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Barclay James Harvest

XII

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (auf CD seit 1984)
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 8.2/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Les Holroyd bass, guitars, piano, vocals
John Lees guitars, bass, vocals
Woolly Wolstenholme keyboards, guitar
Mel Pritchard drums, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Fantasy: Loving is easy 4:00
2. Berlin 4:47
3. Classics: A tale of two sixties 3:34
4. Turning in circles 3:30
5. Fact: The closed shop 3:46
6. In search of England 4:12
7. Sip of wine 4:22
8. Harbour 3:42
9. Science fiction: Nova lepidoptera 5:45
10. Giving it up 4:35
11. Fiction: The streets of San Francisco 5:41
Gesamtlaufzeit47:54


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 5)


Mit diesem Album hatten BJH ihren Karrierehöhepunkt erreicht; ich meine, dieses Album war nicht die Ursache für den Höhepunkt, der kam eher mit "Hymn" und dem "Gone to earth"-Album sowie durch das folgende Live-Album "Live tapes". Aber als XII erschien, lag es schon auf dem sicheren Teppich des Erfolges, und außerdem war Wolstenholme (gerade so) noch dabei. Später wurde alles schwächer: "Eyes of the universe" und seine zahlreichen Nachfolgealben enthielten jeweils echte Dünnbrettbohrer, wenn auch die Platten mit immer größerem Aufwand produziert wurden.

Aber XII: Ich finde, hier stimmt einfach alles, was bei einer so softigen Band je hätte stimmen können. Selbst das überzeugende "Octoberon" hatte Schwachpunkte, "Time honoured ghosts" noch einige mehr, und auch "Gone to earth" ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Aber XII enthält auf fast 50 Minuten (relativ viel in der Vinyl-Epoche) immerhin 11 Songs, von denen ich nur einen ("Giving it up") nicht weiter wichtig finde. Diese Scheibe ist auch bis heute die einzige geblieben, die ich immer mal wieder hören kann und zu der ich immer stehen konnte :-).

Über die Spielweisen der vier netten Jungs muss ich nicht mehr viel verlieren - sie sind auch hier nicht anders als gewohnt. Aber kurz ein paar Songs:

"Loving is easy" ist ein schnörkelloser Opener mit z.T. eindeutig zweideutigem Text ("as I shoot all my love into you"); "Berlin" ist zwar eine unverzichtbare Feuerzeug-Schwenk-Schnulze geworden, aber das wusste am Anfang ja auch noch keiner (hinterher ist man immer klüger) - jedenfalls musste dieser Song in seiner ansprechenden Melodik einfach geschrieben werden, denn nicht umsonst hatten BJH in BRD ihre treuesten Fans. Dann wieder Lees mit seinen Zitaten und Band-Andeutungen (bereits aus "Titles" wohlbekannt): "A tale of two sixties" - wer sollte diese Dickens-Verballhornung mit der Aufzählung alter Helden des Rock 'n' Roll nicht mögen? Erwähnen möchte ich noch "The closed shop" mit seiner Quasi-orchestralen Einleitung, Wolstenholmes's Abschiedshymne in "In search of England" (passender Abschluss der ersten Plattenseite auf Vinyl) und vor allem "The streets of San Francisco": Würde mich nicht wundern, wenn Clint Eastwood in diesem Song seine Inspiration für den vierten Dirty-Harry-Streifen gefunden hätte - darin geht es nämlich auch um eine Frau, die "The Golden Gate park killer, the scourge of Frisco Bay" ist.

Aber ich will nicht länger alte Kamellen breittreten, finde nur, die guten alten Zeiten der 70er waren ja gar nicht mal so schlecht. Und diese Platte auch nicht. Wer schon immer mal wieder BJH hören wollte und nicht weiß, was von denen er noch vor sich selbst verantworten kann, sollte es vielleicht mal mit XII probieren...

Anspieltipp(s): The closed shop; In search of England; The streets of San Francisco
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.8.2003
Letzte Änderung: 6.8.2003
Wertung: 11/15
für die damalige Zeit angemessen; heute ist man verwöhnter...

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 5)


XII ist schon irgendwie nett zu hören, aber es hinterlässt trotzdem ein irgendwie schales Gefühl. Vor allem ist es nämlich eigentlich ein Softpoprockalbum mit jeder Menge hochklassiger Melodien, die nicht mehr aus den Ohren zu kriegen sind.

Der Opener "Loving is easy" geht dabei schon an die Schmerzgrenze, aber auch die großen Prog-Heroen (Genesis, Yes, ELP) haben 1978 nur unwesentlich Besseres geleistet. "Berlin" ist fraglos ein wunderschöner Ohrwurm, "Tale of Two Sixties" gar nicht mal schlecht, "The Closed Shop" wirkt auf mich zu plakativ - in Musik wie Text. Und so geht es weiter. Eine poppige Songsammlung: mal ganz nett, mal nicht ganz schlecht.

Wer also diese Art Prog-Pop mag, wie sie in der Art Ende der 70er am ehesten noch bei Supertramp oder Alan Parsons anzutreffen war, der kann mal reinhören. Aber ein essentielles Album ist XII für mein Hörgefühl nicht.

Anspieltipp(s): Berlin, In Search of England
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2003
Letzte Änderung: 18.11.2009
Wertung: 9/15

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Von: Fix Sadler @ (Rezension 3 von 5)


Weichspüler - Prog?

Echte Vorwürfe kann man BJH nicht machen, letztlich darf man sie als Synonym für Soft-Rock der gemäßigten Sorte betrachten.

Prog im Sinne der üblichen 70er-Heroen haben sie denn auch nie gemacht, eher lyrische Rockmusik bis um 1975 (erfolglos), später eben diesen typischen BJH-Weichspüler-Kram (ab 1979 mit "Altersheim-Attitüde" - aber auch erfolgreich...).

XII ist net schlächt... - aber eigentlich ist das Album genauso egal, wie alles was folgen sollte.

Für Kuschelrock-Gefühle durchaus brauchbar, möchte ich auf die Live-Alben der Band hinweisen, die alles beinhalten, was Proggy von BJH braucht.

Ich selber habe fast alle Platten als Vinyl und war nie in Versuchung den Kram auf CD nachzukaufen - Ausnahmen: Live (1974), Live Tapes (1978) und Berlin (auch Live, von 1984 - oder so...).

Fazit: Proggy sollte sich vornehmlich mit den Alben bis 1974 beschäftigen, zur Not noch mit Time Honoured Ghosts, Octoberon oder Gone To Earth.

XII begründet den Ruf (herzerfrischend in Holgers Kritik nachzulesen) der Schmuse-Softies BJH.

P.S.: mit Supertramp haben BJH schlichtweg überhaupt nix zu tun - aber das nur am Rande...

Anspieltipp(s): Berlin
Vergleichbar mit: Moody Blues
Veröffentlicht am: 7.8.2003
Letzte Änderung: 7.8.2003
Wertung: 6/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 4 von 5)


So, nachdem sich jetzt endlich auch noch andere als BJH-kundig geoutet haben, möchte auch ich meine unmaßgebliche Meinung, genauer: meinen Senf, zu diesem zwölften Album, der Einfachheit halber "XII" benannt, dazugeben.

John Lees hat die Songs, die aus seiner Feder stammen, mit einem Zusatz versehen, die den Bereichen einer Bücherei entsprechen. Hätten sich die anderen beiden Songschreiber dem angeschlossen, dann hätte man dahinter vielleicht auch einen Sinn entdecken können.

BJH hatten ihre Kreativität weitgehend verbraucht und setzten ihren Trend zum Mainstream ungebrochen fort. Dies mag wohl auch einer der Gründe gewesen sein, daß Woolly Wolstenholme, nebenbei bemerkt: mein Lieblings-BJHler, sich nach dieser Platte von den anderen trennte, um Soloplatten zu machen - also, genauer gesagt: eine.

Was also auf der Habenseite bleibt, wären "Berlin" und "Nova lepidoptera", das mir auch sehr gut gefällt. Der Rest ist zum größten Teil nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich von Belang.

Anspieltipp(s): Berlin, Nova lepidoptera
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2003
Letzte Änderung: 8.8.2003
Wertung: 7/15
mit Spielraum nach unten für das, was noch folgen sollte

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Von: Günter Schote @ (Rezension 5 von 5)


Ich kann zwar mit Fug und Recht behaupten, ein intimer Kenner der Werke von BJH zu sein, ein Liebhaber bin ich hingegen sicher nicht. Doch in Kinder- und Jugendtagen musste ich alles von BJH rauf und runter hören. Wo sind Amnesty International wenn man sie braucht? BJH sind platt. Auch vermeintlich Progressives wie „She Said“ oder „Summer Soldier“ ist platt. Ein Lichtblick für mich unter den Veröffentlichungen der Band ist jedoch das Album „XII“, welches von vielen anderen jedoch gerne als „platt“ bezeichnet wird.

Insgesamt ist der Sound des Albums kuschelweich, so wie man es auch auf den folgenden Alben der Band immer hören wird. Es ist kein AOR, es ist kein Rock, ganz sicher ist es jedoch auch kein Pop, von Prog will ich hier gar nicht sprechen. Aber was ist es dann? Es ist BJH. Ein Genre, dass bestenfalls an Supertramp, Alan Parsons und Moody Blues angrenzt, doch dabei immer unverwechselbar BJH bleibt. Nicht unerwähnt sollte man auch die Tatsache lassen, dass BJH von Jesus und der Liebe sangen, als Neal Morse sein Frühstück, Mittag- und Abendessen noch in Babylon zu sich nahm.

Schon wegen der Wolstenholm-Komposition „In Search of England“ ist „XII“ aber den Kauf wert. Voller Bombast, voller Pathos und unendlich viel Gefühl ist dieser Song - ebenso wie die gesamte Platte, die von den Kollegen oben schon ausreichend beschrieben wurde. Doch damit komme ich wieder zum Beginn meiner Rezi: BJH sind platt, XII ist auch platt, jedoch sind einige wenige Momente auch von erhabener Schönheit. Wegen diese Momente empfehle ich „XII“ dem Hörer.

Das Symbol der Band war der Schmetterling (latein: Lepidoptera). Das passt zu BJH: nett!

Anspieltipp(s): Loving is easy
Vergleichbar mit: einem verregneten Nachmittag
Veröffentlicht am: 7.11.2009
Letzte Änderung: 7.11.2009
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Barclay James Harvest

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Barclay James Harvest 6.50 2
1971 Once Again 11.00 1
1972 Barclay James Harvest & Other Short Stories 9.50 2
1972 Baby James Harvest 9.00 2
1974 Live 12.33 3
1974 Everyone Is Everybody Else 10.50 2
1975 Time honoured ghosts 11.50 2
1976 Octoberon 11.00 2
1977 Gone To Earth 9.00 2
1978 Live tapes 10.50 2
1979 Eyes of the Universe 6.67 3
1981 Turn of the Tide 5.00 1
1982 Berlin - A concert for the people 10.00 2
1983 Ring of Changes 6.50 2
1984 Victims of Circumstance 4.00 1
1991 Best of Barclay James Harvest - 1
1993 Caught In The Light 7.00 1
1997 River of Dreams 8.00 1
2000 Revival 9.00 1
2002 ...BBC Live in concert 1972 10.00 1
2002 Caught Live (DVD) 10.00 1
2005 All is safely gathered in - An anthology 1967-1997 11.50 2
2007 Legacy - Live at The Shepherd´s Bush Empire (DVD) 12.00 1
2007 Legacy - Live at The Shepherd´s Bush Empire 8.00 1
2008 After the day - The Radio Broadcasts 1974-1976 10.00 1
2009 Sea of Tranquility. The Polydor Years 1974-1997 11.00 1

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