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Badger

One live Badger

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: live; HardRock; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: Atlantic
Durchschnittswertung: 8/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

David Foster bass
Brian Parrish guitar, vocals
Tony Kaye organ
Roy Dyke drums

Tracklist

Disc 1
1. Wheel Of Fortune 7:51
2. Fountain 7:22
3. Wind Of Change 7:17
4. River 6:50
5. The Preacher 3:59
6. On The Way Home 7:39
Gesamtlaufzeit40:58


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 3)


Wieder mal eine LP/CD für diejenigen, die alles aus dem YES-Umfeld haben müssen. Das Cover von Roger Dean, Jon Anderson als Co-Produzent und Tony Kaye an der Orgel. Dazu noch David Foster, der vormals mit Anderson und Ian Wallace (King Crimson) die WARRIORS bildete, und der Co-Author zweier früher YES-Songs war.

Die Band veröffentlichte nur diese Livescheibe mit Aufnahmen aus dem Rainbow Dezember 1972 (als Vorgruppe von YES - für das Video YESSONGS ;-)) und eine sehr soulige Studio-LP ein Jahr später.

Zu hören gibt es auf dieser LP sechs längere Songs mit ausgedehnten Gitarren- und Orgelausflügen, Parrish ist stimmlich leicht an Winwood angelehnt, auch was die Melodieführung angeht, erinnert Badger an diese englische Gruppe.

Mir persönlich gefällt gleich der Opener "Wheels of Fortune" am Besten mit seinen ausgedehnten Gitarrenriffs und dem Orgelwällen von Kaye. Der Song und auch die anderen sind recht typisch für den britishen Rock dieser Zeit, auch URIAH HEEP und andere spielten solche Gitarren/Orgelsongs. In "Fountain" gibt Kaye ein Minimoogsolo, das aber nicht besonders auffällt, da es bis auf den Klang wie sein Orgelspiel klingt, in "River" kommt ein E-Piano zum Einsatz. Auch der Drummer ist variabel und verleiht einigen Songs einen leichten Touch von Südamerika/Afrika (so wie die späten Traffic ihn auch hatten).

Fazit, das Ganze ist eine solide Platte, schön erdig und abrockend mit hübschen Jams von Orgel und Gitarre - gut geeignet, um nach vertrackteren Sachen mal wieder Bodenhaftung zu bekommen.

Anspieltipp(s): Wheels of Fortune
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2004
Letzte Änderung: 7.11.2004
Wertung: 8/15
und einhalb

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


Badger haben sich mit ihrem Livealbum auf dem Feld des erdigen Progrocks verewigt, sofern es diese stilistische Nische überhaupt gibt. Das vom Blues beeinflusste Rockfundament dominiert sämtliche Kompositionen und tränkt die von teils hymnischen Gesangslinien getragenen Melodien in bombastisch-rockige Dimensionen. Somit liegt hier im Grunde ein markanter Gegenpart zur verschnörkelten und kopflastigen Kunstrock-Ästhetik von Yes vor. Mit griffigen Hooklines grenzt sich sogar die die rein formal noch sporadisch im Progrock verwurzelte Instrumentalarbeit von aller symphonisch-rockigen Verschlungenheit ab. Als vergleichbare Band kann man die Exil-Briten Nektar heranziehen, die ebenfalls zwischen der britischen Rocktradition und symphonisch-progressiven Ansätzen agierten. In seiner grundehrlichen Bodenständigkeit weiß das Songmaterial aber insgesamt zu gefallen, wenn man keine komplexen Höhenflüge erwartet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Nektar
Veröffentlicht am: 23.2.2006
Letzte Änderung: 23.2.2006
Wertung: 9/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Die Band Badger wurde Mitte 1972 gegründet, vom ehemaligen Yes-Keyboarder Tony Kaye und David Foster. Bassist und Sänger Foster war ein Mitglied der Warriors gewesen, Jon Andersons (Yes) alter Band. In der Zeit, in der Kaye noch bei Yes gewesen war, half Foster Anderson beim Komponieren zweier Songs für "Time and a Word". Dann unterstützte Kaye Foster 1970 bei den (Neu-)Aufnahmen seiner eigenen Songs. Dabei waren auch Musiker von Head, Hands an Feet beteiligt (deren Sänger Tony Colton wiederum Yes' "Time and a Word" produzierte).

Als Foster kein Label für seine Songs begeistern konnte, und nicht weiter wusste, wandten sich die beiden um Rat an Anderson. Der schlug ihnen vor, doch am Besten ganz neues Material zu schreiben. Die beiden begannen mit der Arbeit, zunächst unter dem Namen Angel Dust. Roy Dyke wurde in die neue Band geholt, er hatte soeben Ashton, Gardner & Dyke verlassen. Dyke schlug Brian Parrish als Gitarristen und Sänger vor, dessen Projekt mit Adrian Gurvitz nicht besonders erfolgreich gelaufen war (nebenbei: Auch Jon Anderson hatte schon mit Gurvitz gearbeitet). Erst kurz vor den ersten Auftritten taufte sich die Band dann Badger.

Das Album "One live Badger" wurde im Londoner Rainbow aufgenommen, am 15. und 16. Dezember 1972, den gleichen Abenden, an denen Yes Konzerte für "Yessongs" filmte. Bis dahin hatten Badger lediglich im Proberaum existiert, als es plötzlich hieß, sie sollten für Yes (und später Black Sabbath) die Anheizer spielen. Das ging so einfach, weil Badger und Yes beide von Hemdale betreut wurden. So kam auch die Idee auf, als Debütalbum eine Live-Aufnahme zu veröffentlichen: Um Mut ging es nicht - es war ökonomisch. Die ganze Technik für die Aufnahmen musste ja ohnehin ins Rainbow geschafft werden, da konnte man auch gleich zwei Alben aufnehmen.

Das Album wurde dann in den Advision Studios abgemischt, recht schnell, weil die Tour mit Black Sabbath anstand. Produziert wurde es von Jon Anderson und Geoffrey Haslam in Zusammenarbeit mit der Band.

Die Songreihenfolge ist größtenteils unverändert. Nachbearbeitet wurde wenig, einige Fehler sind im Studio korrigiert wurden. Nur bei (dem ursprünglich für Parrish/Gurvitz geschriebenen) "On The Way Home" wurde stärker eingegriffen: Anderson hatte die Idee, die gospelähnlichen Passagen am Ende des Songs durch zusätzliche Gesangsspuren anzufetten, und setzte sich damit gegen den Willen der Band durch, die die Live-Aufnahme so authentisch wie möglich halten wollte. Außerdem wurde der Track aus zwei Aufnahmen zusammengestückelt, weil am ersten Abend mit den Mikros etwas nicht gestimmt hatte. Haslam klebte die Aufnahme vom zweiten Abend an die vom ersten – und bis auf einen kleinen Unterschied im Tempo war nichts von dem Wechsel zu bemerken.

Die Themen der Songs kreisen um zwei Schwerpunkte, die für die damalige Zeit recht typisch sind: gesellschaftliche Fragen und Spiritualität. Parrishs "On The Way Home" zum Beispiel ist im Grunde ein christlicher Song: es geht um Jesus Christus, und den spirituellen Pfad zu ihm. Auch sein "Wheel of Fortune" hat ein spirituelles Thema: Parrish beschäftigte sich damals wie so viele, mit dem Buddhismus.

Sein Songs "River" dagegen ist deutlich profaner: Der rockige Uptempo-Song dreht sich um einen Kerl, der nicht weiß, wie er das Mädchen ansprechen soll, in das er verknallt ist. "There is a river between uns"…

Fosters "Fountain" und "Wind of Change" sind ebenfalls ein bisschen weltlicher: "Fountain" dreht sich um die Beziehung Fosters zu seinen Mitmenschen und der Schwierigkeitm Vertrauen zu ihnen aufzubauen. In "Wind of Change" verarbeitet er seine Erlebnisse im Rahmen einer Anti-Vietnamkrieg-Demo 1967, bei der von einem Polizisten geschlagen worden war.

Die Musik ist eher progfern: teils (rhythm'n')bluesiger, teils souliger Rock, der durch längliche Gitarren- und Keyboard-Soli aufgewürzt ist. Prog ist nur in homöopathischen Dosen vorhanden, und wird dann meist von Kaye und seinen Keyboards beigesteuert. Solche Musik machten zu dieser Zeit mehr Bands als man denkt (Pavlov's Dog, Flash, Traffic), wer zu sehr in Prog und Non-Prog unterscheidet, wird der Diversität der Szene nicht gerecht. Hier wird Musik geboten, die von den späten Sechzigern her gedacht, dabei jedoch frei von jeglichem Experiment ist. Nun kann man das von zwei Seiten her sehen. Entweder waren Yes, ELP, Jethro Tull und Konsorten 1972/1973 ihrer Zeit meilenweit voraus oder Bands wie Badger hinkten ihr hinterher. Die Tatsache, dass ein Ex-Yes-Musiker bei Badger spielte, lässt beide Interpretationen zu. Was dieser Band auf jeden Fall fehlte, war der visionäre Blick nach vorn. Aber sie bietet soliden Rock von der sicheren Seite, der einige Jahre früher noch sensationell gewesen wäre.

P. S.: Es gibt übrigens tatsächlich noch ein Studioalbum von Badger, es heißt "White Lady" und ist 1974 erschienen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.11.2017
Letzte Änderung: 20.11.2017
Wertung: 7/15

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