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Dzyan

Electric Silence

(Archiv-Tipp 8/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Krautrock
Label: Bellaphon / Bacillus
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Eddy Marron Guitars, Saz, Sitar, Tambura, Mellotrone, Voice
Reinhard Karwatky Double Bass, E-Bass, Super String, Mellotrone, Synthesizer
Peter Giger Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Back To Where We Come From 8:59
2. A Day In My Life 4:04
3. The Road Not Taken 4:55
4. Khali 4:56
5. For Earthly Thinking 9:39
6. Electric Silence 4:30
Gesamtlaufzeit37:03


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


"Electric Silence" nannten Dzyan ihre dritte und leider auch letzte LP. Sehr elektrisch, aber nicht sonderlich still gehen Eddy Marron, Reinhard Karwatky und Peter Giger hier zur Sache. Im ehemals erzkonservativen (zumindest was die Abgrenzung von Jazz und Rock anbelangte) "Jazz Podium" stand 1974 zu lesen, dass sich Dzyan mit dieser Platte als wohl beste deutsche Band im Jazz-Rock-Genre profilieren würden. Das war ein gewichtiges Lob. Aber "Electric Silence" ist auch wirklich eine grandiose Scheibe.

Einen eigenartigen Kraut-Jazzrock praktizieren die drei Musiker. Im Zentrum der Musik steht Eddy Marrons E-Gitarrenspiel, mal flink und jazzig, à la Mahavishnu John McLaughlin, mal bizarr verzerrt, sägend, kreischend oder spacig wabernd. Auch zu Sitar und Saz greift er des öfteren, was aber weniger für orientalische Atmosphäre sorgt, sondern eher eine weitere seltsame Klangfarbe in die Musik einbringt. Dazu kommt die abwechslungsreiche Bassarbeit von Karwatky. Meist bearbeitet er einen Kontrabass mit dem Bogen, erzeugt schräge, geschrubbte Töne, geheimnisvolle, schwebende Klänge oder ein langgehaltenes, knarzendes Dröhnen. Mitunter lässt er auch einen E-Bass warm wummern oder entlockt dem Instrument ein mächtiges, hallendes "Doing". Dann sind da noch Gigers ausgeflipptes Schlagzeug und diverse von ihm bediente blubbernde und schallende Gongs, Glocken und Metallstäbe. Eingebettet ist das Ganze meist in bizarre Soundwolken aus Synthesizerklängen, Mellotronflöten und -chören, ein diffuses Klangwabern, das die jazzrockigen Klänge des Trios einhüllt und diesen eine eigenartige, unwirkliche Farbe verleiht. Grandios!

"Electric Silence" ist sicher mit das Eigenartigste, aber auch Beeindruckendste und Eigenständigste, was im Grenzgebiet von Jazz und Rock in Deutschland produziert wurde. Das "Jazz Podium" lag mit seiner Einschätzung ganz richtig. Welch abgefahrene Scheibe! Welch abgefahrenes Cover!

Anspieltipp(s): egal
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.11.2004
Letzte Änderung: 19.11.2004
Wertung: 13/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Ich lästere ja immer gern, wir hätten hier im Land die Tradition, Mittelmaß in der deutschen Popkultur hochzureden und verweise dabei gern auf die Balina Nölbands, deren Sängerinnen - Wow! Respekt! - schon ein Lyrikbändchen veröffentlicht haben. Andererseits: Ist doch wahr - warum zum Teufel veröffentlicht eine Band wie Dzyan dieses Jahr nicht ihr langerwartetes fünfunddreißigstes Studioalbum und ein Box Set mit den längst verlorengeglaubten Sessions zu dem nie veröffentlichten Album von 1982?

"Electric Silence" ist ein seltsamer Titel. "sehr elektrisch, aber nicht sonderlich still" empfindet Achim das Album, in seltsamer Uneinigkeit geht es mir genau andersrum: ich finde das Album wenig elektrisch, dafür teilt sich mir unwahrscheinlich direkt mit, was die Musiker mit "still" meinen. Stille mit musikalischen Mitteln auszudrücken, ohne einfach gornix zu spielen (Tipp an die Nölbands aus Balin: Stille ausdrücken!), ist richtig schwer - und Dzyan bringen das Thema dermaßen auf den Punkt! Das gilt auch (und teilweise vor allem) für die Sitar-Passagen, in denen ich übrigens schon mehr als nur Klangfarbe, durchaus ein bißchen Raga höre. Was mich nur echt wundert - und was mir immer wieder Respekt abverlangt - ist, wie das "Jazz Podium" diese Musik einfach ins Jazzfach einordnet, das gelingt mir bis heute nicht, zumindest nicht restfrei.

Neulich gings im Zusammenhang mit Eris Pluvia um Schönheit - dieses Album hier finde ich wunderschön. Weil es eine ganz eigene, nicht woanders abgelauschte Ästhetik hat. Nur wenige Alben schaffen es, so zu klingen: einzigartig.

Anspieltipp(s): Keine Tipps. Alles oder nichts!
Vergleichbar mit: - das ist der Punkt!
Veröffentlicht am: 4.9.2007
Letzte Änderung: 21.9.2007
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Dzyan

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Dzyan 7.00 1
1973 Time Machine 12.00 1
2010 Mandala 12.00 1

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