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Solstice

Silent Dance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984
Besonderheiten/Stil: Folk; Neoprog
Label:
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Andy Glass Guitar, B-Vocals
Marc Elton Violin, Keys, B-Vocals
Mark Hawkins Bass Guitar, Bass Pedals
Martin Wrigth Drums, Perc.
Sandy Leigh Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Peace 6:31
2. Earthsong 6:38
3. Sunrise 4:07
4. Return Of Spring 4:54
5. Cheyenne 6:00
6. Brave New World 8:47
7. Find Yourself 6:04
Gesamtlaufzeit43:01


Rezensionen


Von: Heiko Westhagen @ (Rezension 1 von 2)


"Silent Dance" hatte Anfang der 80er ein legendären Ruf in der NeoProg-Szene, was jedoch eher daran liegen dürfte, daß nur sehr wenige LP's dieser noch neuen Stilrichtung auf dem Markt waren.

Ähnlich wie "Castanarc" oder "Haze" gehörten "Solstice" zur zweiten Garde des aufstrebenden britischen "New Progressive Rock". Hört man sich jedoch ihr Debütalbum an, so wird schnell klar, daß Solstice eher in eine andere Richtung gingen.

"Silent Dance" ist doch eher etwas Folk-lastiger, und ein wenig "Hippie-Musik" orientiert. Keyboards spielen hier kaum eine Rolle, denn hier geben eher Marc Elton's Fidel und Mark Hawkin's Bass den Ton an. Auch ist eine gewisse "Blumenkinder-Grundstimmung" erst mal gewöhnungsbedürftig.

Sängerin (!) Sandy Leigh klingt interessanter Weise ziemlich stark nach "Jon Andersson", und ein Stück wie "Peace" könnte durchaus als unbekannte "Yes"-Nummer durchgehen.

Das Album dürfte aus oben erwähnten Gründen die NeoProg-Fraktion eher weniger interessieren, ist jedoch für übergreifenden Stilrichtungen offeneren Proghörern eine Überlegung wert.

Die Band hatt noch zwei bis drei weitere Alben über einen längeren Zeitraum herrausgebracht, und scheint (2003) immer noch zu existieren. Anscheinend mischt jetzt auch "Clive Bunker" von "Jethro Tull" bei "Solstice" mit.

Anspieltipp(s): Peace
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.8.2003
Letzte Änderung: 2.8.2003
Wertung: 8/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 2)


Solstice gehörten zur „zweiten Reihe“ der neo-progressiven Bands im Vereinigten Königreich und spielten mit Weggefährten wie Marillion, Pallas, Twelfth Night, Pendragon, Daga Band, Airbridge und Konsorten Anfang/Mitte der 80er zahlreiche Konzerte. Wie Marillion sind auch Solstice aus der Band „Electric Gypsy“ hervorgegangen (Mich Pointer, Doug Irvine und Andy Glass spielten dort zusammen) und gehörten zu den Szene-Lieblingen.

Die ersten Lebenszeichen waren die 1982er Demos „First Light“ und „Pathways“, „The Peace Tape“ erschien 1983, 1984 folgte „Silent Dance“ als Debüt-LP, ihr Song „Peace“ wurde 1985 auf dem Fire in Harmony-Sampler veröffentlicht, der einige der kleineren Bands der Neo-Prog-Szene vorstellte.

Musikalisch präsentierten sich Solstice nicht so recht auf einer Wellenlänge mit den bekannteren neuen Bands jener Tage. Ihr Stil war deutlich weniger an Genesis angelehnt, stattdessen spielten die Dame und die vier Herren eine etwas schlichtere Variante des neuen Progressive Rock. Zudem – Solstice waren die Hippies unter den Neo-Proggern - duftete die Luft beim Hören dieser Musik stets leicht süßlich.

Sängerin Sandy Leigh sorgt mit ihrer hohen Stimme für ein dezentes Yes-Feeling, was zu folgender Legende führte: angeblich soll ein BBC-DJ den Song „Find Yourself“ im Radio mit der Anmerkung gespielt haben, dass es sich dabei um ein Stück von Yes handle, welches unverständlicherweise nicht für „90125“ berücksichtigt wurde. Dieser Vergleich trifft den Nagel jedoch nicht annähernd auf den Kopf, denn „Silent Dance“ und auch das angesprochene „Find Yourself“ unterscheiden sich doch sehr vom top-produzierten und modernen Yes-Comeback.

Die einzelnen Stücke sind recht kompakt. Breaks und Stimmungswechsel en masse gehören nicht zu den Stilmitteln der Band. Die Musik ist nachvollziehbar, im mid-Tempo-Bereich zuhause und vermittelt auch durch ihre Texte Ruhe, Ausgeglichenheit und inneren Frieden, dem der Mensch anstelle des Geldes doch lieber nachjagen solle. Ein wenig aus dem Rahmen fällt allein „Brave New World“, welches sich in Aufbau und Sound nun doch am Treiben der damaligen Kollegen orientierte und dabei lange nicht so flüssig klingt, wie die anderen sechs Titel.

Was dieses Album nun auszeichnet ist das Gitarrenspiel von Glass, das zusammen mit Marc Eltons Geige den Ton angibt. Sein Spiel ist sehr elegant und erinnert mich - aha! – in seiner Herangehensweise und im Sound an einen Steve Rothery jener Tage, allerdings ohne sich dabei allzu spektakulär in den Vordergrund zu spielen.

Tja, auch so hat Neo-Prog in den 80ern geklungen, fernab aller Vorurteile. Im 21. Jahrhundert wird man damit zwar auch keine Publikumsmassen anziehen, doch bleibt „Silent Dance“ eine nette Erinnerung an den Neubeginn des Progressive Rock in jenen dunklen Tagen.

Das Album ist seit 2009 wieder erhältlich, nun als „The Definite Edition“ mit Bonus Disk (die frühen Demos).

Friede!

Anspieltipp(s): Peace
Vergleichbar mit: Airbridge, 80er Jahre "String Driven Thing", Friedenspfeifen-Neo-Prog
Veröffentlicht am: 9.2.2010
Letzte Änderung: 9.2.2010
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Solstice

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1992 New Life 10.00 1
1996 Circles 10.00 1

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