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UZVA

NIITTOAIKA

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: instrumental; Folk; Jazzrock / Fusion; RetroProg; sonstiges
Label: Silence
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Olli Kari Drums, Percussion, Vibraphone, Marimba
Heikki Puska Guitar, Piano, Percussion
Lassi Kari Bass
Tuure Paalanen Cello
Lauri Kajander Guitar
Hanne Eronen Flute
Inka Eerola Violin

Gastmusiker

Kimmo Pohjonen Accordion
Heikki Rita Clarinet

Tracklist

Disc 1
1. Soft Machine I 5:09
2. Soft Machine II 8:00
3. Soft Machine III 3:22
4. Afrodite I 5:18
5. Afrodite II 7:32
6. Drontti I 2:49
7. Drontti II 7:59
8. Drontti III 6:25
Gesamtlaufzeit46:34


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 3)


Schön, einfach nur schön ist die Musik auf "Niittoaika", der zweiten CD der finnischen Gruppe UZVA. Melodischen Kammerrock machen die Finnen, getragen von den Klängen einer Vielzahl dicht und komplex ineinander verwobener, meist akustischer Instrumente.

Elegisch-getragen geht die Scheibe mit dem ersten Teil von "Soft Machine" los, bestimmt vom Vibraphon und den beschaulichen Klängen der Streichinstrumente. Im zweiten Teil steigert sich das Tempo und die Nummer entwickelt sich zu einem beschwingten Jazzrocker, in dem es durchaus Anklänge an die Namensgeber aus Canterbury gibt. Fluffiger Jazzrock ist das, angereichert mit einigen folkloristischen Einsprengseln. Die Melodieführung wechselt munter durch die Instrumente, und Vibraphon, Flöte, Violine und E-Gitarre streuen kurze jazzige Soli ein. Gegen Ende von Teil 3 steigert sich das Stück dann noch deutlich, wird etwas lauter und krachig (insbesondere die E-Gitarre) und erreicht damit fast mahavishnuartige Gefilde.

Mit "Afrodite" folgt dann eine elegische, sehr ruhige Klangmalerei, die im zweiten Teil in einen entspannten jazzigen Jam mit folkigem Westcoast-Flair übergeht.

Mit "Drontti" kommt dann der Höhepunkt der Scheibe. Im Prinzip wird hier der Ablauf von "Soft Machine" wiederholt. Teil 1 geht wieder sehr ruhig und getragen los, dominiert von Vibraphon, der Flöte und den Streichern. Teil 2, der mit dezenten Akustikgitarrenklängen beginnt, steigert sich dann langsam aber deutlich, und ab der Mitte des Stücks erreicht die Musik erstmals symphonische Klanggewalt. Es rockt und geht ziemlich zur Sache. Die Instrumente werden auch einmal durch Effektgeräte gejagt, die Streicher legen los, Pauken sorgen für heftige Rhythmen und das Vibraphon für vorantreibende Hektik. Mit Teil 3 wird es dann fast schräg: Das Cello knarzt, das Akkordion jault, die Violine nörgelt, die E-Gitarre kracht und der Bass wummert. Das immer wilder werdende Stück endet schliesslich in einem wüsten Tutti-Finale. Klasse!

Ein wenig erinnert mich "Drontti" an Isildurs Bane, an die kammerrockigen Nummern auf "MIND Volume 1" und "MIND Volume 2". Wer Isildurs Bane schätzt, sollte eigentlich auch mit "Niittoaika" keine Probleme haben, auch wenn es hier meist ruhiger, aber auch ein wenig jazziger zugeht! Schönes Cover!

Anspieltipp(s): Drontti
Vergleichbar mit: stellenweise Isildurs Bane
Veröffentlicht am: 23.8.2004
Letzte Änderung: 14.9.2004
Wertung: 12/15

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Von: Udo Gerhards @ (Rezension 2 von 3)


Das ist wirklich eine feine Scheibe. Luftig, flockig und entspannt - trotz des für deutsche Ohren und Augen ganz und gar nicht entspannenden Plattentitels...

Achims Vergleich mit Isildurs Bane trifft stellenweise, wenn man sich Isildurs Bane kammermusikalischer, akustischer vorstellt. Hervorheben möchte ich aber noch "Drontti II", das meines Erachtens vor allem nach einer - sehr sympathischen und weit weniger ausufernden - Low Budget Version von Mike Oldfields Incantations klingt! Das ansatzweise schräge "Drontti III" hingegen erinnert mich mit seiner Verbindung von Rock-Energie und kratzigen Streichern mehr an die belgisch-englischen 70s-Progger Esperanto.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2004
Letzte Änderung: 13.11.2004
Wertung: 11/15

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Von: Fix Sadler (Rezension 3 von 3)


Eine Warnung gebe ich noch aus: Auf diesem Album klingen Instrumente wie Instrumente. Der Schlagzeuger z.B. hört sich an wie ein Schlagzeuger, sehr fix und wiederum äußerst wirbelig, jedenfalls ganz anders als all die genmanipulierten Biotronik-Kartoffelstampfer, die einen auf so vielen aktuellen CDs in halbkatatonische Zustände versetzen.

Ganz abgesehen davon, dass das nicht auf meinem "Mist gewachsen" ist, ganz abgesehen davon, dass die Intention nicht diesem Album gewidmet ist, ganz abgesehen davon, dass der Begriff "fix" generell sympathisch ist - es trifft auf UZVA: NIITTOAIKA vollauf zu. (Dank für den Geistes-Diebstahl geht an Kollege RJG, den ich mit dieser Rezi explizit auf ein von ihm vergessenes "Meisterwerk" hinweisen möchte).

Hier reden wir von kammermusikalischem Rock der Marke "edel"; dass Kollege Udo das mit der Arschbombe Incantations von Oldfield in Verbindung bringt, verbuche ich unter der Kategorie "völlig daneben". Aber vielleicht habe ich auch nur keine Ahnung von Oldfield-Mucke...

UZVA sind keineswegs "nordisch-unterkühlt", eher frühlingshaft beschwingt, bis hin zu vetrackten, widersinnigen Reggae-Sounds. Cool, relaxed, akustisch - ECHT! Das Cover schreckt mit seiner "Neoprog-Attitüde" ab; ein Drama! Berücksichtigt man das tatsächliche Klangbild haben wir es eher mit moderner Klassik, inklusive zugelassener, zeitgemäßer U-Musik-Strömungen zu tun.

Lange Rede; Mr. RJG, kaufen Sie dieses Album, bevor Sie über LOS gehen. Ach ja, wer sich beschwingte, angejazzte, abwechselungsreiche, moderne Instrumental-Mucke so vorstellen mag, dass sie Nachhaltigkeit verbreitet, dem sei es angedient es RJG nachzutun.

Anspieltipp(s): irgendwas von II... ;)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.1.2006
Letzte Änderung: 12.1.2006
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von UZVA

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Tammikuinen Tammela 10.00 2
2006 UOMA 10.50 2

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