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Kansas

Audio Visions

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1980
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: Sony Music
Durchschnittswertung: 6/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steve Walsh Keyboards, Vibes, Percussion, Lead Vocals
Kerry Livgren Guitars, Keyboards, Percussion, Vocals
Phil Ehart Drums, Percussion, Vocals
Dave Hope Bass, Vocals
Robbie Steinhardt Violins, Viola, Lead Vocals
Rich Williams Guitars, Percussion, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Relentless 4.56
2. Anything For You 3.58
3. Hold On 3.53
4. Loner 2.30
5. Curtain Of Iron 6.12
6. Got To Rock On 3.21
7. Don't Open Your Eyes 4.05
8. No One Together 6.58
9. A Room For A Stranger 3.00
10. Back Door 4.23
Gesamtlaufzeit43:16


Rezensionen


Von: Mark Wahl @ (Rezension 1 von 2)


Obwohl ich natürlich "Dust In The Wind" und "Carry On Wayward Son" aus dem Radio kannte, führte erst "Play the Game Tonight" zu meiner ersten Kansas-LP, nämlich Vinyl confessions. Es mußten dann weitere Scheiben her und so wurden "Song For America" und "Masque" auf einer Plattenbörse gebraucht erstanden. Aber das klang ja total anders! Das war Prog! Ich war völlig aus dem Häuschen und so habe ich mir die restlichen Alben nach und nach zugelegt.

Mit diesem hier (das letzte in der Originalbesetzung) tat ich mich aber richtig schwer: Da war dieses grauenhafte Cover (in LP-Größe!). Irgendwann habe ich dann aber doch zugeschlagen. Da auch das Artwork der Rückseite genauso seltsam ist, habe ich beim Hören immer schnell die innere LP-Hülle drauf gelegt...

Nun aber zur Musik. Kansas haben hier den Prog kräftig runter und AOR kräftig rauf gefahren. Man hört zwar die typischen Kansas-Trademarks, aber zum Großteil finden sich kurze Songs mit Strophe, Refrain und kurzem Instrumentalsolo.

Es gibt daher nur zwei etwas längere Stücke ("Curtain Of Iron" und "No One Together). Diese zwei Stücke haben längere interessante Instrumentalintros, sind dann aber eher auch ziemlich einfach gestrickt. "Curtain Of Iron" erinnert mich ein wenig an "Ground Zero" von Kerry Livgrens Soloalbum Seeds Of Change, ebenfalls von 1980. Allerdings ist hier der Bombast (oder Kitsch?) nicht so extrem, ein Chor mit weiblicher Beteiligung findet sich aber auch.

Da sind wir dann auch bei den Vocals. Es wird einfach viel zuviel gesungen! Längere Instrumentalpassagen sind Fehlanzeige. So schafft es Steve Walsh zudem auch noch, dass mich sein Gesang an eingen Stellen nervt (kam in den Alben vorher nicht vor!), hier sei der Schluss von "Hold On", Strophen von "No One Together" und "Got To Rock On" genannt.

Dieses "Got To Rock On" und "Loner" sind für mich die Tiefpunkte des Albums, einfache Rocker, ziemlich belang- und gesichtslos.

Die Scheibe ist nicht so schlecht, aber es fehlen halt die wirklichen Klassiker der vorangegangenen Alben und sie ist weder Fisch (Prog) noch Fleisch (AOR), also eher etwas für Komplettisten.

Anspieltipp(s): Loner (-), Back Door (+)
Vergleichbar mit: Kansas - Prog = ?
Veröffentlicht am: 30.7.2011
Letzte Änderung: 31.7.2011
Wertung: 7/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Wenn ein Segelschiff einen Wasserfall hinuntersaust, erwartet der geneigte Fan von Hollywoodkino üblicherweise ein spektakuläres Zerbersten des Gefährts an weiter unten gelegenen Felsen oder ähnlichem. Falls der Abgrund, wie auf dem Cover von "Point Of Know Return" zu sehen, bodenlos ist, stellt das den Hollywoodfan natürlich vor Probleme bezüglich der Erwartungshaltung. Beim Sturz in die dort dargestellte kalte Unendlichkeit ist dergleichen schließlich nicht zu erwarten, bestenfalls ein eher unspektakuläres Einfrieren.

Nach dem formidablen "Monolith" steht nun also "Audio Visions" an, die Abschiedsvorstellung der klassischen Kansas-Besetzung. Nennen wir das Kind gleich beim Namen: Kansas haben entweder die Hit-Formel herausgefunden, oder sich auf die "Tugenden" von "Carry On Wayward Son" besonnen. So böllert dann auch "Relentless" gleich los: Hartes Riff, ruhiger Beginn der Strophe, mehrstimmiger Refrain und "ganz nette" Soloarbeit. Dennoch muss sogleich der Zeigefinger gehoben werden: War "Carry On..." noch von durchwegs filigraner Instrumentalarbeit geprägt, gibt es hier außerhalb der Soli so richtig simple, um nicht zu sagen stumpfe Parts. Dä-dä-dämm-Riffs, Ufftata-Schlagzeug und Düüüüdüüüü-Orgel. Das ist nicht das, was ich hören will.

Leider zieht sich dieses Syndrom aber durch die ganze Platte: Insbesondere rhythmisch sind Stücke wie "Anything For You" oder "Got To Rock On" viel zu flach. Wenn dieser Kritikpunkt gerade nicht greifen sollte, stellt man gleich andere fest. Beispielsweise geht der Halbballade "Hold On" jegliche Dramatik ab, was die Nummer schlicht belanglos klingen lässt. Anderswo gibt's textlich die große Peinlichkeit, am grandiosesten wohl in "Loner" ("Your hair was long, and so was mine") und "Got To Rock On". Wer mit Erinnerungen hausieren geht, sitzt normalerweise längst im Heim. Wieder in anderen Songs, beispielsweise in "Anything For You", gibt es dieses AOR-typische Pseudoklavier zu hören (vergleiche Foreigners "Cold As Ice").

Ein paar schöne Ausnahmen gibt's dennoch in der zweiten Hälfte: Da wäre das schrille und schnelle "Don't Open Your Eyes", das wie eine Fusion aus klassischen Kansas-Trademarks und einem gelungenen Song der ersten drei Saga-LPs klingt. Als guter Tribut an den alten Sound geht auch noch "No One Together" durch, das mit einem etwas volleren Arrangement durchaus auf "Monolith" hätte stehen können. "No Room For A Stranger" hat auch ein paar schräge, für Kansas-Verhältnisse geradezu psychedelische Momente. Kurios und andererseits auch bezeichnend, dass alle drei Songtitel irgendwas mit "Nicht" bzw. "Kein" zu tun haben.

Ich könnte mich auch bemühen, "Audio Visions" als Ganzes irgendwie gut zu finden. Aber das wäre schlicht und ergreifend falsch. Die erste Hälfte des Albums kombiniert die Begriffe "eingängig" und "simpel" auf genau die Art und Weise, dass dabei "penetrant" herauskommt. Hinzu kommen das latent peinliche Moment einiger Stücke und die im Vergleich zu früher so wenig differenzierten Arrangements. Kansas stürzen hier also wie eingangs geschildert in den Abgrund, aber sie machen auch heute noch weiter. Nein, es gibt keine Hollywood-Explosion, der Sturz geht also weiter.

Anspieltipp(s): Don't Open Your Eyes (zum Rosinenpicken), Loner (zum Abewöhnen)
Vergleichbar mit: Gentle Giant - Civilian, das war insgesamt genauso dumpf und penetrant
Veröffentlicht am: 7.10.2011
Letzte Änderung: 7.10.2011
Wertung: 5/15
ohne die genannten pasablen Songs wäre es nur halbsoviel

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kansas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Kansas 10.67 3
1975 Song For America 12.33 3
1975 Masque 10.33 3
1976 Leftoverture 13.00 3
1977 Point Of Know Return 13.00 3
1978 Two For The Show 13.00 2
1979 Monolith 10.00 3
1982 Vinyl confessions 7.50 2
1983 Drastic Measures 2.00 2
1986 Power 8.00 1
1988 In The Spirit Of Things 7.00 1
1993 Live at the Whisky 11.00 1
1994 Box Set 12.00 1
1995 Freaks Of Nature 10.00 1
1998 King Biscuit Flower Hour Presents 10.00 1
1998 Always Never The Same (featuring The London Symphony Orchestra) 7.00 1
2000 Somewhere To Elsewhere 10.00 1
2003 Device - Voice - Drum 10.33 3
2004 Sail On - The 30th Anniversary Collection - 1
2009 Original Album Classics - 1

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