Part folgt und das Stück auch mehr oder weniger abrupt beendet. Es ist völlig um mich geschehen! Manch einer würde diese Musik wohl als sehr anstrengend und kopflastig beschreiben. Ich hingegen empfinde sie wie eine Erlösung und eine Darstellung purer Emotionalität.
„Hypnotique“ beginnt genau so, wie es der Name bereits andeutet: Leise Bass- und Gitarrentöne eröffnen den 8 ½-minütigen Song, ehe das Piano zusammen mit dem Gesang übernimmt und man wieder diese melancholische Stimmung wahrhaft heraufbeschwört. Ehe man sich versieht, hat der Song genau die Wirkung erzielt, die durch den Titel suggeriert wird. Spätestens beim Instrumentalpart, dieses Mal mit leisen Flötentönen und Pianotupfern, die die Seele zu streicheln scheinen und sie langsam in eine andere, fremde Welt entführen, spürt man die heimliche Kraft und Liebe, die in dieser Musik steckt. Vor dem inneren Auge erscheinen verschneite, in kalte Winteratmosphäre getauchte Landschaften, die von einem magischen, wärmespendenden Licht durchzogen werden – mehr und mehr, bis sich schließlich das ganze Herz des Zuhörers auch erwärmt hat. Solche Musik findet man heute nur noch sehr, sehr selten.
„Téa“ schafft es dann problemlos, den aufgekommenen Zustand aufrechtzuerhalten. Obwohl dieses Lied in der Landessprache verfasst ist, meint man jedes Wort zu spüren, auf irgendeine magische Art und Weise zu fühlen und direkt in sich aufzusaugen. Beeindrückend! Die langsame Steigerung hin zum dynamischen, mellotrongetränkten Schluss erscheint so fließend und natürlich, das er gar nicht anders sein könnte.
Mittlerweile hat man den Eindruck, dieses Glücksgefühl dauere schon eine undefinierbar lange Zeit an, dabei lauscht man doch erst 20 Minuten dieser unglaublichen Musik. Der Albumtitel „Timeloss“ erscheint mir genau aus diesem Grund gewählt worden zu sein. „They Are Beautiful“, ja, das könnte man auch über Paatos sagen. Inmitten der malerischen Landschaft sehe ich plötzlich ein paar Kinder: „Children playing games...“. Sie sind glücklich. Aber irgendetwas macht sie plötzlich traurig, hilflos, sie wirken alleingelassen. Ich möchte hinlaufen und ihnen helfen. Aber so sehr ich auch laufe, ich komme ihnen nicht näher, ich kann ihnen nicht helfen. „As blackness slowly fills my heart, I’m wishing for a brand new start“. Und am Ende bin ich wieder alleine – die Kinder sind verschwunden, als hätte sie der Wind mit sich fortgetragen. „Why do I feel so lonely?”
Ich möchte nur noch zurück ins Leben, zurück ins greifbare Hier und Jetzt, meine Reise ins Innere der Gefühle soll hier und jetzt enden. Vielleicht heißt deshalb der letzte Song „Quits“. Ja, diese triphop-artigen Electrobeats passen nun so gar nicht zu meinen Illusionen. Langsam komme ich zurück zum dem, was mir gemeinhin als Realität bekannt ist. Der freejazzige Endpart des Titels verhilft mir schließlich wieder zu vollständiger Gesinnung und Erkennung meiner Situation. Ich wurde zwar langsam auf meine Rückkunft vorbereitet, bin aber doch recht ruppig gelandet. Erst jetzt erkenne ich, dass ich doch wohl leicht eingenickt und jener Zustand des Halbsschlafes über mich gekommen war. Aber die Bilder und Stimmungen sind mir in Erinnerung geblieben. Ich schaue kurz auf die Uhr, und sehe, dass ich noch genug Zeit habe, um mir „Timeloss“ noch einmal anzuhören. Diesmal im Sitzen, mit dem Booklet in der Hand und wirklich genau zuhörend, um schließlich auch musikalisch genauere Angaben für diese Rezension machen zu können.
Es stellt sich bei dem zweiten Hördurchgang heraus, dass ich die gute halbe Stunde, die die ersten vier Stücke ausmachen, für mit das Beste halte, was ich dieses Jahr gehört habe. Ganz meiner Traumreise entsprechend, will mir aber „Quits“ noch wie vor in der letzten Hälfte nicht wirklich gefallen. Das finde ich eigentlich sehr schade, denn was die Band mit den vorhergehenden 4 Kleinoden geschaffen hat, muss jeder selbst erleben! So kann ich nur darauf hoffen, dass auch „Quits“ mir irgendwann einmal ins Ohr geht und ich daran Gefallen finde.
Trotz allem komme ich nicht drum herum, diesem phänomenalen Werk satte 12 Punkte zu geben. Das ultimative Winteralbum!
| Anspieltipp(s): |
die ersten 4 Tracks am Stück hören... |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
23.12.2004 |
| Letzte Änderung: |
24.12.2004 |
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