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Arcturus

The sham mirrors

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Metal; Progmetal
Label: Prophecy Productions
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Trickster G. Rex Vocals
Steinar Sverd Johnson Keyboards
Hellhammer Drums
Knut M. Valle Guitars
Dag F. Gravem Bass

Gastmusiker

Ihsahn Spitting Voice (6)
Mathias Eick Ubu's Horn (3, 6, 7)

Tracklist

Disc 1
1. Kinetic 5:25
2. Nightmare heaven 6:05
3. Ad absurdum 6:48
4. Collapse generation 4:13
5. Star-crossed 5:01
6. Radical cut 5:08
7. For to end yet again 10:33
Gesamtlaufzeit43:13


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 3)


Wenn ich mir die Biografie von Arcturus so durchlese, scheint es sich hier wieder mal zu lohnen, eine Band aus dem Randbereichs des Metaluniversums näher zu betrachten. Nun ist natürlich den salbungsvollen Worten der Plattenfirma erst einmal mit Skepsis zu begegnen, wenn dort das zweite, 1997 erschienene Album der Band namens "La Masquerade Infernale" als "theatralisch, avantgardistisch und progressiv, ein gesangliches wie musikalisches Unikat" abgefeiert wird.

Ganz logisch natürlich, dass "The sham mirrors" noch einen drauf setzt "und weist Arcturus ihren natürlichen Weg in die Zukunft - den Weg zu den Sternen." Ja, aber hallo, wo bleibt denn da die realistische Bodenhaftung?!

Nichtsdestotrotz ist es dann doch ganz erstaunlich, dass die Band aus Norwegen mit ihrem zweiten Album auch aus Sicht des Kritikers etwas wirklich sehr Interessantes und durchaus Beachtenswertes abgeliefert hat. Das finale Endresultat von "The sham mirrors" wirft mit musikalischen Phrasen aus Melodie, Bombast und Härte in sehr eigenwilliger Verquickung um sich, die einen unzweifelhaften Reiz ausüben.

Zuerst ist da der monumentale Breitwandsound mit orchestralem Keyboard- und Pianoklängen und einigen Chorgesängen, die dem sinfonischen Anstrich schon fast wagnerische Dimensionen verleihen.

Der eigentliche Reiz liegt aber darin, dass brettharte Gitarrenriffs, sowie ab und zu auch mal knüppelndes Schlagzeug für Härte und Wucht sorgen, während leichte Wave- und Klassiktendenzen die düstere, bisweilen sogar ruhigere Note beisteuern. So gehen Tempo und Atmosphäre eine teuflische Mischung ein, die sicherlich manchen vom Härtegrad abschrecken wird, aber gerade durch die orchestrale Note auch progressives Potenzial erkennen lässt. Zudem klingt der Sänger von der Tonlage des öfteren Shadow Gallery Frontmann Mike Baker nicht unähnlich.

Arcturus nehmen keine Gefangenen, sie brettern gnadenlos über ihre Gegner bzw. Hörer hinweg. Wer sich nicht mitreißen lassen möchte, wird überrollt, mit etwas Durchhaltekraft bekommt man aber ein wunderbares Walhalla-Metal-Gewitter um die Ohren geblasen.

Anspieltipp(s): Nightmare heaven
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.6.2004
Letzte Änderung: 22.9.2004
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Fünf Jahre nach ihrem aufsehenerregenden Zweitling "La Masquerade Infernale" kommt doch noch ein weiteres Werk der 'Avantgarde'-Metaller Arcturus. Auf "The Sham Mirrors" gibt es einige Besetzungsänderungen. Für Hugh Stephen James Mingay (nur noch auf Track 6 zu hören) spielt nun Dag F. Gavern den Bass. Gavern hat die Band allerdings gleich nach den Aufnahmen wieder verlassen. Das Streicherquartett, welches auf "La Masquerade Infernale" noch so faszinierende Akzente gesetzt hat, ist leider auch verschwunden. Sänger Rygg möchte nun "Trickster G. Rex" genannt werden und hat inzwischen (2004) die Band ebenfalls verlassen.

Für die Musik bedeutet dies alles: Metal ist back! Und wie... von der ersten Sekunde an entfachen Arcturus ein wahres Riff- und Doublebass-Gewitter, welches dem Hörer förmlich Schläge versetzt. Dies ist nun wirklich kein Werk für zarte Gemüter oder Melodie-Fetischisten. Aber trotz oder auch gerade wegen dieser Kompromisslosigkeit strahlt das Album eine morbide Faszination aus, die den Hörer ziemlich gefangen nimmt.

Zunächst wird jeder kleine Ruhepunkt (und die sind selten, die erste richtige "Ruhephase" kommt eigentlich mit dem Piano-Intro zu "Star-Crossed" und da sind wir schon im fünften Track) begierig aufgenommen... dann beginnt langsam das Verstehen: Schmerzvoll richtet sich der Hörer auf und beginnt dem Metal-Gewitter zu trotzen. Und dann erahnt man plötzlich die Melodien, die sich unter der rauhen Oberfläche verstecken. Man hört die vielen kleinen und grösseren elektronischen Gimmicks sowie orchestralen Effekte, welche die Keyboards immer wieder mitten ins Auge des Sturms streuen. Es gibt hier viel zu entdecken und das lässt die Begeisterung für dieses Album mit jedem Hördurchgang wachsen.

Rygg / G.Rex bietet eine viel bessere allerdings auch "gewöhnlichere" Gesangsleistung als auf dem Vorgängeralbum. Dies ist aber ganz gut, sonst wäre es vielleicht der Irrungen und Wirrungen etwas zuviel geworden.

"The Sham Mirrors" ist ein geradzu monolithisch-geschlossenes Werk eines Art "alternativen Prog-Metals" geworden und dürfte daher vor allem Metaller und Freunde der härteren Musik vordergründig ansprechen. Auch wenn die düster-klassische Atmosphäre von "La Masquerade Infernale" weitgehend verschwunden ist (erst im letzten Track "For To End Yet Again" tauchen deutliche Reminiszensen daran auf), sollten Fans dieses Albums (wie aber auch alle anderen aufgeschlossenen Proggies) ein Ohr riskieren. Sie werden mit einem interessanten Genuss belohnt.

Anspieltipp(s): Kinetic, For To End Yet Again
Vergleichbar mit: Ich kenne da immer noch nichts...
Veröffentlicht am: 27.6.2004
Letzte Änderung: 27.6.2004
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Nach knapp fünf Jahren Pause, in der bestenfalls noch das Remix-Album "Disguised Masters" und eine Compilation aus dem Debütalbum und früheren Werken veröffentlicht wurden, meldeten sich Arcturus im Herbst 2002 zurück. Gegenüber dem regulären Vorgänger "La Masquerade Infernale" gab es untypischerweise nur eine einzige Umstellung, am Bass war anstelle von Hugh Stephen James Mingay nunmehr Dag F. Gravem aktiv. Wobei dessen Amtsvorgänger auch noch auf "Radical Cut" gemeinsam mit dem Emperor-Sänger Vegard Sverre Tveitan alias Ihsahn zu hören ist. Ansonsten verzichtet die Band diesmal weitgehend auf Gastmusiker.

Schon mit "Kinetic" legt die Band los wie die Feuerwehr. Über das ziemlich vertrackte Schlagzeug (wer hier mitzählt, ist selbst schuld!) legen sich bittersüße Akkorde von Gitarre, Keyboard und Gesang. In der Mitte setzt erstmals Kristoffer Ryggs Gesang voll ein, und mit dem neoromantischen Wechselspiel von Klavierparts und opulenten Synthie-Streichern tritt auch das nächste Markenzeichen der Band auf den Plan. Auffällig sind noch zahlreiche Samples und Soundeffekte, die sich dramatischerweise noch auf den Sound legen, und die schöne Abwechselung zwischen gut ausgestalteten Parts.

Rhythmisch etwas simpler gestrickt ist "Nightmare Heaven", aber dafür überrascht die Band mit einem entspannten TripHop-Mittelteil voll herrlich warmer Synthesizer und schöner Harmoniegitarren. "Ad Absurdum" geführt wird der Fluss der Platte dann aber nicht; diese Nummer wartet mit der bislang besten Gesangsleistung des Albums auf. Und wieder sehr schön ist die Strukturierung, die von hymnischem Gesang über elegische Soli zu einem mystischen "Uhuhu"-Ausklang führt. Das folgende "Collapse Generation" beginnt mit rasendem Schlagzeug wie ein Black-Metal-Song, entpuppt sich aber schnell als filigrane Hochgeschwindigkeits-Etüde. Eine kleine Ruhepause bietet der Solo-Keyboard-Mittelteil, bevor der Sturm vom Anfang wieder losbricht.

"Star Crossed" läutet mit Piano-Arpeggi und Hawkwind-Weltraumgewaber (vergleiche "Hall of the Mountain Grill") die zweite Albenhälfte ein. Im weiteren Verlauf perfektioniert die Band ihre Interpretation des verspielten Progmetal-Walzers, gekrönt von Ryggs gesanglicher Theatralik. Mit "Radical Cut" geht es dann härtemäßig noch mal in die Vollen: Sinfonischer Black Metal, der vor allem von der orchestralen Dramatik lebt und äußerst hymnisch endet. Im abschließenden "For to End Yet Again" zieht die Band dann einen beachtlichen Longtrack auf: Auf einen trabenden Heavypart am Anfang folgen ein Solopiano und eine sphärische Passage, um schließlich in einem melancholischen Schlusspart mit jubilierenden Fanfaren von Keyboard, Gitarre und Bläsern zu enden.

Als Fazit stelle ich also fest: Arcturus bieten mit "The Sham Mirrors" ein Fest für alle, die gerne in neoromantischem Pathos schwelgen und gleichzeitig immer für Neues offen sind. Hier wird, absolut ohne Ausfall, eine knappe Dreiviertelstunde lang eine exzellente Mischung aus eben dieser orchestralen Schwere, progressiver Vertracktheit, metallischer Härte und postmoderner Abgehobenheit zelebriert. Hut ab!

Anspieltipp(s): Kinetic, Ad Absurdum, Radical Cut
Vergleichbar mit: den Arcturus des Debütalbums, aber älter und erfahrener
Veröffentlicht am: 5.11.2010
Letzte Änderung: 5.11.2010
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Arcturus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Aspera Hiems Symfonia 10.00 1
1997 La Masquerade Infernale 11.00 2
1999 Disguised Masters 11.00 1
2003 Aspera Hiems Symfonia / Constellation / My Angel - 1
2005 Sideshow Symphonies 10.50 2
2015 Arcturian 12.00 2

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