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Revival

Revival

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (auch unter dem Namen "Music by Al Basim" geführt)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassischer Prog; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Al Basim Gitarre, Effekte
John Starrett Bass
David Reskin Flöte
Phil Carter Drums

Gastmusiker

George Keith Sax (5)

Tracklist

Disc 1
1. History Of The World 12:13
2. Poitiers 8:25
3. Souvenir 3:57
4. One Camel In Alaska 4:14
5. Open Space 8:03
Gesamtlaufzeit36:52


Rezensionen


Von: Udo Gerhards @ (Rezension 1 von 3)


"Revival" (manchmal auch als "Music by Al Basim" gelistet) von Revival ist - nicht nur wegen der mysteriösen Vor- und Nachgeschichte - ein wirklich interessantes Album.

Abgesehen von einer kurzen Chor-Passage, die die Platte einleitet und abschliesst, geht es rein instrumental zu. Der Iraner Al Basim und seine drei amerikanischen Mitstreiter (sonst nicht weiter in Erscheinung getretene Studiomusiker) spielen hier einen sehr eigenständigen Progressive Rock in lockeren, beinahe hingehauchten, ausschweifenden Nummern.

Die Stücke wirken oft improvisiert und sehr frei, dann finden die Musiker aber zu einem gemeinsamen Riff oder einer gemeinsamen Akkordfolge, die vorherige Absprache nahelegt. Und trotz des improvisatorischen Gestus klingt das ganze nur selten jazzig, sondern ist - bis auf die letzte Nummer, siehe unten - deutlich rockbasiert und von schrammeligen Gitarren-Riffs getragen. Darüber liegt das agile Flötenspiel von David Reskin, das eine klassische Ausbildung nahelegt (David Reskin selbst hat dies inzwischen in einer E-Mail an die Babyblauen Seiten bestätigt - er hat einen Abschluss im Fach Flöte von einer Musikhochschule, ebenso wie er weitere Informationen zur Hintergrund-Geschichte des Album geben konnte), vor allem in den ruhigeren Passagen, etwa im impressionistischen, gedoppelten Anfang von "Souvenir". Dazu passt dann auch das gelegentlich sogar nach Streichern klingende Gitarrenspiel Al Basims. Dessen arabische Herkunft äussert sich nur in gelegentlichen orientalisierenden Ornamenten und vielleicht in manchen Drone-artige (ein Sufi-Einfluss?) mitschwingenden Untertönen.

Der beinahe naive Charme dieses gesamten Ansatzes und die leicht ekstatisch-meditative Stimmung erinnert mich immer wieder an frühe Krautrock-Scheiben, auf denen ähnlich unbekümmert drauflos musiziert wurde. Eine Ausnahme von der oben beschriebenen Stilistik bietet das letzte Stück, bei dem es regelrecht freejazzig zu geht, mit "wirren" Kollektiv-Impros und - vor allem wegen des Gastsaxophonisten George Keith - jazzigerem Grundsound, wobei Bassist Starrett und Schlagzeuger Carter die Band auch durch rockigere Passagen führen.

Also, ein musikalisch durchaus spannendes Album mit einer noch spannenderen Geschichte: das ist doch schon mal was.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.4.2004
Letzte Änderung: 12.9.2004
Wertung: 10/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


So seltsam wie sich die Hintergrundstory zum einzigen Album von Revival liest, so sonderbar ist auch der musikalische Inhalt dieses Bandprojektes um die mysteriöse Person des Al Basim. Nach der schon reichlich grotesk anmutenden "Lalala-Einleitung" tauchen mystisch verschnörkelte Gitarreneinsätze auf, die sich mit tänzelndem Flötenspiel in beschwörend-ekstatischer Rhythmik zu einem erfindungsreichen Fusionsound vereinen. Hypnotisch verschlungene Strukturen und ambitionierte Improvisationen halten sich die Waage und stehen für eine instrumentale sowie stilistische Unabhängigkeit. Sicherlich waren die hier beteiligten Akteure von der ambitionierten Jazzrockästhetik der Marke Mahavishnu Orchestra beeinflusst und kaum im klassischen Progrock verwurzelt, wobei aber keinesfalls die filigrane Jazzrockambition übertrieben auf die Spitze getrieben wird.

Das Team um Gitarrist Ali Basim hat es verstanden, bei aller jazzrockigen Versponnenheit auch sehr geschickt auf einen pastoralen Unterton zu setzen und somit dem improvisierten Grundgerüst einen atmosphärischen Unterton zu verleihen. Vor dem Abheben in die Sphären des verfrickelten Fusions versprühen andächtig-meditative Ruhepunkte auch eine willkommene Melodik und Eleganz. Dies kommt besonders in dem von verklärtem Flötenspiel getragenen Titel "Souvenir" zum Tragen. Als verträumter Einschub leitet diese Nummer dann zum furiosen Titel "One Camel In Alaska" über, der sich in jazzrockiger Dynamik an den Eröffnungstrack anlehnt und somit einen gekonnten stilistischen Rahmen bildet.

Der Schlusstitel „Open Space“ ist dann voll und ganz im improvisierten Jazzrockbereich angesiedelt und wird von einem unstrukturiert-wüsten Nebeneinander von Gitarre, Flöte sowie schrägen Saxophoneinsätzen dominiert. Nach diesem doch eine Ecke zu strukturlosen Jazzrockbekenntnis ruft das titellose Album von Revival genauso viel Bewunderung wie Schulterzucken hervor.

Ohne jeden Zweifel waren hier versierte Akteure am Werk, die im Grenzbereich zwischen hypnotisch verankerten Rockrhythmen und nach jazzigen Ausdrucksformen suchenden Passagen ein stilistisch innovatives Tondokument geschaffen haben. Weitere Hördurchgänge verschaffen dieser Mixtur eine gesteigerte Struktur und offenbaren insbesondere in den zurückhaltenden Phasen fast schon eine sakrale Stimmung. Der geneigte Hörer lässt sich von der hypnotisch dahin fließenden Rhythmik mitreißen und denkt an die das Album umgebenden Mythen. "Wer war dieser Al Basim?" Es stellt sich wirklich die Frage, was in Wirklichkeit aus dem Urheber dieses Klanggebräus geworden ist. Die ganze Wahrheit gelangt wohl nie an das Tageslicht.

Anspieltipp(s): One Camel In Alaska
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.7.2006
Letzte Änderung: 28.7.2006
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 3)


Al Basim lebt! Er betreibt sogar eine eigene Webseite, auf der man sich eine Kopie des Revival-Albums bestellen kann. Was man bekommt ist eine handsignierte CDR in einer schlichten, flachen Hülle, versehen mit einer auf gelblichem, dickem Papier gedruckten Kopie des ursprünglichen LP-Covers. Immerhin kann man hier von einem legalen CD(R)-Reissue sprechen. Und man bekommt Post von Al Basim persönlich (genauer von Basim AL Hashimi, wie sein kompletter Name lautet). Das Päckchen kommt aus Frankreich (Montpellier), wo der Mann aus dem Nahen Osten inzwischen lebt.

Al Basim ist übrigens kein Iraner, schon gar nicht Bulgare, sondern wurde in Bagdad geboren. Allzu viele weitere Informationen sind auf Basims Internetpräsenz nicht zu finden. Man erfährt noch, daß er 1978 in die USA zog, wo er das hier im Zentrum stehende Album aufgenommen hat, daß er seit 1997 in Frankreich lebt und ins Umfeld der Gypsy Kings geraten ist, mit denen er auch ab und an aufgetreten ist. 2006 hat er gar ein neues Album eingespielt (welches auch bestellt werden kann - was der Rezensent, abgeschreckt von der Verbindung zu eben genannter Band, aber nicht getan hat). Basim betont ausdrücklich am Ende seiner Minibiographie, daß er hofft mit seiner Webseite dazu beizutragen, daß die Gerüchte, die über ihn und sein Album verbreitet wurden, nun verstummen. Dazu soll auch diese Rezension beitragen. Er selbst war ziemlich überrascht, als er vor 1-2 Jahren davon erfuhr. In einer E-Mail schreibt er mir: "Realy I don 't know who started this rumours! All I suspect is there's sombody in Denver who invented this story to make business!"

Ach ja, über die Musik könnte man auch noch etwas sagen. Udo und Horst haben zwar im Grunde schon alles Relevante geschrieben, doch möchte ich zumindest bestätigen, daß auch ich hier eine gewisse Krautrockverwandschaft heraushöre. Vieles klingt nach dem bisweilen meditativen, oft aber auch beschwingt-jazzigen Gejamme von Xhol oder Embryo, insbesondere die von der Flöte bestimmten Passagen. Bei Embryo finden sich zudem ab Mitte der 70er orientalische Einflüsse, wobei diese noch etwas deutlicher sind als bei Revival. Am klarsten sind dieselben wohl noch in "One Camel in Alaska" auszumachen, in dem Basim seine E-Gitarre à la Oud beklampft.

"Revival" bietet eine ziemlich unterhaltsame Mischung aus Jazzrock und krautig-lockerem, bisweilen hypnotischem Proggejamme mit mehr oder weniger deutlichen, orientalischen Einflüssen. Übrigens hat Basim das Material offenbar leicht überarbeitet. Zumindest fehlen bei meiner CDR die von Udo und Horst erwähnten LaLaLa-Chöre am Anfang. Zum Abschluß der Scheibe sind sie dagegen zu hören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.4.2008
Letzte Änderung: 21.5.2008
Wertung: 9/15

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