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17423 Rezensionen zu 11858 Alben von 4426 Bands.
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Egg

The Civil Surface

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Canterbury
Label: Caroline
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mont Campbell Bass, Piano, French Horn, Voices
Dave Stewart Organ, Bass, Piano, Keyboards
Clive Brooks Drums

Gastmusiker

Steve Hillage Guitar
Lindsay Cooper Bassoon, Oboe, Wind
Jeremy Baines Flute
Maurice Cambridge Clarinet
Barbara Gaskin Vocals
Tim Hodgkinson Clarinet
Christopher Palmer Bassoon
Amanda Parsons Vocals
Ann Rosenthal Vocals
Stephen Solloway Flute

Tracklist

Disc 1
1. Germ Patrol 8:31
2. Wind Quartet 2:20
3. Enneagram 9:07
4. Prelude 4:17
5. Wring Out the Ground (Loosely Now) 8:11
6. Nearch 3:22
7. Wind Quartet II 4:48
Gesamtlaufzeit40:36


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Zum Zeitpunkt der Aufnahme von "The Polite Force" gab es die Band Egg eigentlich schon lange nicht mehr. Allerdings hatte sich durch Stewarts Arbeit mit "Hatfield & The North" die Möglichkeit ergeben, ein drittes "Egg"-Album aufzunehmen, und so kamen Stewart, Mont Campbell und Clive Brooks nocheinmal zusammen, um einige alte Egg-Nummern auf Platte zu bannen, die zwar regelmässig live gespielt worden waren, aber nicht auf den beiden vorhergehenden Egg-Album zu finden sind.

Da das vorhandene Material aber etwas knapp für ein volles Album war, wurden ausserdem zwei kleine Bläser-Quartette aus Campbells Feder als Füller genommen (Campbell spielt nicht nur Bass, sondern auch Horn). Allerdings sind diese Quartette der vielleicht grösste Schwachpunkt der Platte, denn obschon kompositorisch nett klassizistisch wenn auch nicht wirklich aufregend ist die Ausführung der Quartette ziemlich amateurhaft (deutliche Intonationsprobleme) und sicher gefundenes Fressen für alle, die auf die klassischen Anwandlungen von Rockmusikern herabsehen.

Wo wir gerade bei Schwachpunkten sind: auch Mont Campbells Vocals auf "Wring Out the Ground" liegen teils schrecklich neben dem beabsichtigten Ton, was das Hörvergnügen doch etwas beeinträchtigt. Aber genug davon: die restlichen Stücke, vor allem "Germ Patrol" und "Enneagram" sind typische, sehr unterhaltsame "Egg"-Nummern: komplexer, anspruchsvoller und verspielter Canterbury. Und dank der Mitarbeit diverser Gastmusiker (siehe die Besetzungsliste oben) ist "The Civil Surface" vom Gesamtsound her ein Stück abwechslungsreicher geraten als die beiden Vorgängeralbum und von daher auf jeden Fall eine herzliche Empfehlung für jeden Canterbury-Aficionado wert.

Anspieltipp(s): Germ Patrol, Enneagram
Vergleichbar mit: Hatfield and the North
Veröffentlicht am: 24.4.2002
Letzte Änderung: 24.4.2002
Wertung: 8/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


Im Herbst 1973 gaben Hatfield and the North und Gilgamesh einige gemeinsame Konzerte. Dabei kam es wohl auch zu diversen Jamsessions, so dass die Idee entstand aus den Mitgliedern beider Bands ein Doppelquartett zu formen. Das Ergebnis dieser Bemühungen war dann die Band National Health, welche gut zwei Jahre später, im Herbst 1975, erstmals auftrat. Da die beiden Bassisten von Hatfield and the North und Gilgamesh (Richard Sinclair bzw. Jeff Clyne) offenbar kein Interesse an dem neuen Bandprojekt hatten, besann sich Hatfield-Keyboarder Dave Stewart seines alten Egg-Kollegen Mont Campbell, der dann auch der erste Bassist von National Health wurde (siehe die National-Health-CD "Missing Pieces"). Vorher spielten Stewart und Campbell allerdings noch ein drittes Egg-Album ein, wozu sie nicht nur ihren ehemaligen Schlagzeuger Clive Brooks (der sich inzwischen der Bluesrockformation The Groundhogs angeschlossen hatte) ins Studio baten, sondern auch von Steve Hillage, den Northettes, Jeremy Banes, Tim Hodgkinson und Lindsay Cooper (letztere beiden von Henry Cow) unterstützt wurden.

"The Civil Surface" wurde 1974 auf dem neu gegründeten Virgin-Unterlabel Caroline veröffentlicht und enthält drei längere Nummern, die sich schon in den frühen 70ern im Repertoire von Egg befanden und einiges an Füllmaterial. "Germ Patrol", "Enneagram" und "Wring out the ground loosely now" sind dabei typische und durchaus hochwertige Canterbury-Nummern, die jederzeit mit dem alten Egg-Material mithalten können und durch die etwas abwechslungsreichere Instrumentation, insbesondere die gelegentlichen Beiträge der Gastmusiker, sogar eine interessante Aufwertung erfahren haben. Extrem viel Mehrwert, auch im Vergleich mit den beiden Hatfield-Alben, denen sich diese Stücke klanglich annähren, ist zwar nicht unbedingt auszumachen, doch sollten Canterbury-Liebhaber sehr viel Spaß an den Nummern haben - der Rezensent hat ihn zumindest. Dann sind auf "The civil surface" noch zwei Bläserquartette, "Prelude" und "Nearch". Die Quartette sorgen zwar für klangliche Abwechslung, doch ist die Ausführung - Udo hat es weiter oben schon erwähnt - kaum als professionell zu bezeichnen. Auch in kompositorischer Hinsicht sind die beiden Stückchen nicht der Rede wert. "Prelude" ist ein etwas langatmiges und uninspiriertes Bass-Orgel-Duo, versehen mit einem kurzen Chorteil für das Damen-Gesangstrio und einer halbherzigen Schlagzeugeinlage in der Mitte. Na ja. "Nearch" ist dann noch ein etwas holpriges Durcheinander an Waldhornklängen, E-Piano, Schlagzeug und Fagott, welches reichlich unfertig und unausgegoren wirkt.

Eine interessante Ergänzung für den Canterbury-Freak ist "The Civil Surface" mit Sicherheit. Wer die Musik von David Stewart und Kollegen schätzt, der sollte auch diese Scheibe kennen, wenn auch nur wegen der drei Langnummern. Auch als eines der viel zu seltenen Dokumente für Mont Campbells virtuoses Bassspiel ist dieses Album wichtig. Trotzdem sollten hier nur Fans und Komplettisten zugreifen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.4.2007
Letzte Änderung: 10.4.2007
Wertung: 9/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Ich will für dieses Album mal eine Lanze brechen. Ja, es ist ein nachgeschobenes Album einer Band, die zum Zeitpunkt der Aufnahmen zwar eigentlich nicht mehr existierte, und ja, es enthält recht heterogene Sachen, die zusammen, als Album, nicht so recht Sinn ergeben, aber es ist eines der wenigen Alben, für die Mont Campbell weitgehend verantwortlich zeichnet und enthält einigen extrem komplizierten Kram, den ich nur jedem ans Herz legen kann, dessen Herz auch mal im 15/8-Takt schlägt.

1974 rief Dave Stewart Egg ein letztes Mal zusammen, weil er das Gefühl hatte, dass die Band nicht alles losgeworden war, was sie zu sagen gehabt hatte. Insbesondere wollte er die in ihrer Komplexität ans Lächerliche grenzenden "Enneagram", "Germ Patrol" und "Wring out the Ground" aufnehmen, bevor die Songs in Vergessenheit gerieten. Recht so: Denn so wurde uns mit "The Civil Surface" eine letzte Perle im viel zu kleinen Œuvre des Mont Campbell zuteil. Zu diesem Zweck wurde unter anderem auch Steve Hillage zurückgeholt, er ist auf "Wring out the Ground" zu hören, das damit eigentlich eine Reunion von Uriel, der ersten Band der vier, darstellt.

Der weithin als solcher anerkannte Höhepunkt des Albums ist "Enneagram". Auch die Band sieht das Stück heute als ihr bestes an. Metrische Verstiegenheiten paaren sich mit einem bei Egg zuvor in dem Maße nicht vorhandenen Sinn für Melodie und Struktur - soll ich anfangen? Also gut: Stellt Euch vor, Ihr wärt ein Keyboarder. Eure rechte Hand müsste zusammen mit dem Drummer im 15/8-Takt spielen, eure Linke dagegen eine immer wiederkehrende Figur im 10/8-Takt, die der Bassist, als wäre das nicht schon genug, gleichzeitig in einer 11/8-Version spielt. Das geht nicht? "Enneagram" hören! Das ergibt keinen Sinn? "Enneagram" hören! Dazu gibt's die für den Frickelprog so typischen von Halbtonschritten dominierten Melodien, die immer am Rande des Melodiehaften entlangschrubben. Frickelfreunde, das ist Eure Scheibe!

"Germ Patrol" und "Wring out the Ground" gehören in eine ähnliche Ecke, wobei das Keyboardsolo über einem 17/8-Takt in "Germ Patrol" einem wirklich die Haare zu Berge stehen lassen kann. "Prelude" und "Nearch" weisen dann in die Richtung, in die es für Komponist Campbell weiterging: nerdige instrumentale Neoklassik, die mit dem allem technischen Gefrickel zum Trotz erdigen Prog-Rock von Egg nicht mehr viel zu tun hatte. Dass er sich kurz darauf von der Musik weitgehend zurückzog, ist, angehörs dieser kleinen Perlen, die eine Art Link zwischen dem Canterburysound und dem frühen Avantgarde bilden, mehr als schade.

Anspieltipp(s): Alle, alle, alle!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2011
Letzte Änderung: 24.5.2011
Wertung: 12/15
Irre Scheibe! Aber Udo, Achim: Das Schlagzeug ist zu laut, oder?

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Egg

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Egg 9.00 3
1971 The Polite Force 11.00 2
2007 the metronomical society 10.00 1

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