Astounding Sounds, Amazing Music
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Charisma |
| Durchschnittswertung: |
9/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Dave Brock |
lead vocals,guitars,synthesizers |
| Robert Calvert |
vocals |
| Simon House |
keyboards,violin |
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| Alan Powell |
drums |
| Paul Rudolph |
bass |
| Nik Turner |
sax,flute,vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Reefer madness
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6.03
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| 2. |
Steppenwolf
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9.46
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| 3. |
City of lagoons
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5.08
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| 4. |
The aubergine that ate rangoon
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3.33
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| 5. |
Kerb Crawler
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3.45
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| 6. |
Kadu Flyer
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5.29
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| 7. |
Chronoglide skyway
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4.40
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| Gesamtlaufzeit | 38:24 |
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Rezensionen

Die Veröffentlichung von "Astounding sounds, amazing music" markierte einen Plattenfirmenwechsel, außerdem wurden einige musikalische Neuerungen bei Hawkwind hörbar. Die treibenden Rhythmen und trancigen Stücke der früheren Hawkwind-Alben sucht man hier vergebens. Darüberhinaus wurde der Texteschreiber Robert Calvert zum Vollzeit-Mitglied und Sänger ernannt. Der gleiche Sci-Fi-Autor Calvert, der bereits auf "Space Ritual" als "Poet" für gesprochene Texte bzw. Gedichte wie "Earth calling" oder "Welcome to the future" verantwortlich zeichnete.
"Reefer madness" ist am ehesten noch ein Psychedelic-Rocker mit mainstreamiger Piano- und Gitarren-Begleitung und leicht verschmitzt anmutenden Gesangparts. Es erklingen hier einige "astounding sounds", wie energetische Synthie-Sax-Dialoge, oder diverse Klangverfremdungen, was als "psychedelischer" Klangbrei maßgeblich zur Originalität des musikalisch im Grunde mainstreamorientierten Stückes beiträgt. Die Teile des Arrangements (damit meine ich die Kombination der Gitarrenakkorde und der Perkussion mit der Hammondorgel) von "Steppenwolf" erinnern mich an...Santana, aber die restlichen Faktoren des Stückes, wie der leicht verfremdete Sprechgesang von Calvert, und erst recht das Geigensolo von House, entziehen sich diesem Vergleich. Im weiteren Verlauf zeigt Calvert, dass er der deutschen Sprache nicht ganz abgeneigt ist. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", heißt es da wiederholt. "City of lagoons" bietet überraschenderweise funkige Rhythmustruppe zu summenden Synthies und lockeren Keys-, und Gitarreneinwürfen.
Das Instrumental "The aubergine..." hat wieder einige ungewohnte, schwer einzuordnende Elemente zu bieten. Zu blubbernden Synthies gibt es allgegenwärtige, verschwimmende Gitarrenklänge und Saxsolos. "Kerb Crawler" ("remixed by Dave Gilmour" heißt es auf der LP, aber ohne Pink Floyd-Ähnlichkeit) ist ein einfacher Rock'n'roller mit weiblichen Backing Vocals ("Keeeeerb Crawleeeer" singen die unbekannten Damen immer wieder ; Musste das denn sein?). "Kerb Crawler" bleibt daher bis heute wahrscheinlich das schwächste Stück von Hawkwind. Der dritte Track, "Kadu Flyer", läßt charakterische Gesangseinfälle von Brock erkennen, die sich hinter der Mainstream-Rock-Fassade aus klimperndem Piano und rockenden Gitarren verbergen. Dieses geht in von Sitarklängen durchsetzten, kurzen Jam mit Sopransax und Gitarrensolos über. Nach einem kurzen Übergang erklingt ein spaciges Instrumentalstück "Chronoglide Skyway", mit Mellotron zur Schlagzeugbegleitung und verfremdeten Sopransax- und Gitarrensolos. Nicht gerade Hawkwind-untypisch.
"Astounding sounds" war scheinbar als musikalische Umorientierung gedacht, die Dave Brock 1976 mit neuer Plattenfirma und verstärkter Beteiligung von Robert Calvert einleitete. Allzu radikal ist diese Umstellung meines Erachtens nicht ausgefallen. Trotz zahlreicher Rock-Mainstream- und Rock'n'roll-Akzente konnte man sich das Spacig-Psychedelische doch nicht ganz verkneifen.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
28.12.2003 |
| Letzte Änderung: |
28.12.2003 |
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Album Nr. 1 mit Robert Calvert, und man möchte nach dem düsteren "Warrior On The Edge Of Time" schon fast meinen, dass sich die Musik auf "Astounding Sounds, Amazing Music" dem latenten Wahnsinn seines Sängers angepasst hätte. "Reefer Madness" klingt mit seiner Klavierbegleitung und der nach vorne gehenden Gitarren- und Schlagzeugarbeit regelrecht fröhlich, hat aber mit der verschlungenen Gesangsmelodie und dem psychedelischen Mittelteil samt Synthie- und Saxofonsoli eine nicht zu verachtende Hintergründigkeit. Die es auch haben müsste, wenn man die ultraplakative Textvorlage und die hier gebotene ironische Behandlung derselben in Betracht zieht.
Das folgende "Steppenwolf" ist bis heute auch einer der bemerkenswertesten Hawkwind-Songs: Fängt es tatsächlich fast wie eine Carlos-Santana-Nummer ("Oye como va" oder "Evil Ways", kurioserweise bin ich aber auch ohne genauere Kenntnis von Siggys Rezi auf diesen Trichter gekommen) in der zugehörigen bodenständigen Rockinstrumentierung an, so wird diese Basis doch genutzt, um den natürlich nach Vorlage des Hermann-Hesse-Romans angelegten Text bestens in Szene zu setzen. Das Ergebnis ist eine entschlackte, aber spannende Rocknummer, die den Hörer auf den Gesang geradezu einschwört. "I am a man-wolf, who sees them at their daily tasks at factories and office desks...", "My eyes are convex lenses of ebony..." und schließlich "Und isch weiß nischt, was isch sagen soll." Hawkwind haben hier Text und Musik auf einem derart selten gehörten Niveau verknüpft, dass die Umschreibung "eindringlich" noch viel zu kurz greift.
Leider hält der Rest des Albums das Niveau der beiden Opener nicht. "City Of Lagoon" ist ein eher entspanntes Instrumental, das mich stimmungsmäßig entfernt an Fleetwood Macs "Albatros" erinnert, aber vor allem aufgrund seiner Formlosigkeit längst nicht den Zauber von "Wind Of Change" (der Hawkwind-Nummer natürlich, ihr Banausen!) oder "Spiral Galaxy 28948" entfaltet und sich somit einfach nur dahinschleppt. "The Aubergine That Ate Rangoon" ist erneut instrumental und vom Rhythmus her so vertrackt, dass man förmlich erwartet, wie John McLaughlin und Jan Hammer gleich um die Ecke gefrickelt kommen. Leider bleibt es hier bei der unerfüllten Erwartungshaltung bzw. ein paar Takten Nik-Turner-Saxofon und somit also bei einem weiteren formlosen Jam-Instrumental.
"Kerb Crawler" ist dann eine weitere biedere Hardrock-Nummer, wie es sie schon auf dem Vorgängeralbum in Form von "Kings Of Speed" gab. Dieser Stil kommt Robert Calvert irgendwie nicht entgegen, wobei er ja sogar auf seinem legendären "Captain Lockheed..."-Soloalbum auf ähnliche Kompositionen gesetzt und dabei, wie ich meine, in erster Linie - um nicht zu sagen "lediglich" - aufgrund des Konzeptcharakters überzeugt hatte. "Kadu Flyer" ist dann, um's mal so zu nennen, Space-Pop. Für das übliche Genre-Etikett ist die Nummer einfach zu simpel und locker arrangiert. Lediglich das hippieske Ende sorgt für kurzes Aufhorchen. Das abschließende "Chronoglide Skyway" ist dann zwar nochmals ein Instrumental, geht aber mit interessanter Stimmung ohne größere Probleme als drittbestes Stück von "Astounding Sounds, Amazing Music" durchs Ziel. Fast sowas wie die motorisch begabte Version des "Hall Of The Mountain Grill"-Titelstücks. Witzigerweise meine ich gegen Ende (beim Gitarrensolo) noch ein paar Takte "Carpet Crawlers" herauszuhören.
Fazit also: Hawkwind haben ihren Sound gründlich entschlackt und das einstige spaceship in eine ironisch-humorvolle Richtung gelenkt. Dabei sind zwei überragende Stücke (na, welche wohl?), ein spannendes und zwei langweilige Instrumentals sowie zwei belanglose Rocknummern herausgekommen. Angesichts der Qualität von "Reefer Madness" und "Steppenwolf" müsste ich den Stilwechsel eigentlich begrüßen, aber andererseits gibt's hier jede Menge Ausschuss. Insofern ist es vielleicht doch nicht so schlecht, dass das folgende "Quark, Strangeness & Charm" sowohl Weltraum als auch Rock wiederentdeckt.
| Anspieltipp(s): |
Reefer Madness, Steppenwolf, Chronoglide Skyway; schon hätten wir ausgesiebt |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.3.2012 |
| Letzte Änderung: |
25.5.2012 |
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