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Enchant

Live at last

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Progmetal
Label: Inside Out
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ted Leonard vocals, guitar
Douglas Ott guitar, vocals
Ed Platt bass
Sean Flanegan drums
Bill Jenkins keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Mae Dae 3:24
2. At death's door 7:15
3. Sinking sand 7:46
4. Under fire 6:11
5. Broken wave 5:46
6. Blindsided 6:45
7. Acquaintance 7:04
8. Monday 7:58
9. Progtology 6:54
10. The thirst 6:39
11. Paint the picture 6:50
Gesamtlaufzeit72:32
Disc 2
1. Under the sun 7:40
2. What to say 4:57
3. My enemy 6:51
4. Follow the sun 6:05
5. Break 4:48
6. Seeds of hate 6:21
7. Comatose 8:58
8. Black eyes & Broken glass   (acoustic) 4:44
9. Colors fade   (acoustic) 5:12
10. Pure 7:33
11. Below zero 6:23
12. Oasis 9:13
Gesamtlaufzeit78:45


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Nach sieben Alben (wenn man die „Time lost“ mitzählt) wurde es bei Enchant Zeit für eine von zwei Möglichkeiten: entweder eine „Best of“ oder eine „Live“ herauszubringen – oder beides. Enchant haben sich für beides in einem entschieden.

„Live at last“ bietet über 150 Minuten Spielzeit auf zwei CDs, und darüber hinaus kann man sich das komplette Konzert aus Oakland, Kalifornien vom 13. März 2004 auch auf DVD anschauen. Diesmal waren InsideOut jedoch nicht ganz so großzügig wie noch vor einem Jahr: waren seinerzeit die Liveaufnahmen von Transatlantic bzw. den Flower Kings noch als kombinierte Ausgabe mit CDs und DVD erschienen, so gibt’s jetzt beides als getrennte Veröffentlichungen, die – wenn man beide kauft – schon etwas teurer ausfallen als die Kombi-Packungen vom letzten Winter.

Aber es gibt schon einen bestimmten Kundenkreis, den das Label mit dieser Enchant-Ausgabe ansprechen könnte: Leute nämlich, die Enchant zwar ganz interessant finden, sich aber alle Studio-CDs bisher nicht angeschafft haben: in diesem langen Konzert kommen natürlich die besten Stücke auf die Bühne, und – wie bei InsideOut nicht anders zu erwarten – ist die Live-Qualität so gut, dass die Aufnahme auch als „Greatest-Hits-Compilation“ durchgehen kann. Meine Überblicks-Statistik sagt mir, dass von absolut jedem der bisherigen Alben der jeweilige Opener dabei ist, ferner von den meisten Alben auch der jeweils dritte Song und das eine oder andere aus den hinteren Trackbereichen – das bedeutet, die kritischen Schlupflöcher der Alben (vor allem die vorletzten Viertel), in denen die schwächeren Beiträge zumeist geschickt versteckt werden, wurden hier ausgespart – die Band scheint eben genau zu wissen, welche Songs ihre stärksten sind.

Es finden sich auch zwei wichtige Instrumentalstücke: das ur-proggige „Mae Dae“, mit dem alles beginnt, ebenso wie das Rush-artige „Progtology“, daneben zwei „acoustic“-Versionen (besonders „Colors fade“ erweist sich in diesem Gewand als so überzeugend, dass es nie anders hätte arrangiert werden müssen). Was ich angesichts der Konzertlänge ein wenig vermisse, ist z.B. „Catharsis“ vom Debütalbum und „Look away“ von „Wounded“, ersteres wegen der „Firth-of-fifth“-Gitarre und letzteres wegen der einen typischen „Kansas“-Wendung darin, aus der man live viel hätte machen können, aber vielleicht wurden diese Songs gerade wegen ihrer Vorbilder ausgespart, und schließlich muss sich ja auch keine Band ausgerechnet nach meinen Vorlieben richten (wenn ich auch immer wieder den heimlichen und wahrscheinlich unerfüllbaren Wunsch hege, selbst mal eine Setlist entwerfen zu dürfen:-)).

Freilich sollte man bei Enchant keine großen Überraschungen erwarten: abgesehen von den erwähnten Akustikversionen bleiben die Songs alle so, wie man sie kennt; Enchant klingen immer noch wie eine Band, die mittelmäßigere Kansas-Songs instrumental aufbauscht, bis an die Grenzen des Fassungsvermögens hochproduziert und etwas zu lang ausdehnt – aber so waren sie immer.

Die Produktion ist sauber ausgefallen – hier und da mag das Gesamtbild des Sounds etwas zersplittert wirken, aber das ist auf Livealben selten zu vermeiden (kommt sogar bei Spock’s Beard vor), und in der Abmischung setzen sich die Bässe etwas dominierend in den Vordergrund, aber ich persönlich mag das gerade, weil es mir in Ansätzen die Illusion eines „echten“ Live-Erlebnisses verschafft (bin eben ein unverbesserlicher Eskapist:-)).

Wer also je das Gefühl hatte, ihm fehle in seiner Sammlung noch irgendwas von Enchant, der sollte bei diesem Album zugreifen. Wer dagegen von denen schon lange genug hat, dem wird es kaum besser gefallen als das, was er bisher gehört hat.

P.S.: Der Sound der DVD ist merklich dumpfer ausgefallen als auf den CDs. Gleichzeitig ist auf der Insideout-Website zu erfahren, dass da bereits eine Rückrufaktion stattfindet, aber es wird nicht erwähnt, ob der Sound der Grund ist. Da die Musiker von Enchant aber ohnehin optisch nicht viel hermachen, halte ich persönlich die CD-Ausgabe für ausreichend. Wer jedoch die DVD kaufen will, sollte vielleicht auf den Veröffentlichungstermin der zweiten, verbesserten Auflage warten.

Anspieltipp(s): Ein Konzert wie dieses könnte man auf CD fast auch im Random-Modus hören...
Vergleichbar mit: Alles von Enchant ist mit allem von Enchant vergleichbar...
Veröffentlicht am: 11.11.2004
Letzte Änderung: 13.11.2004
Wertung: 8/15
An sich bin ich kein so großer Enchant-Fan, aber hier ist ein Punkt extra für den Best-of-Effekt angemessen

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Von: Sebastian Mack (Rezension 2 von 2)


Wo andere Progressive Rock-Bands nach fast jedem Album eine ausgedehnte Tour machen und oftmals auch mit einem neuen Livealbum im Gepäck wiederkommen (z.B. Spock's Beard mit etlichen offiziellen und "fanclub-only" Mitschnitten), warten andere Gruppen jahrelang auf die Möglichkeit, ihre Musik "on the road" präsentieren zu können. Enchant gehören leider zu den letzteren. In ihrer mittlerweile über zehnjährigen Geschichte haben sie es nie zum Hauptact geschafft, waren aber mit so namhaften Bands wie Marillion, Dream Theater & Spock's Beard auf Tour. Für einen Abend aber wurde der Traum von Band und Fans Wirklichkeit: Mitte März 2004 zeichnet die Band ein 2 1/2 stündiges Konzert vor ihrer heimischen Kulisse in Oakland auf - für ein späteres CD & DVD-Release.

Mich haben die Jungs bereits 2003 zusammen mit Spock's Beard mehr als nur zufriedengestellt - ihre Mischung aus kernigem Rock, Neoprog-Keyboards, schönen Gitarrensoli und tiefgründigen Lyrics irgendwo zwischen Rush, Marillion und Saga stellt praktisch – wenn gekonnt präsentiert – den Garant für einen gelungenen Konzertabend für jeden Progrocker dar!

Und so findet sich auch auf "Live At Last" ein abendfüllendes Programm, voller Highlights aus den sieben bisherigen Studioalben: Der unglaublich nach vorn treibende Rocker "Sinking Sand" vom neuesten Album "Tug Of War" zum Beispiel, der gegenüber der Studioversion sogar noch an Druck gewinnt. Oder die wundervollen Balladen "What To Say" und "Comatose", die die lyrische Brillanz sowie den unglaublich einfühlsamen-intensiven, aber zugleich rauen Gesang von Ted Leonard optimal zur Geltung bringen (hier und da erinnert er an Steve Walsh von Kansas). Diese Liste lässt sich praktisch unbegrenzt erweitern...

Auffällig ist, dass die hier vorliegenden 23 Tracks für ein Livealbum erstaunlich gut klingen - klar, ausgeglichen, druckvoll und alle Frequenzbereiche voll ausnutzend, präsentiert sich der Sound. Besonders hervorgehoben werden muss die Abmischung des gelegentlich verwendeten Synthibasses vom MiniMoog, der nur so durch den Raum zu schweben scheint – zumindest wenn man einen Subwoofer besitzt. Man hat auch darauf geachtet, Publikumsreaktionen und Beifall nicht übertrieben auszublenden, so dass genügend Liveatmosphäre erhalten bleibt. Abgeschlossen wird das Gesamtpaket durch eine schlichte, aber stilvolle Aufmachung.

Jedem Fan von progressiver Musik mit Fokus auf schönen Melodien und nicht technischem Show-Off kann ich die Platte somit bedingungslos empfehlen. Man hält sich zwar nah an den Studioversionen, aber die Live-Ableger wirken lebhafter und energiegeladener. Jeder Fan der Band sollte das Ding auf seine „Must-Have“-Liste setzen. Insgesamt also höchst gelungen! Bleibt noch der Wunsch, dass die Jungs so was auch mal in unserem Lande wiederholen...

Übrigens: Die Live-DVD wird wohl in naher Zukunft erscheinen – der Release musste wegen einer Überarbeitung der 5.1. Soundspur verschoben werden. Wie üblich vergebe ich bei reinen Livealben keine Punktebewertung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.11.2004
Letzte Änderung: 13.11.2004
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Enchant

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 A Blueprint Of The World 7.33 3
1996 Wounded 7.00 1
1997 Time Lost 10.50 2
1998 Break 10.00 1
2000 Juggling 9 or dropping 10 7.67 3
2002 Blink of an eye 7.00 3
2003 Tug Of War 9.20 5

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