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J.A.M.

J.A.M.

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: instrumental
Label: Liquid Note Records
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Joel Rivard guitar
Alessandro Benvenuti guitar
Milan Polak guitar

Gastmusiker

Lale Larson keyboards
Peter Schönbauer bass
Florian Holoubek drums, percussion
Gian Marco Benvenuti keyboards
Francesco Cecchet bass
Armando Croce drums
Marzia Palisi voice

Tracklist

Disc 1
1. The Usual Unusual 6:44
2. 2 Sides of the Same Trouble 6:35
3. Lydian Field 8:40
4. Hot Room 7:09
5. Back on the Track 5:22
6. Transcendence 8:03
7. S.L.O.W. 5:52
8. Perfect Angel 7:28
9. General Relativity Jam 5:52
Gesamtlaufzeit61:45


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @


Riffs, Licks, Picks, Pullings, Hammerings, Bendings, Slidings, rasend-jaulende Tongirlanden...

1000 Tricks für die Gitarre? Hier sind sie alle zu hören.

Die Herren Joel Rivard, Alessandro Benvenuti und Milan Polak, die sich mit ein paar Begleitmusikern zum Projekt "J.A.M." zusammengefunden haben, beherrschen die Rockgitarre in Vollendung, und das wird auf dieser CD vorgeführt. Jedes Solo ist im Booklet fein säuberlich aufgelistet, mit Zeitangabe und dem Namen des ausführenden Musikers. Hoffnungsvolle Nachwuchsspieler finden so das Studienmaterial, das ihnen klarmachen wird: Das schaffst Du nie.

Oder doch? Die Zahl der Gitarristen, die es auf höchstmögliche Virtuosität anlegen, scheint immer größer zu werden, und es kann einem ganz schwindlig werden bei all den rasant dahinjagenden Läufen über sechs Saiten, die sich auf hunderten von CDs finden, sei es im Metal, sei es im Jazzrock oder sonstwo.

Genau an dieser Stelle pflegt in der Regel irgendein Spielverderber aus den Kulissen zu treten und zu rufen: Aber was ist mit der musikalischen Substanz!?

Tja, was ist damit? Mit dem ebenfalls bei Liquid Note Records erschienenen Album des Richard Hallebeek Project (Keyboarder Lale Larson ist auch daran beteiligt) kommen J.A.M. meiner Ansicht nach nicht mit. J.A.M. sind äußerst rasant und virtuos, zumeist aber - trotz aller Windungen und Wendungen - recht rockig-mainstreamig, selten mal etwas jazzig oder bluesig. Der Musik fehlt oft die berühmte Kante, sie flutscht allzu sehr.

Die Platte beginnt durchaus stark, aber irgendwann waren alle Töne mal dran, und leider stellt sich dieser Eindruck bereits ein, lange bevor die CD zu Ende ist (und bevor mit dem abschließenden Track dann doch noch eins der besten Stücke erklingt).

Virtuosen sind, wie es scheint, noch stärker auf außerordentliche Kompositionen angewiesen als normale Handwerker. Sie können sich nicht in den "einfachen Song" retten. Kein Wunder: Man braucht keine Hochgebirgsausrüstung, um einen sanften Hügel zu erklimmen. Und es ist sicherlich keine Lösung, wenn man diesen Hügel stattdessen besonders schnell hoch hetzt.

Fazit: Diese Platte ist alles andere als schlecht, zumeist auch unterhaltsam, aber insgesamt nicht ausgereift genug, um einen tiefen Eindruck zu hinterlassen. Das Potential der Musiker lässt für die Zukunft sicher alle Möglichkeiten offen, allerdings nicht, wenn sie weiterhin primär auf die spieltechnische Karte setzen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2004
Letzte Änderung: 6.10.2004
Wertung: 8/15

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