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Enchant

Blink of an eye

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: SPV InsideOut
Durchschnittswertung: 7/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Doug Ott guitars, keyboards, bass on "Follow the sun"
Ed Platt bass
Sean Flanegan drums
Ted Leonard vocals, additional guitar

Gastmusiker

Phil Bennett additional keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Under fire 5:58
2. Monday 7:10
3. Seeds of hate 6:17
4. Flat line 5:23
5. Follow the sun 6:08
6. Ultimate gift 7:58
7. My everafter 5:39
8. Invisible 5:41
9. Despicable 4:13
10. Prognosis   (Bonustrack - nur auf der ltd. edition) 7:29
Gesamtlaufzeit61:56


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Das erste Album nach Ausscheiden des Drummers Paul Craddick hat - das muss ich als Enchant-Skeptiker zugeben - eine ganze Menge Schwung, aber auch Durchhänger und Langweiler, wie sie leider für diese Gruppe typisch sind.

Es beginnt ganz vielversprechend mit "Under fire", das den Hörer in einen Strudel aus Bass und Keyboards hineinreißt und nicht wieder loslässt - bis es so abrupt endet wie seinerzeit DT mit "Pull me under". Der folgende Track beginnt mit schwerem Schlagzeuggeschütz (Flanegan, der Neue, muss sich bemerkbar machen) und baut nach und nach ein super-umwerfendes Gitarrensolo auf, wird aber von einer absolut naiven Vokalmelodie mühsam als Song zusammengehalten - hier zeigt sich das erste typische Enchant-Problem. Track 3 ("Seeds of hate") ist einer der besten des Albums: gleich in den ersten Takten strahlt ein griffiger Rock-Riff, dann werden mächtige instrumentale Gewichte nachgerüstet, bis aus dem Stück ein echter Progrock-Schwertransporter geworden ist, bei dem nicht mal der Gesang nervt - an diesem Song sollten sich Enchant ein Beispiel nehmen (sie hätten ihn nur nicht ausblenden dürfen)!

Mit Track 4 ("Flat line") beginnt der schwache Teil des Albums - ich kann diesen dümmlichen Refrain "Next stop is heartbreak city" nicht mehr hören, bin total allergisch dagegen geworden, aber auch ohne ihn ist der Song langweilig, allein durch diese abgehackte Rhythmik.

"Follow the sun" ist noch einmal gelungen: eine fast hypnotische Bombast-Ballade, ein echter Ohrwurm, wie er selten bei Enchant vorkommt.

Aber dann kommen echte Lachbomben: "Ultimate gift" und "My everafter" hätten nie zusammen auf ein und demselben Album erscheinen, geschweige denn auch noch aufeinander folgen dürfen, denn dadurch wird es umso deutlicher, dass sie sich gleichen wie ein Ei dem anderen: beide nerven sofort mit je einem langweilig-zurückhaltenden Gitarrenriff, was mich verdächtig an die schwächeren Songs auf Marillion's "Holidays in Eden" erinnert (Richtung: "Noone can" oder "Dry land"); beide haben fast den gleichen Refrain - wenn ich dieses "Stay my everafter" in dem gleichnamigen Song höre, kann ich's jedes Mal kaum glauben, dass diese Textzeile nicht auch schon im Track davor zu hören gewesen sein soll...

"Invisible" fällt nicht weiter auf, was irgendwie zum Titel passt. Es wirkt bemüht, aber bringt nichts rüber: missglückte Wichtigtuerei.

Dass ich dem Album im Ganzen überhaupt etwas mehr abgewinnen kann als seinem Nachfolger "Tug of war", liegt am Schluss, besser gesagt: an dem zweiteiligen Rockfeuerwerk, das mir die Band von einer bisher unerhört fetzigen Seite zeigt: "Despicable" ist ein brachialer Stampfrocker ohnegleichen, der seine Wucht gerade aus dem recht einfachen Strickmuster und dem hämmernden Rhythmus entwickelt: er hätte nur im instrumentalen Schlussteil noch etwas länger sein dürfen. Aber es gibt ja noch eine Zugabe: der Bonustrack mit dem pfiffigen Titel "Prognosis" ist rein instrumental und fast noch besser als "Despicable", führt er doch in einer komplexen Kurzfassung das vor, was die wesentlichen Elemente von Prog und Metal ausmacht; er könnte fast als Lehrstück für diese Musikrichtung gelten - kaum zu glauben, dass so was nur ein Bonus sein soll: ich kann jedem nur strengstens davon abraten, sich das Album ohne diesen Titel anzuschaffen!

Ich denke, wenn dann Flanegan's finale Trommelwirbel das Album abschließen, wird der Hörer den Kauf sicher nicht bereuen (vor allem nicht, wenn er Humor hat) - aber eine Pflichtanschaffung wird daraus deswegen noch lange nicht.

Anspieltipp(s): Prognosis (wenn der nicht drauf ist, kann man die ganze Edition eh vergessen)
Vergleichbar mit: ein wenig Marillion der frühen Hogarth-Phase, ein wenig Rush-Einfluss in "Prognosis"
Veröffentlicht am: 30.7.2003
Letzte Änderung: 30.7.2003
Wertung: 9/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Enchant konnten seinerzeit mit "Blueprint Of The World" genau meinen Zeitgeist treffen. "Wounded" ging dann schon eher an mir vorbei, lediglich mit "Pure" hat man auch noch heute einen echten Stein bei mir im Brett. "Time Lost" konnte dann wieder mehr Klasse beweisen, obwohl es doch nur Outtakes und Stücke zweiter Wahl waren, "Break" war sicherlich für die Band ein Bruch, ich halte die Scheibe nach wie vor für ihre Beste, vor allem auch wegen des fantastischen Bonustracks. "Juggling 9 or Dropping 10" ist anfangs ganz nett gewesen, fragt mich aber nicht, wie lange die schon nicht mehr gelaufen ist. Und nun kommt mit "Blink Of An Eye" der neueste Opus... und wieder ist ein Bonustrack drauf...

Soweit die Diskografie dieser Band. Auf zum neuesten Machwerk der Herren um Gitarrist Doug Ott, der seinem Instrument auf der CD ganz gehörig die Sporen gibt. Da gibt es einen Besetzungswechsel zu verzeichnen. Drummer Paul Craddick hat die Segel gestrichen, dafür ist Sean Flanegan nun mit an Board. Vorweg, sein Einsatz ist fantastisch und passt zum Bassspiel von Ed Platt. Auch fantastisch mal wieder der wie ein Gott singende Ted Leonard, der den ein oder anderen Song mit seinem charismatischen Gesang rettet. Rettet? Moment, wieso denn rettet? Ja, irgendwie will "Blink Of An Eye" auch nach etlichen Durchläufen noch nicht wirklich zünden. Schade eigentlich, denn man hat mal wieder viele nette Ideen am Start, kann mit dem Opener "Under Fire" beweisen, dass man sehr gut rocken kann. Was mir fehlt ist ganz klar die Vielfalt. Irgendwie habe ich nach dem Durchlauf der CD wirklich nur zwei Momente in denen ich aufhorche und jubele und vor allem, die auch wirklich hängen bleiben. Das wäre zum einen der angesprochene Opener und das fantastische Instrumental "Prognosis", dass allerdings nur im Digipack erhältlich sein wird - ja, wieder ist es ein Bonustrack, der mich wirklich fasziniert!

Warum das so ist wird mir langsam klar. Diese Songs sind untypische für ENCHANT. Und da ist der Knackpunkt. Für mich beweist die Band zu wenig Mut, mal über ihren eigenen Schatten zu springen. Die Songs bleiben über den gesamten Verlauf des Albums einer Linie treu, nur spätestens nach zwei Stücken ertappt man sich dabei, dass man nicht mehr hinhört oder sich fragt in welchem Stück man denn ist. Bitte nicht falsch verstehen, melodisch und vom technischen Anspruch her ist die CD sicherlich grandios, aber ich kann mich selten tief hineinfühlen. Das ist schade, denn dass sie Feeling schaffen können beweisen die Jungs mit den beiden bereits angesprochenen Tracks.

So bleibt mal wieder der Eindruck eines Albums, dass einige gute Songs haben wird, aber mehr auch nicht. "Blink Of An Eye" ist sicher kein schlechtes Album, trotzdem befürchte ich aber, dass dieses Album im Niemandsland zwischen Gut und Böse (ver)enden wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2003
Letzte Änderung: 8.1.2004
Wertung: 7/15
reichen zwei Überhämmer zum Retten eines Albums?

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Ich habe Enchant nach Break etwas aus den Augen verloren und mir erst kürzlich die letzten outputs der Band besorgt, unter anderem auch das vorliegende "Blink Of An Eye".

Ich nehme es vorweg: ich habe nichts verpasst. Thorsten nimmt mir die Sätze aus dem Mund.

Das Album krankt an seiner Eintönigkeit, an fehlender Variabilität und Abwechslung. Mir geht es ebenso, dass ich die Scheibe durchhöre und anschliessend keine Melodie, kein Solo oder eine Textzeile irgendeinem Stück zuordnen könnte. Ebensowenig verspüre ich sofort Lust, mir die Scheibe noch ein zweites Mal anzuhören. Und irgendwo hört sich das Ganze sehr vertraut an, einfach wie die Enchant, die ich auch vor 5-6 Jahren schon gehört habe.

Einzige Ausnahme stellt der Bonustrack dar. Der ist spannend und druckvoll gemacht, mal knarrt der Bass, es wird hart gerockt, soliert und getrommelt, es gibt Rhythmus- und Tempiwechsel und ein schräges Finale.

Davon gerne mehr. Allein, das Album ist zuende.

Anspieltipp(s): Prognosis
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2005
Letzte Änderung: 23.5.2005
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Enchant

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 A Blueprint Of The World 7.33 3
1996 Wounded 7.00 1
1997 Time Lost 10.50 2
1998 Break 10.00 1
2000 Juggling 9 or dropping 10 7.67 3
2003 Tug Of War 9.20 5
2004 Live at last 8.00 2

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