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Moebius/Plank/Neumeier

Zero Set

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983
Besonderheiten/Stil: instrumental
Label: Sky
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dieter Moebius keyboards
Conny Plank studio
Mani Neumeier drums

Tracklist

Disc 1
1. Speed display 5.13
2. Load 5.20
3. Pitch control 6.23
4. All repro 3.28
5. Recall (vocal:Deuka;Sudan) 8.34
6. Search zero 8.38
Gesamtlaufzeit37:36


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das treibende Schlagzeug von "Speed display" wird von spartanischen Synthesizermustern und einer verfremdeten Stimme begleitet. Ähnlich konzipiert sind auch "All repro" und "Load", ersteres mit fröhlichen, an die Neue Deutsche Welle und deren "Casio-Musik" erinnernden Keyboardklängen, zweiteres mit gitarrenähnlichen Akkorden und dichteren elektronischen Effekten um einiges härter und bedrohlicher ausgefallen. Auf "Pitch control" läßt man Trance, Elektronik und ungestüme Turntables im Raum herumschwirren, während "Recall" die sudanesische Sängerin Deuka am Mikro zeigt, die zu den minimalistischen Keyboards und zum Schlagzeug improvisieren darf. "Search zero" bietet zerhackt wirkende Trompeten-, Vibraphon-, Pauken- und Gitarrenklänge (um nur einige der überwiedend elektronischen Spielereien aufzuzählen), natürlich zum allgegenwärtigen Schlagzeug, das jedoch zeitweise aussetzt, um die einmalig bizarre Welt des Herrn Moebius (wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit Herrn Plank) noch deutlicher hervortreten zu lassen.

Vielleicht könnte man die Tracks von "Zero Set"- bis auf "Search Zero" vielleicht - als eine kreative Mischung aus Elektronik, World Music, Hip-Hop (falls es sowas 1982 schon gab) und Trance bezeichnen. Eigentlich ist es eine dieser Platten, für die eine neue Stilbezeichnung erfunden werden müsste.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.10.2003
Letzte Änderung: 4.10.2003
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Ein weiteres Schätzchen aus alten Krautrock-Tagen hat das Hamburger Label Bureau B hier Anfang 2010 wieder ans Tageslicht gebracht. Moment, aus alten Krautrock-Tagen? Wir sind mitten in den 80ern, dem dunklen Jahrzehnt! Aber der Avantgarde-Elektroniker Dieter Moebius, Studiotüftler Conny Plank (als sein "Instrument" ist tatsächlich das Studio angegeben) und "Guru Guru"-Schlagzeuger Mani Neumeier zeigen sich auf Zero Set von einer kompromisslos experimentellen Seite.

Moebius liefert minimalistische Klangpatterns, die über die Laufzeit eines Stücks kaum variiert werden, darüber wirft er immer wieder mehr oder weniger seltsame elektronische Klänge. Dazu wuselt Mani Neumeier auf dem Schlagzeug, und Conny Plank... äh, ja, was immer der halt genau macht. Jedenfalls klingt diese Musik vor allem in den ersten drei Stücken richtig "funky", hat auch etwas Hip-Hop-artiges, wie Kollege Siggy oben schreibt (dabei wollte ich das erst gar nicht glauben, als ich das gelesen habe...). Bei Pitch Control wäre es keine absurde Vorstellung, sich noch einen Rapper dazu zu denken.

Sehr diszipliniert wirkt diese minimalistische Musik, ganz anders als die schrulligen Klangminiaturen, die Moebius' im gleichen Jahr erschienenes Soloalbum Tonspuren prägen. Die CD-Neuausgabe kommt im Digipak mit einem Begleittext des Avantgarde-Elektronikers Asmus Tietchens. Darin erfährt man u.a., dass die Titel des Albums und der einzelnen Stücke von Bedienelementen eines Tonbandgeräts stammen.

Zero Set ist ein weiteres Beispiel für die Vielseitigkeit elektronischen Musikschaffens aus deutschen Landen.

Anspieltipp(s): Pitch Control
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.2.2010
Letzte Änderung: 6.2.2010
Wertung: 11/15

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