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Emerson, Lake & Palmer

Works, Volume 1

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Manticore
Durchschnittswertung: 8/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Keith Emerson Keyboards
Greg Lake Vocals, Bass, Guitar
Carl Palmer Drums, Percussion

Gastmusiker

Orchestra de L'Opera de Paris
Godfrey Salmon Conductor
London Philharmonic Orchestra
John Mayer Conductor
Joe Walsh Guitar, Scat Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Piano Concerto No.1

1. First Movement Giojoso 9:21
2. Second Movement: Andante Molto Cantabile 2:09
3. Third Movement: Toccata Con Fuoco 6:48

18:27
2. Lend Your Love To Me Tonight 4:01
3. C'Est La Vie 4:16
4. Hallowed Be Thy Name 4:35
5. Nobody Loves You Like I Do 3:56
6. Closer To Believing 5:33
Gesamtlaufzeit40:48
Disc 2
1. The Enemy God Dances With The Black Spirits 3:20
2. L.A. Nights 5:42
3. New Orleans 2:45
4. Two Part Invention In D Minor 1:45
5. Food For Your Soul 3:57
6. Tank 5:08
7. Fanfare For The Common Man 9:40
8. Pirates 13:18
Gesamtlaufzeit45:35


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 5)


1977, mitten in der Punk-Hysterie und dem unaufhaltsamen Niedergang des Prog, musikalisch wie auch an Popularität, setzten "Emerson, Lake & Palmer" noch einmal alles daran, sich selbst an Bombast und Prätentiösität zu übertreffen, wahrlich kein leichtes Unterfangen. Auswuchs dieses Versuch: "Works, Volume 1". Alleine der Titel (übrigens ein Vorschlag von Pete Sinfield) sagt schon einiges.

Das Konzept der Platte: drei der vier Seiten der Doppel-LP gehören jeweils einem der Bandmitglieder als Solo-Bereich, lediglich die letzte Seite enthält zwei echte Band-Nummern.

Emerson beginnt mit seinem halbwegs virtuosen "Piano Concerto No.1", das tatsächlich ein ausgewachsenes dreisätziges Klavierkonzert (inkl. "Toccata Con Fuoco" als drittem Satz) mit vollem Symphonie-Orchester darstellt, welches Einflüsse von der Spätromantik über Strawinsky, Bernstein bis hin zum Ragtime und Jazz verwurschtet. Es ist nett anzuhören, wenn auch nicht wirklich erinnernswert und kaum ein Ersatz für Rachmaninoff und Co.

Als nächstes ist Greg Lake an der Reihe. Was uns hier erwartet, ist klar: schnulzige Popsongs mit viel Gitarrengeschrammel. Titel wie "C'est La Vie", "Lend Me Your Love Tonight" oder "Nobody Loves You Like I Do" sagen eigentlich alles, deswegen decken wir lieber den Mantel des Schweigens drüber...

Carl Palmers Seite ist schon etwas reizvoller, vor allem wegen der abwechslungsreicheren Mischung: von der druckvollen Prokofiev-Bearbeitung "The Enemy God Dances With The Black Spirits" mit Schlagzeug und Orchester über die hektische Rock-Fusion-Nummer "L.A. Nights" mit zu langem 70s-Rock'n'Roll-Schluß, eine überflüssige Version einer Bach-Invention, Krimi-Serien-Sound à la "Die Straßen von San Francisco" in "Food For Your Soul" bis zum orchestrierten Remake von "Tank" vom ersten ELP-Album. Aber am Ende bleibt auch hier wenig Nahrhaftes übrig.

Der Bandteil beginnt mit der Copeland-Bearbeitung "Fanfare For The Common Man" mit hohem Wiedererkennungswert mit Fanfaren-Synthies und nett pulsierendem Rhythmus. Ich liebe übrigens den trötigen "Yamaha GX-1"-Sound im Mittelteil, der im Lauf des Solos von Emerson immer weiter ins Kratzige, Agressive, Ekstatische gedrückt wird und höre mir die Nummer alleine deswegen gerne an, aber das ist wohl nicht jedermanns Sache. Das 13minütige "Pirates" ist eine Band plus Orchester Bombastnummer, die vor allem unter Greg Lakes Gesang leidet. Auf den späteren ELP-Platten (z.B. auch "Love Beach") und insbesondere hier zeigt er eine verhängnisvolle Neigung dazu, die Töne nicht mehr sauber zu treffen und sie zum Ausgleich dafür affektiert zu schleifen (na ja, vielleicht soll es ja auch Piraten-Gegröhle sein...). Dies und das mickrige unsaubere Synthie-Solo (ca. Minute 3) vergällt mir diese anfürsich nette Nummer.

Meine Empfehlung: wer eine schwache Ader für ELP und "Fanfare" hat und zufällig die Doppel-CD für 20 Märker im Gebrauchtregal findet, kann sich überlegen sie mitzunehmen, ansonsten kann man gut drauf verzichten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2002
Letzte Änderung: 24.4.2002
Wertung: 3/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 5)


An sich finde ich an der Grundidee von "Works", also je eine Plattenseite mit Solostücken der drei, die vierte dann für die gesamte Band, nichts prätentiöses oder größenwahnsinniges. Gescheitert ist "Works" trotzdem, zumindest, was die Soloeskapaden der drei betrifft. Die fallen in die Kategorien "nett, aber harmlos" (Emerson), "Schleim" (natürlich Lake), bzw. "ansatzweise interessant, aber irgendwie zu verzettelt" (Palmer). Einigermaßen überzeugend ist nur die Bandseite. Die Copland-Bearbeitung "Fanfare for the common man" mit dem treibenden Rhythmus und den im Verlauf des Stücks immer schräger klingenden Synthies ist richtig gelungen. Von diesem Stück gab es damals auch eine verkürzte Singlefassung. Mit "Pirates" gibt es dann den endgültigen Bombast-Overkill, ein Stück wie die Musik zu einem Kostümschinken, kitschig, aber dennoch irgendwie gut.

Anspieltipp(s): Fanfare for the common man
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.3.2004
Letzte Änderung: 20.3.2004
Wertung: 6/15
Emerson: 8, Lake: 1, Palmer: 7, ELP: 9

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 3 von 5)


Eine Track-by-track Bewertung.

KEITH EMERSON Piano Concerto No. 1: Wahrscheinlich meine erste bewußte Begegnung mit klassischer Musik, damals als ich mir die LP kaufte. Ich hab das Stück von Anfang an geliebt und noch heute finde ich es durch und durch spannend. Höchstnote. Alles dran, was ich an guter Musik schätze. Note: 15

GREG LAKE Lend your love to me tonight: Ziemlich langweilige Durchschnittsballade Note: 1

C'est la vie: Bis heute eine meiner absoluten Lieblingsballaden. Hundertmal gehört, gefällts mir beim 101ten Mal immer noch. Das wunderschön französisch anmutende Akkordeon gibt dem Romantiker in mir dann den Rest. Ich hab eben ein großes Kitschherz. Note: 14

Hallowed be thy name: Treibt schön akustisch vorwärts. Interessante Stimmung für mich. Note: 8

Nobody loves you like I do: Der nicht zu schlagende Dooftitel wird nur noch von der superlangweiligen Doofmusik überboten. Note: 0

Closer to believing: Irgendwie eine Kurzversion von Pirates, finde ich. Akustikballade mit Orchesterarrangements. Ich mags gern. Note: 8

CARL PALMER The enemy god dances with the black spirit: Da kann er nix falsch machen, da stimmt alles für mich. Das Original von Prokofiev ist schon ein herrlich dramatisches Stück Musik, Palmer braucht es nur noch durch sein exzellentes Drumming zu begleiten. Ideales Vehikel, um von hier ins Drumsolo einzusteigen, wie er es bei Konzerten ja dann praktiziert hat. Note: 15

L.A. Nights: So etwas über 2 Minuten lang, ists ein richtig guter Seventies-Rock Song mit auffallendem Schlagzeugspiel. Dann wechseln sie zu nem Rock'n Roll-Rhythmus mit Bläsern garniert, und ab da ist es durchschnittlich und langweilig. Note: 3

New Orleans: 3 Minuten Langeweile. Note: 0

Two part invention in D-Minor: Witzige kleine Bach-Adaption. Gefällt mir gut. Note: 6

Food for your soul: Zwischen funky 70er-Rock und Jazz, eine etwas wirre, aber doch nicht wirklich total schlechte Nummer. Note: 4

Tank: Gefällt mir schon auf dem ersten Album. Die Neubearbeitung mit dem Orchesterteil und dem schönen Synthiesolo finde ich sehr gelungen. Note: 13

EMERSON LAKE PALMER Fanfare for the common man: Eines meiner Ewigkeitsstücke. Liebe ich einfach von vorne bis hinten und zurück. Wie Emerson sich immer mehr in die quietschigen Soli reinsteigert, ist eine Schau für mich. Ich finde es immer wieder schade, wenn es nach nicht mal zehn Minuten schon vorbei ist. Das Stück wird nur noch durch die exzessiveren Liveversionen davon übertroffen. Note: 15

Pirates: Und noch ein Ewigkeitsstück. Ein zweieinhalbstündiger Hollywoodfilm im Miniformat auf 13 Minuten eingedampft. Ein Rockmusical im Schnelldurchgang. Dramatisch, pompös, überschwenglich, schwülstig – krieg ich nicht genug davon. Da sehe ich immer den zugehörigen nie gedrehten Piratenfilm vor mir. Note: 15

Die Remastered-Version enthält als Bonus noch die drei Stücke – Tank (9:49 Minuten), The enemy god (3:13) und Nutrocker (4:18). Musikalisch recht feine Versionen vom 24. Januar 1978 in Indiana. Tank und Enemy god sind natürlich das Showcase für Palmer, und er klöppelt sich recht furios da durch. Nur VORSICHT, bevor jemand losläuft und sich deswegen die neue Version zulegt. Der Sound ist unterirdisch schlecht. Ich bin Bootlegs gewöhnt, aber das ist unterste Schublade. Da mag ich nicht glauben, dass es im ELP-Archiv nicht bessere Liveaufnahmen aus der Zeit zur Veröffentlichung gegeben hätte. In die Benotung des Albums hab ich diese Tracks aber nicht einfließen lassen.

Ich habe die vier Teile jeweils für sich bewertet und dann das Ergebnis durch 4 geteilt, das macht dann:

Keith Emerson 15, Greg Lake 6.2, Carl Palmer 6.8, ELP 15.

Deshalb eine Gesamtnote von 10,75, also eine gute 11. Bis auf die paar störenden Stücke, die ich aber schnell mal überspringe, ein für mich immer wieder gern gehörtes ELP-Album, da eben darauf gleich vier (von mir selten vergebene) 15er Stücke sind.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.9.2005
Letzte Änderung: 26.3.2013
Wertung: 11/15
enthält für mich vier unverzichtbare ELP-Klassiker

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 5)


ELPs Studioalbum „Brain Salad Surgery“ erschien im Dezember 1973 und wurde von ihren Fans und denjenigen Kritikern, die mit der Band überhaupt etwas anfangen konnten, für ihr bestes gehalten (man kann da auch anderer Meinung sein). Nach einer gigantischen Welttournee 1973/74 nahmen sich die drei Bandmitglieder daher eine Auszeit. Die Idee war, ähnlich wie es Yes kurz zuvor gemacht hatten, Soloalben zu veröffentlichen, um dann, nach dieser Befriedigung ihrer Egos, mit frischen Ideen ein neues Album anzugehen. Aber dazu kam es nicht.

Nein, ich werde Euch jetzt nicht erzählen, dass Punk und Disco den Prog kaputtgemacht haben, das ist Unsinn. Niemand, der sich 1973 „Brain Salad Surgery“ gekauft hat, hat 1977 ein Album von Donna Summer oder The Clash „Works Volume 1“ vorgezogen. Die Konkurrenz kam von ganz anderer Seite: Es waren Bands wie Kansas, Styx, Rush oder Saga, die mit ihrem von Prog-Elementen durchsetzten Stadionrock Druck auf die klassischen Progbands ausübten, indem sie deren Stil popularisierten und damit massentauglicher gestalteten. 1974 waren ELP allerdings noch absolut nicht beunruhigt: Emerson und Palmer hatten jeweils erst die Hälfte ihrer Musik aufgenommen, Lake ließ sich sogar noch mehr Zeit, und hatte überhaupt nur zwei Songs fertiggestellt, „C’est la vie“ und „I believe in Father Christmas“, für dessen Veröffentlichung man sich gar noch ein ganzes Jahr Zeit ließ: Er erschien Weihnachten 1975.

Im April 1975 nahm Emerson “Barrelhouse Shakedown” und “Honky Tonk Train Blues” auf, die später auf der Compilation “Works Volume 2” erschienen. Im November folgten „Maple Leaf Rag“ und sein Klavierkonzert. Auch Palmer nahm im Herbst 1975 seine Orchesterstücke auf, Anfang 1976 folgte dann das „Concerto for Percussion“ (komponiert von Joseph Horovitz), Lake hatte seine Songs bereits im Sommer aufgenommen. Auch „Bo Diddley“, das erst 1993 im Rahmen des „Return of the Manticore“ Box Sets erschien, stammt aus dieser Zeit und ist eines der wenigen Stücke, bei deren Entstehung ELP 1975 gemeinsam im Studio waren. Letzte Arbeiten zogen sich bis weit ins Jahr 1976 hin, als die Band aus steuerlichen Gründen in den Mountain Studios in Montreux zu Gange war. Damit waren seit dem Erscheinen von „Brain Salad Surgery“ drei Jahre vergangen, eine aus marktstrategischer Sicht gefährlich lange Zeit, insbesondere in den Siebzigern, als es noch üblich war, dass Bands mehr als nur ein Album pro Jahr veröffentlichten. Und so kam man auf eine Idee, die nur auf den ersten Blick wie eine mit heißer Nadel gestrickte Notlösung aussah: Jeder der drei Musiker würde auf einer Seite eines Doppelalbums einige seiner Solotracks unterbringen können, die vierte Seite würde für neu zu erarbeitendes Bandmaterial reserviert werden. Ein überzeugendes Konzept, hatten doch alle drei unabhängig voneinander mit Orchestermusikern zusammengearbeitet. Außerdem lag dieses Konzept bei einer Band dreier Individualisten mit einem solchen Namen auf der Hand.

Gesagt, getan…

Seite eins: Keith Emerson. Die erste Seite enthält das damals lang schon erwartete Klavierkonzert „No. 1“ (es gibt mittlerweile ein zweites) von Keith Emerson. Man kann das Konzert als einen Versuch Emersons ansehen, als Komponist ernsthafter Musik akzeptiert zu werden. Seit Rockmusiker in den 60er Jahren angefangen hatten, mit Orchestern zusammenzuarbeiten, waren sie als Stümper verlacht worden. Dem wollte Emerson nun mit einem ambitionierten und anspruchsvollen Werk entgegentreten. Gelungen ist das nur teilweise – aber ich will nicht vorgreifen. Um nicht von vornherein fehlzugehen, arbeitete Emerson nicht allein, er holte sich Rat von John Mayer, der später das London Philharmonic Orchestra bei der Aufnahme auch dirigierte. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Konzert, das formal recht konventionell daherkommt: Drei Sätze, jeder für sich noch einmal relativ deutlich gegliedert. Der erste Satz, „Allegro giojoso“, beginnt mit einem überraschenden Orchesterakkord, dem eine atonale Passage folgt, aus der sich erst allmählich das Hauptthema und eine klare Tonalität herausschält. Das Hauptthema wird dann von Emerson aufgegriffen und variiert, mal in einen mozarthaften, mal in einen jazzigen Kontext gestellt. Spätestens hier muss man erstmals an Gershwin und seine „Rhapsody in Blue“ denken. Nach dieser Jazzexkursion wird ein neues Thema eingeführt und variiert, bevor eine Pianokadenz erneut an Gershwin denken lässt. Der Satz endet mit einer kraftvollen Rekapitulation des Hauptthemas.

Der zweite Satz, „Andante molto cantabile“, greift den pastoralen Charakter des ersten wieder auf und stellt ihn in einen Kontext, der sich irgendwo zwischen Barockeinflüssen und erneut Mozart bewegt. Die zurückhaltende Orchestrierung und die Kürze des Satzes führen allerdings dazu, dass man ihn allzu leicht übersieht, umso mehr als der dritte Satz, passend „Toccata con Fuoco“ benannt, nun mit dissonanter Macht über den Hörer hereinbricht. Der Satz beginnt mit einem brutalen Ostinato, das in seiner Aggressivität sofort an die 5/8-Passagen von „Tarkus“ denken lässt. Es folgt ein virtuoser, dissonanter Pianoteil, der überleitet zu einer Reminiszenz an das Hautthema des ersten Satzes, die aber durch das aggressive Ostinato vom Beginn unterbrochen wird. Die zunehmende Anwendung von Elementen wie dem Tritonus baut nun eine Spannung auf, die erst am Ende des Konzerts aufgelöst wird: In einem hymnischen Schlussteil, der mehrfach unterbrochen und wiederholt wird.

Emersons Klavierkonzert ist ein ausgezeichneter erster Versuch, aber nicht mehr. Der Wunsch, ernstgenommen zu werden, resultierte wohl darin, dass Emerson sich allzu sehr an Traditionen und Vorbilder hielt: Die Struktur ist recht konventionell, und die Orientierung an Gershwin oder Mozart lässt die Musik ein wenig unselbständig wirken. Erst der dritte Satz ist ganz Emerson (auch wenn man sich hier und da an Sergei Prokofjew erinnert fühlt). Damit ist das Klavierkonzert insofern Stücken wie „Tarkus“ oder „Karn Evil 9“ unterlegen, als sich Emerson dort, im gewohnten Rock-Kontext, als Komponist deutlich lockerer und souveräner gibt.

Dazu kommen strukturelle Schwächen: Der erste Satz ist ein wenig unzusammenhängend, der zweite Satz geht (schon aufgrund seiner Kürze) zwischen den beiden anderen ein wenig unter. Damit gelingt es Emerson nicht, ein einheitliches emotionales Statement zu machen – etwas, das dem Rockmusiker Emerson dagegen niemals Probleme bereitet hatte. Mich überzeugt von den drei Sätzen nur der dritte richtig: Dort spürt man die Hand Emersons am deutlichsten.

Seite zwei: Greg Lake. Lake steuert die zu erwartenden Balladen bei. Das ist allerdings alles andere als abwertend gemeint: Schon der Übergang von den letzten Tönen des Klavierkonzerts zum Beginn von „Lend Your Love To Me Tonight“ hat eine immense Wirkung - die natürlich nur auf der CD zu spüren ist, der Hörer der LP muss bis zu dem dramatischen Einsatz der Streicher auf seinen ersten Gänsehautmoment warten. Und so zeigt sich schnell, was die Qualität von Lakes Albumseite in erster Linie ausmacht: Es sind die Orchesterarrangements von Godfrey Salmon und Tony Harris. „Lend Your Love To Me Tonight“ ist ein gutes Beispiel: Der Song besteht nicht gerade aus einer Fülle musikalischer Ideen, es ist das Arrangement und nicht seine (sehr repetitive) Struktur, das überzeugt: Der erste Einsatz der Streicher, die Transposition der Strophe, das eindrucksvolle Crescendo am Schluss.

Ähnlich bei „C’est la vie“: Der Song hat zwar musikalisch deutlich mehr zu bieten, dennoch ist es auch hier das Arrangement mit dem Akkordeon-Solo, das so sehr zu jener französischen Chanson-Atmosphäre beiträgt, die dem Song seinen Charme verleiht. Die interessanteste Ballade ist aber vielleicht „Closer to believing“: Lake gibt den Refrain nur stückweise preis, bei jeder Wiederholung wird er ein wenig länger. Das ist eine schöne Idee, die zusammen mit dem seltsamen Streicherarrangement im Hintergrund das Interesse von Mal zu mal steigert.

Der mit Abstand beste Song Lakes hier – und vielleicht sogar überhaupt Lakes beste Komposition – ist „Hallowed be thy Name“. Er ist auf jeden Fall der ambitionierteste Track auf dieser Albumseite, obwohl er eigentlich auf einem recht einfachen Rhythmus und klassischer Bluesharmonik beruht. Was ihn so interessant macht, ist wiederum das Arrangement, die beste Leistung von Salmon und Harris hier, mit eiskalten, dissonanten Streicherglissandi und knochentrockenen Pianoabstraktionen, die von keinem Geringeren als Keith Tippett beigesteuert wurden. Dazu der Text, der Zeilen des Vaterunsers interpretiert, mit spannenden und intelligenten Wortspielen wie diesem: „You needn’t be well to be wealthy, but you’ve got to be whole to be holy“ – so etwas hinzubekommen, ohne dass es auf Kosten des Inhalts geht, ist hohe Texterkunst und sucht seinesgleichen im Werk ELPs. Lake singt die Zeilen entsprechend engagiert, seine beste Gesangsleistung auf dieser Albumseite.

Fehlt noch „Nobody loves you like I do“, eine Art Country & Western-Hymne, einschließlich eines Gospelchors und weit in den Hintergrund gemischtem Honky-Tonk-Piano Emersons. Ein netter Song, aber sicher nicht der beste Beitrag Lakes zu „Works Volume 1“.

Seite drei: Carl Palmer. Der Drummer versucht sich in einem Spagat zwischen Klassikadaptionen und Big-Band-Jazz. Und während einige seiner Beiträge zu den stärksten auf dem Album gehören, ist es wohl diese Inhomogenität, die seine Seite zur schwächsten macht. Das wäre anders gewesen, hätte sein „Concerto for Percussion“ den Weg auf das Album gefunden. Wie man hört, hat Emerson das allerdings zu verhindern gewusst. Eine Entscheidung von nahezu rockhistorischen Ausmaßen: Der Beitrag von Palmer zum Werk ELPs würde wohl heute ganz anders eingeschätzt werden, kennten mehr Leute sein Concerto. Immerhin ist es vor einigen Jahren auf „Do you wanna play, Carl?“ endlich erschienen – und es lohnt sich, es zu hören.

Palmer beginnt mit „The Enemy God Dances With The Black Spirits“, einer Prokofjew-Adaption. Der Drummer prügelt sich zur Musik des London Philharmonic Orchestra die Seele aus dem Leib und verhilft dem Stück dadurch zu einer schwergewichtigen Rockfundierung. Die Bläserlastigkeit der Aufnahme fügt die Adaption perfekt in die jazzig-bläserbetonte Klangwelt von Seite drei ein, aber es bleibt Geschmackssache, ob man die Orchesterversion hier oder die Trioversion, die ELP live spielten, vorzieht. Ich selbst mag beide Versionen aus verschiedenen Gründen, die Studioversion leidet allerdings unter einigen asynchron gespielten Passagen am Ende.

Es folgt „L.A. Nights“, gespielt von der Supergroup Palmer, Emerson, Ian McDonald (Ex-King-Crimson) und Joe Walsh (Eagles). Das Stück zerfällt (und das Wort ist absichtlich verwendet) in zwei Teile, von denen der erste von roher, ungezügelter Energie geprägt ist, bevor es allzu schnell in einen recht konventionellen Rock’n’Roll/Rhythm & Blues-Part verfällt, der seinerseits viel zu lange dauert. Uneinheitlich und trotz redlichen Bemühens Walshs letztlich uninteressant.

Spannender ist „New Orleans“, das von einem repetitiven, funkigen Blues-Riff lebt, zu dem Palmer einen stetigen Beat, aber auch fantasievolle perkussive Ergänzungen liefert. Doch auch dieser Song bietet zu wenig musikalisches Material und ist im Grunde zu lang.

Mit “Two Part Invention In D Minor” folgt eine Bach-Adaption, die Palmer zusammen mit seinem damaligen Schlagzeuglehrer James Blades einspielte. Während das Stück eine nette Übung für Palmer gewesen sein muss, profitiert es von dem Arrangement nicht wirklich, Harry Souths Streicherarrangement ist zudem so süßlich, dass man sich besser an Bachs Original hält.

Danach dreht Palmer allerdings auf: „Food for your Soul“ ist heißester Big-Band-Jazzfunk und der Schlagzeugpart, der mir persönlich eigentlich zu laut ist, ist schlicht beeindruckend. Palmer brennt und man spürt, dass es diese Intensität ist, die er auf seiner Albumseite hören wollte. Ähnlich das Neuarrangement von „Tank“ von ELPs Debüt, aus dem Palmer das Schlagzeugsolo entfernte, auf dem er deshalb aber nicht weniger beeindruckt. Dennoch: Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass ELP immer dann am stärksten waren, wenn sie sich auf ihre Stärken als Trio besonnen haben. Und so gefällt mir die ältere Version doch noch einen Tick besser. Die Orchestrierung hier klingt mir an zu vielen Stellen nach James-Bond-Filmmusik.

Man kann nur spekulieren, welche Wirkung es gehabt hätte, wenn die sechs Stücke durch Palmers „Concerto“ oder doch zumindest „L.A. Nights“, „New Orleans“ und „Two Part Invention In D Minor“ durch den Outtake „Bullfrog“ (zu hören auf der Compilation „Works Volume 2“) ersetzt worden wäre. So bietet Seite drei einige spielerisch starke Leistungen Palmers – aber auch einige kompositorisch schwache Stücke.

Seite Vier: Emerson, Lake & Palmer. Die letzte Seite enthält die letzten beiden Gruppenleistungen der Band vor der Veröffentlichung von „Love Beach“. Da jenes Album kaum mehr als ein von der Plattenfirma erzwungener Nachklapp war, stellen „Fanfare For The Common Man“ und „Pirates“ streng genommen den eigentlichen Schwanengesang ELPs dar. Aber was für einen!

„Fanfare For The Common Man“ ist eine weitere Aaron-Copland-Adaption ELPs. Das Stück besteht, neben einem Intro, aus drei Teilen: Zu Beginn halten sich ELP recht nah am Original, statten es allerdings mit einem treibenden Shuffle-Rhythmus aus, der es unzweideutig in den Rockkontext eingliedert. Deutlichste Hinzufügung sind die (auf dem Keyboard gespielten) funkigen Gitarrenriffs. Der zweite Abschnitt ist die Blues-Improvisation, bei der Emerson seine Neuerwerbung, das damals teuerste Keyboard der Welt, präsentiert: Den Yamaha GX-1. Emerson spielt zunehmend aggressive und verzerrt klingende Melodien, die sich gegen Ende des Abschnitts in ihrer Intensität immer weiter steigern, bis Coplands Thema lose wieder aufgegriffen wird und das Stück seinem Ende zugeht. Während „Fanfare For The Common Man“ tatsächlich eines der intensivsten Stücke ELPs ist, kann man ihm andererseits mit einigem Recht vorwerfen, dass die Band Coplands Original lediglich als Vehikel für Emersons Improvisationen benutzt, Improvisationen, die zudem nur anfangs noch und auch nur losen Bezug zu dem musikalischen Material Coplands haben.

Ungleich stärker ist „Pirates“, mit dem wir vielleicht ELPs besten Song vor uns haben. Ursprünglich für Emersons Soloalbum vorgesehen, lebt der Song gerade von dem Zusammenspiel Emersons, Lakes und Palmers untereinander und dem ELPs mit dem Orchester. Und darin darf man die große Leistung von „Pirates“ sehen: Es ist das Arrangement, dessen Versuch, eine Rockband und ein Orchester zusammenzubringen, hier erstmals und auf ganzer Linie gelingt. Hatte man, darunter neben den Moody Blues, Pink Floyd und Deep Purple auch Emerson selbst, vorher beide Klangkörper abwechselnd, gegeneinander, oder im besten Fall nebeneinander her musizieren lassen, gelingt es Emerson hier, die beiden einander so fremden Klangwelten so eng zu verweben, dass eine wirkliche Einheit entsteht. Das liegt meiner Ansicht nach an zwei Faktoren: Zum einen an der klugen Auswahl von Sounds seines GX-1, zum anderen daran, dass ELP erst gar nicht versuchen, sich in die Klangwelten der Piratenära hineinzuversetzen. Hingegen benutzen sie eine stark romantisierte Variante der Piratenwelt und verbinden diese mit Einflüssen aus der Musik der Romantik und vor allem der Piratenfilmmusik: sie popularisieren also den Orchestersound und „klassifizieren“ den Bandsound.

Auch die Struktur des Stückes überzeugt auf ganzer Linie: Einer dreieinhalbminütigen instrumentalen Einleitung folgt der zentrale Songteil, abgeschlossen wird „Pirates“ von einer Art Kurzversion seiner selbst, wieder mit einer instrumentalen Passage, der neues Songmaterial folgt, bevor der zentrale Songteil wieder aufgegriffen wird und eine Rekapitulation des Intros das Stück abschließt. Wie Emerson immer wieder neues Material in die 13 Minuten einschleust, dabei bereits Bekanntes daneben wieder aufgreift und variiert, ohne dass „Pirates“ – bei all seinem klanglichen Prunk - überladen wirkt, ist schlicht grandios. Dazu kommt, dass Lake niemals in seiner gesamten Karriere brillanter, facettenreicher, druckvoller und dann wieder sanfter gesungen hat als hier.

„Pirates“ mag weit weniger dissonant, aggressiv und jazzig sein als frühere „Epics“ der Band. Es markiert vielmehr den Übergang zur Romantik von Stücken wie „Memoirs Of An Officer And A Gentleman“ von „Love Beach“. Das fantastische Arrangement und die gelungene Strukturierung des Songs machen ihn aber zu einer der gelungensten Kompositionen Keith Emersons überhaupt.

Eine lange Rezension, ich weiß. Aber „Works Volume 1“ ist ja auch ein Doppelalbum, es ist zudem gleichzeitig ein Bandalbum und drei Soloalben und will daher differenziert betrachtet werden. Was ist nun abschließend zu sagen? „Works Volume 1“ ist heterogen – aber nicht heterogener als die anderen Alben ELPs. Im Gegenteil, die Platte hätte viel disparater ausfallen können. Dass sie das nicht tat, ist wohl vor allem der Verwendung von Orchestern auf allen vier Seiten zu verdanken. Was dadurch, aber auch durch die Tatsache, dass die drei Protagonisten kaum je zusammen im Studio waren, ein wenig verloren geht, ist die Spannung zwischen den uneinheitlichen Charakteren der drei, die früher zu so aufregenden musikalischen Ergebnissen geführt hatte. Hier ist sie klanglich durch die Orchester und strukturell durch die konzeptionellen Sicherheitszäune zwischen den Albumseiten allzu sehr abgemildert. Jeder konnte machen, was er wollte, keine redete den anderen drein und damit wurden ELP, wenn nicht weichgespült, so doch ein wenig zahm. Die – folglich sofort positiv auffallenden - Ausnahmen sind der aggressive dritte Satz von Emersons Klavierkonzert, Lakes schräges „Hallowed be thy Name“, Palmers „The Enemy God Dances With The Black Spirits“ und „Food For Your Soul“ sowie „Fanfare For The Common Man“. Den Höhepunkt des Albums bildet allerdings mit Abstand “Pirates”, einer der besten Songs, die die Rockmusik je hervorgebracht hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2012
Letzte Änderung: 4.7.2017
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 5)


Works Volume 1 is dedicated to the memories of Keith Emerson (born 2nd November 1944, died 10th March 2016) and Greg Lake (born 10th November 1947, died 7th December 2016).

Am 26.5.2017 erschienen zum 40-jährigen Jubiläum der Alben von Andy Pearce im 24-Bit-/High-Densitiy-Format remasterte Versionen von Works, Volume 2 und vorliegendem Volume 1, welches mit informativem Booklet aufwartet.

Kennt ihr das Lied "When all is said and done" von ABBA? Nein, Works Vol.1 hat musikalisch nichts mit den Schweden zu tun. Aber dieses Stück fällt mir ein, wenn ich Brückner-Rezensionen zu ELP-Platten lese. Ich versuche, noch ein paar ergänzende Infos beizufügen.

Nach ihrer gigantischen Welttournee 1973/74 und einem Sabbatical 1975/76 war ursprünglich geplant, dass jeder Künstler vorerst mal auf Solopfaden wandelt. Keith Emerson nahm mit dem London Philharmonic Orchestra unter John Mayer sein ambitioniertes Piano Concerto No.1 auf und auch Greg Lake und Carl Palmer hatten eigene Stücke komponiert und teilweise aufgenommen. Schliesslich entschied man sich aber doch, ein gemeinsames Doppel-Album zu releasen, um nicht zu lange vom Musikmarkt weg zu bleiben. Jeder Künstler erhielt eine LP-Seite für sich alleine, die letzte Seite war Bandmaterial vorbehalten. Works Vol.1 wurde im März 1977 veröffentlicht und fand sich in England auf Platz 9, in den USA auf Platz 12 der Charts wieder.

Die Höhepunkte des Albums sind Emersons Piano Concerto und Pirates.

Emerson hatte sich damals ein Landhaus gekauft, in welchem es eines Nachts brannte und grosse Teile zerstört wurden. In seinem Concerto verarbeitet er seine Beziehung zu seinem Heim und diesem Ereignis. Der erste, pastorale Satz spiegelt die Landschaft, die ländliche Gegend wieder, in der das Haus stand, der zweite ist eine barocke Überleitung zum dritten, modernen und teilweise atonalen Satz, in welchem seine Wut und Aggression nach der Zerstörung des Hauses zum Ausdruck kommt.

Im Eingangssatz, der aus 4 Teilen besteht, werden zwei Themen variiert, mal tonal, mal atonal umgearbeitet, verschiedene Streicher spielen in unterschiedlichen Metren (3 über 2), dann beginnt das Piano und übernimmt das Hauptthema, schliesslich setzt das gesamte Orchester ein und das Hauptthema wird weiter variiert. Im zweiten Teil folgt eine jazzige Variation des Hauptthemas, im dritten Teil gesellt sich ein weiteres, chorales Thema dazu. Im Schlussteil schliesslich wird erneut das atonale Hauptthema aufgenommen, wir finden hier eine spannende Melodieführung, Emerson spielt ein langes Solo mit Kadenzen, die an Rachmaninoff erinnern und dann Triolenfiguren der rechten Hand über seinem typischen Stridepiano-Stil der linken Hand, bevor das Orchester ins grandiose Finale einleitet.

Der zweite Satz hat barocken Charakter und erinnert mich in einigen Momenten an Prokofievs Symphonie classique op.25. Interessant ist hier, wie ein Pianomotiv durch den Quintenzirkel gedreht wird.

Der dritte Satz schliesslich ist dramatisch und wirkt auf mich beinahe wie die Overture zu Pirates. Nach einem Piano-Ostinato setzen Streicher und Bläser ein, es folgt ein kurzes ruhiges Zwischenspiel, gefolgt von virtuosem Piano, Kadenzen, das Hauptthema des 1.Satzes wird wieder angespielt, ein herrlicher, jubilierender Teil im 10/8-Takt leitet über in das grosse, hymnische Finale, in welchem das Stück wiederholt von einer Tonart in eine andere wechselt. Ein absoluter Höhepunkt im Schaffen Emersons.

Keith Emerson wurde stets vorgeworfen, dass dieses Concerto überambitioniert sei und er damit nicht die Klasse der grossen klassischen Komponisten erreicht habe. Ich fand das immer völlig unerheblich. Muss er denn ein Werk schaffen, dass sich mit Mozart oder Beethoven messen kann? Nein. Das wollte er auch gar nicht. Er wollte ernsthafte Musik machen und dafür auch ernst genommen werden. Den Vergleich mit den Genies der Vorzeit hat er selber nie angestellt. Den Anspruch, ernsthafte Musik zu machen, hat er nach meinem Dafürhalten allemale erfüllt. Ich persönlich finde das Piano Concerto No.1 spannender und interessanter als manches klassische Werk, das ich kenne. Für mich ist es ein abwechslungsreiches, durch die Klassik inspiriertes Werk moderner Klassik und wird viel zu wenig gewürdigt. Als Werk einer Progband steht es ohnehin ziemlich einzigartig in der Landschaft des progressive Rock.

Pirates ist für mich dann irgendwie das Pendant zu Awaken. Eine perfekte Mélange aus Song, Geschichte, klassischen Elementen, progressiven Momenten, Virtuosität und epischer Grandezza.

Works Vol.1 steht als Ganzes sicher nicht auf der gleichen Stufe wie die ersten Alben der Band, mit Piano Concerto No.1 und Pirates finden sich hier aber zwei Meisterwerke, die im klassischen Progrock keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Mit dieser klanglich überarbeiteten Neuauflage kann man sich erneut davon überzeugen. Sehr empfohlen.

Anspieltipp(s): Pirates
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.6.2017
Letzte Änderung: 20.6.2017
Wertung: 11/15
Piano Concerto No.1 und Pirates eine 15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emerson, Lake & Palmer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Emerson, Lake & Palmer 11.60 6
1971 Tarkus 11.00 6
1971 Pictures at an Exhibition 12.00 5
1972 Trilogy 12.40 5
1973 Brain Salad Surgery 12.50 5
1974 Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends 12.50 2
1977 Works, Volume 2 5.11 9
1978 Love Beach 6.43 7
1979 In Concert 6.00 1
1992 The Atlantic Years 12.00 1
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1993 Works Live 10.00 1
1993 The Return of the Manticore 12.00 3
1993 Live At The Royal Albert Hall 10.50 2
1994 In The Hot Seat 1.60 5
1997 Live in Poland 8.00 1
1999 Pictures at an Exhibition. Collectors Edition (DVD) 12.67 3
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Two 12.00 1
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.One 11.00 1
2002 Re-Works 7.00 1
2002 Best of the Bootlegs 9.00 1
2002 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Three 8.00 1
2002 Works Orchestral Tour, Olympic Stadium, Montreal 1977 / The Manticore Special (DVD) 10.00 1
2002 Live at the Isle Of Wight Festival 1970 7.00 2
2004 Inside Emerson Lake & Palmer. 1970 - 1995. An independent critical review (DVD) 10.00 1
2004 Welcome Back (DVD) 9.00 1
2004 Masters From The Vaults (DVD) 10.00 1
2005 Beyond The Beginning (DVD) - 1
2005 Live at Montreux 1997 (DVD) 6.00 1
2006 The Birth Of A Band - Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (DVD) 10.00 1
2006 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Four 5.00 1
2007 From the Beginning - 1
2009 Works Deluxe Edition - 1
2010 High Voltage - 1
2010 Live High Voltage 10.00 1
2011 Live At The Mar Y Sol Festival '72 12.00 1
2011 Live At Nassau Coliseum '78 11.00 1
2011 ...welcome back my friends High Voltage Festival 2010 40th Anniversary 9.00 1
2013 Live in Montreal 1977 8.00 1

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